Samstag, 20. Mai 2017

PETITION: Wegen Don Bosco gefeuert werden?

Man tut sich ziemlich leicht im Sputen vor Politischer Korrektheit. Leider tun das jetzt auch die ein oder anderen traditionell  katholischen Einrichtungen in den USA, die oft als Granitmauer gegen eine hyperaktive Moderne galten.

Derzeit werden Unterschriften für Mark Smythe, Lehrer an der Blessed Trinity Catholic School in Ocala/Florida, gesammelt. Er soll entlassen werden, nachdem die Zeitung Huffington Post herausfand, dass er "anti-islamisches Material" zum Unterrichten verwende. Den Urheber des Materials, den Jugenderzieher und Heiligen Giovanni Don Bosco, stufte man ebenfalls wegen seiner islamkiritischen Äußerungen darunter ein, da er den Islam als "Unmoralisch und Korrupt" bezeichnete.

Diskutiert werden darf darüber natürlich nicht. Obwohl das verwendete Material doch unbequeme Fragen gegenüber das bei uns So gern in den Himmel gelobte Bild des Islam und besonders Mohammeds aufwirft, dem man sich selbst außerhalb der Schule irgendwann einmal stellen muss:




Samstag, 13. Mai 2017

Wenn selbst "Wissenschaft" absurd wird, Teil 2: Amerika grüßt Wiesbaden

Dass man gerne das Thema Sexualerziehung nach seinem Gusto hin auszuhebeln oder sogar direkt versucht, eine ehrliche Diskussion als irrational und hasserfüllt darzustellen, wenn das propagierte "Vielfalts"-Dogma in Frage gestellt wird, ist nichts Neues mehr im deutschsprachigen Raum. Vor allem, wenn man sich auch gleichzeitig weigert, rational statt emotional zu diskutieren oder einfach die eigenen Leute selbst schon hasserfüllt genug sind, um überhaupt darlegen zu können, gegen was man überhaupt gerade demonstriert. Siehe die "Demo für Alle" in Wiesbaden. Oder Stuttgart.

Ein ganz anderes Kaliber wird derzeit in den USA aufgefahren.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. 


Netflix hat eine neue Bildungsserie veröffentlicht mit dem Namen "Bill Nye saves the World". Von Bill Nye hatten wir es schon mal kurz auf diesem Blog. Er ist der Typ, der durch die Kinderserie "Bill Nye - The Science Guy" berühmt wurde, die Disney 1993 ausstrahlte. Er ist studierter Maschinenbauingenieur (Bachelor), verließ aber dieses Gebiet, um als Schauspieler Karriere zu machen. Seither hat er seinen Status als allseits schlauer und netter Wissenschaftsonkel (wie ihnviele seither in englischen (aber sogar im deutschen)  Sprachraum entsprechend ausgenutzt. Das geht von Posten bei der Planetary Society bis zu wissenschaftlichen Diskussionen von der Kritik am Kreationismus bis zum Thema Klimawandel. Wobei neben einigen Statement, die nicht wirklich wissenschaftlich sind, aber zugleich Wissenschaftlichkeit beanspruchen (vgl. Verteidigung von Planned Parenthood nach dem Organhandel-Skandal oder der Klimawandel als Grund für den IS-Terrorismus). 

Was jedoch nichts daran ändert, dass seine Serie von 1993 wirklich genial gemacht war, trotz des Eindrucks, man hätte Peter Lustig auf ADHS vor sich, der die Sendung mit der Maus übernommen hätte. Wie diese nette Episode über das Thema "Wahrscheinlichkeit".


Klasse Sendung, nicht? 
Finde ich wirklich gerade für Kinder und jüngere Schüler genial gemacht. Viele Lehrer benutzten gerade deswegen viele Episoden bis heute davon in ihrem Unterricht. :3

Netflix ließ sie nun zensieren.

Oder besser gesagt die Stelle zwischen 9:06 und 10:18, weil hier erklärt wird, dass es nur zwei Geschlechter gibt.
Der Grund dafür? Bill´s neue Serie, in der nun in Episode 9 "The Sexual Spectrum" mit Hilfe der "Wissenschaft" das komplette Gegenteil propagiert wird. Einige bezeichnen es als "notwendige wissenschaftliche Aktualisierung", andere - vor allem Fans, die mit der Serie von 1993 groß geworden sind und auch so die Naturwissenschaften lieben gelernt haben - sind relativ enttäuscht von einer regelrechten Politisierung, die sich weder wirklich an wissenschaftliche Standarts hält, noch Kritiker bei einer Expertenrunde zu Wort kommen lässt (siehe folgendst verlinktes Video: 2:11). Oder anders gesagt: Politische Korrektheit mit wissenschaftlichem Anspruch mit der Aussicht, noch mal so richtig Karriere zu machen.

Und was die wissenschaftlichen Standpunkte angeht... Das überlasse ich lieber den folgenden Video, denn dieses beknackte Thema will ich nicht noch einmal wiederholen.


Nicht angesprochen wurde hier die Behauptung, dass sich selbst Dreijährige schon ihr eigenes Geschlecht definieren könnten. KÖNNTEN. Solchen Thesen stehen viele Kinderärzte zu Recht kritisch gegenüber. Auch die These, was man selbst wolle, sei richtig, eben WEIL man es wolle, ist ebenfalls nicht wirklich zu empfehlen. Was Bill Nye nicht weiter stört, denn er ist Wissenschaftler. Was das auch immer bedeuten soll. Oder deutsche Sexualpädagogen, denn sie sind ja Pädagogen und wissen was Kinder wollen. Was das ebenfalls auch immer bedeuten soll. Aber es gibt einem das Recht, sich schon einmal eine utopische Gesellschaft auszudenken, in der jeder seiner Meinung ist - weil man es sonst Wert ist, ins Gefängnis geworfen zu werden. (Na ja, wenigstens zündet er keine Autos an...)


Einerseits ist es zutiefst erschreckend, wie derzeit Medien und Medienikonen regelrecht instrumentalisiert werden, um kritische Meinungen schon im Voraus mundtot zu machen. Andererseits merkt man immer öfter, dass gerade kritische Konsumenten, die sich auch Gedanken über das machen, was sie da schauen - siehe die Fans, die sich kritisch zur neuen Serie äußerten (denn auch in anderen Episoden wird gerade diese Strategie angewandt) -, ihre Bedenken äußern - und das wirklich offen und ehrlich, weil sie sich keine Marketingstrategien als Wissenschaft und Ratio vormachen wollen lassen.

Und zumindest hier besteht noch ein Hoffnungsschimmer, auf den man bauen kann.

Wir brauchen keinen Donald...

... wir haben doch schon Claudia.

[...] Die Ausschreitungen durch Migranten in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln schiebt sie auf den Bund. Die vielen Gewalttaten in NRW, die No-Go-Areas dort in Dortmund, Essen oder Bochum – das sei „Stimmungsmache“ der CDU. Überhaupt gehe der in Nordrhein-Westfalen auffällig gewordene Berlin-Attentäter natürlich auf das Konto von CDU-Bundesinnenminister Thomas de Maizière. 

Wieso aber, hält Frau Klöckner, CDU, dagegen, stehe etwa Bayern in der Kriminalitätsstatistik im Vergleich zu NRW viel besser da? „Das sind Fake News!“ schreit das grüne Urgestein Roth Julia Klöckner an. Kreischen indes hilft nix. Mit Zahlenverdreherei ist nämlich schon Karl Lauterbach, SPD, am Montagabend bei „Hart aber fair“ krachend gescheitert. [...]

Aber selbst das hört irgendwann auf.

[...] Die Polizistin [Tania Kambouri], die in Bochum, NRW, Dienst tut, muss selbst bei einem Verkehrsunfall damit rechnen, angegangen zu werden. Ein Migrant schlug ihr ins Gesicht und biss den Knochen ihres kleinen Fingers durch. Da fällt selbst Claudia Roth nix Schlaues mehr ein. [...]


Wer sich jetzt fragt, wie die gute Frau Vizepräsidentin des Bundestages werden konnte:
Ich tippe mal ganz spontan darauf, dass Sie mit der Gründung einer eigenen bundesweiten Stiftung drohte. 

Oder die Russen stecken wieder mal dahinter.
Die natürlich auch am Steigen des Meeresspiegels schuld sind, da der typisch russische Konsum von Wodka in exzessiven Maßen die Toilettennutzng steigert und somit auch mehr Wasser ins Meer gelangt. 
[Satire aus]


Mittwoch, 3. Mai 2017

Kinder! 15 Jahre ist das schon her...




Und scheint sich irgendwie nichts geändert zu haben.

[...] Fast 50 Prozent eines Durchschnittseinkommens werden von Gehältern in Deutschland laut einer neuen OECD-Studie an Steuern und Sozialabgaben abgezogen (OECD-Schnitt 36,0 Prozent). Nur in Belgien ist der Wert höher. „Geht ja noch!“, meinen Sie jetzt? Na, dann fahren Sie sicherlich kein Auto und nutzen keinen Strom, denn die horrende Benzinsteuer und die von Jahr zu Jahr steigende EEG-Umlage, die wir in Deutschland zahlen, ist in dieser Statistik noch gar nicht berücksichtigt.

Auch steuerähnliche Zwangsabgaben wie der Beitragsservice für ARD, ZDF und Konsorten werden nicht berücksichtigt. Ebenso wenig wie Kurtaxen, Mehrwert-, Tabak-, Kaffee-, Bier-, Branntwein-, Schaumwein-, Tanz-, Vergnügungs-, Wett- und Lotteriesteuern oder wie sie alle heißen. Und natürlich ganz davon abzusehen, die Steuer auf Gelder, für die schon einmal Steuern bezahlt wurden, wie z.B. Vermögens-, oder Erbschaftssteuer – die beiden letzteren sollen ja, wenn es nach den „Staatzis“ von der roten Front geht, bald wieder ordentlich steigen. Denn der Staat braucht mehr Geld!
[...]

Samstag, 29. April 2017

Was er so zum Geburtstag bekam...

... ist wirklich eindrucksvoll. Zum 90. bekam Benedikt ein liturgisches Gewand geschenkt. 
Mit deutlichen Anspielungen an seinen Lieblingswallfahrtsort Altötting.



Ansonsten lief der Tag auch weiterhin ganz typisch bayrisch ab. ;-)



Montag, 24. April 2017

Franzl und der KZ-Vergleich. Oder: Was ANTIFA & Co sonst noch so verschlafen...



Ganz offen und ehrlich: Der KZ-Vergleich von Papst im Hinblick auf die Flüchtlingslager ist wirklich ein ordentlicher Fehlgriff. Sind Flüchtlingslager dafür hergerichtet worden, Menschen ohne Dach über dem Kopf schnellstmögliche logistische Hilfe in Sachen Ernährung und medizinischer Versorgung zu geben, so waren Konzentrationslager (und in diesem Kontext nicht zu vergessen: die Gulags) Orte, an denen politische Gegner und unerwünschte Bevölkerungsgruppen untergebracht waren. Im Ersten Weltkrieg waren es reine Internierungslager zur Überwachung von Ausländern, die als potentielle Spione vielleicht etwas auszwitschern könnten, im Dritten Reich und im Kommunistischen Russland war es dagegen auch auf die existentielle Wegsperrung und Vernichtung von ganzen Menschengruppen ausgeweitet worden.

Andererseits muss man auch auf die innere Gewalt hinweisen, die in solchen KZs und in Ghettos wie in Warschau herrschte: Unter de Gefangenen gab es oft "Kappos", die für die Aufsicht (und teilweise das Ausspionieren) zuständig waren und ihre Machtstellung anderen gegenüber ausnutzten. Auch die "heldenhaften" internierten Kommunisten in Buchenwald konnten nur dadurch als Gruppe überleben, weil sie andere - besonders Juden - über die Klippe warfen.

Und hier sind wir am Knackpunkt, der gerne bei der Berichterstattung - aber auch bei der Diskussion um die Unterbringung und Kontrolle von den nach Europa kommenden Migranten - übersehen wird: Der persönliche Kontext, warum Franziskus die Zustände innerhalb von Flüchtlingslagern mit denen eines KZs vergleicht:


[...] Seine Worte fielen bei einer Zeremonie zum Gedenken an moderne christliche Märtyrer. Er wich damit von seinem ursprünglichen Redetext ab. Der Papst stellte den Vergleich zur Nazi-Zeit an, als er von einem Flüchtling berichtete, den er 2016 auf Lesbos getroffen hatte. Dessen Ehefrau sei wegen ihres christlichen Glaubens vor den Augen ihres Mannes getötet worden.

"Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist, ob er es aus seinem Konzentrationslager heraus geschafft hat", sagte der Papst. An anderer Stelle während der Zeremonie in der römischen Bartholomäuskirche sprach Franziskus von "diesen Konzentrationslagern - es gibt so viele, volle Konzentrationslager ... weil internationale Abkommen anscheinend wichtiger sind als Menschenrechte".
[...]


Man kann es einen Fehlgriff nennen, die Einrichtung selbst als Konzentrationslager zu bezeichnen. Es gibt weder Beamte und Soldaten, die darauf bedacht sind, die Untergebrachten zu vernichten, noch werden sie zu unmenschlichen Arbeiten gezwungen. Dafür gibt es aber wieder mal die "Kappos". Die jedoch nicht wie damals ihre Macht von den Aufsehern erhielten, sondern sie sich selbst angeeignet haben - und zwar aus Hass gegenüber anderen.

Das erschreckende ist nicht nur, dass diese Gewalt vor sich hinexistiert. Es reicht schon, aus einem anderen Land zu kommen. Sollte man Jesiden oder Christ oder Homosexuell sein, wird es unter Umständen nur noch unangenehm bis unerträglich. Bei den Homosexuellen hat man bereits reagiert und (leider nur) stellenweise für eine entsprechende Umquartierung gesorgt, um sie ihren Peinigern zu entziehen. Bei anderen sieht es anders aus: Entweder wird dies geleugnet oder man entschuldigt sich: "Das würde ja unfair und spaltend gegenüber den anderen Flüchtlingen wirken."

An dieser Stelle fühlt man sich schon an Henryk M. Broders Bemerkung "Deutschland liebt tote Juden" erinnert: Einerseits wird ständig auf den Antisemitismus des Dritten Reiches verwiesen und an die Opfer des Rassenwahns erinnert, Gedenkstätten werden gepflegt, das Gedenken immer wieder ins Gedächtnis gerufen, damit so etwas "nie wieder passiert". Und zugleich verschließt man seine Augen vor dem real existierenden Antisemitismus, der unter Migranten grassiert. 

Und die glorreichen Antifaschisten und mutigen Vorzeige-Demokraten, die in Köln so wacker gegen die (vermuteten) Antisemiten der AfD gemonstrierten und sie regelrecht "vernichten" wollten? 

Na ja, die merken nicht einmal, wenn echte Antisemiten unter ihnen auftauchen. Bei der Ermordung eines Flüchtlings aus Eritrea in Dresden war es ja nicht anders: Als das Gerücht die Runde machte, er sei von einem Rechtsradikalen ermordet worden, tobten sich Linksextreme in der Innenstadt ordentlich aus, um wie immer mal wieder ordentlich Luft gegen Rechtsextremismus und - wenn dieser nicht manifest vorhanden - gegen das "System" und "die Bullen", die das ja überhaupt möglich gemacht hätten durch ihr Nichtverhindern, rauszulassen. Nachdem herauskam, dass der Mörder ein Mitflüchtling war, herrschte plötzlich Funkstille. Zu den Gewalttaten, die innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte herrschen? Zur Gewalt, die Flüchtlinge gegen schwächere Flüchtlinge auslassen? Wartet man au dieser Seite wie auch von der Politik bis heute.

So könnte man auch über die nationale und internationale Reaktion sprechen: Der Vergleich von Franziskus war unangebracht, weil pietätslos. Wie es innerhalb von Flüchtlingslagern aussieht: egal.

Und wie Schlepper mit Menschen umgehen: Schon vergessen, auch wenn viel Gold dabei verloren geht.


Freitag, 21. April 2017

Wenn selbst "Wissenschaft" absurd wird...



...dann weiß man, es ist Pseudowissenschaft. Oder "Pop-Science". Wo so ungefähr das Selbe herauskommt.


[...] Naturwissenschaftler sind daher stetig bemüht ihre eigene Erkenntnis immer wieder aufs neue zu hinterfragen, wo Geisteswissenschaftler eine „Wahrheit“ nach der anderen produzieren. Einer der Hauptredner beim morgigen Marsch wird Bill Nye sein – in Amerika als der „science guy“ bekannt. In seiner Sendung erklärt er regelmäßig die Mysterien des Universums. 

Nyes Teilnahme war jedoch im Vorfeld umstritten. Als weißer, heterosexueller Mann decke er nicht die gesamte Vielfalt der US-Bevölkerung ab, so die Kritik. Außerhalb seiner vertrauten Gefilde sind Nyes Aussagen übrigens oft weit weniger wissenschaftlich. Vor zwei Jahren erklärte er, der Aufstieg des Islamischen Staates sei eine direkte Folge des Klimawandels. So einfach ist das.


Donnerstag, 20. April 2017

Risus Paschalis licet: Exorzist mal anders...

Erst habe ich ja gedacht, dass dieses Meme nur ein blöder Scherz sei.  Dann habe ich nachgegoggelt :-I





50 Jahre nach Adenauers Tod...



... überrascht es immer noch, woher viele kritische Ansichten, die heute noch existieren, so dahergekrochen kamen.


[... ] Für eine Kommunistin wie Ulrike Meinhof muss die Ära Adenauer selbstredend ein trübes Kapitel gewesen sein. Sie hatte sich zu ihrer besten Zeit als Publizistin - eine gern in bürgerlichen Medien gedruckte, zu Diskussionen ins Staatsfernsehen geladene Linksintellektuelle - nie als illegales KPD-Mitglied geoutet. Hätte sie in diesem Punkt Flagge gezeigt, so wären ihr wichtige Kanäle verschlossen geblieben.

Wer Meinhofs Text aus dem Fischer-Buch nachliest, erkennt aber unschwer die Melodie aus Ostberlin. Neben luzidem Mief & Muff-Spott über das „Altmodische“, „Kleinkarierte“ und „Provinzielle“ des Adenauer-Bonns, neben Klageliedern über zu hohe Mieten und zu geringe soziale Wohltaten läuft alles auf einen Hauptvorwurf raus: Adenauer hatte die Westbindung robust durchgesetzt und unumkehrbar gemacht. Die zu knacken von jeher das vornehmste Ziel aller kommunistischen und kryptokommunistischen Anstrengungen auf westdeutschem Boden war. Zitat Meinhof: „In diesem Land wird gelebt, als gäbe es keine anderen Bündnispartner als die der NATO.“ Klar, wer die alternativen Bündnispartner gewesen wären. [...]



Nicht dass Adenauer perfekt gewesen wäre - seien wir ehrlich, wer ist das schon. Er hat auch ab und an seine Macken gehabt. Doch dass später gerade diejenigen vom "Muff von Tausend Jahren" sprechen, die von einer Regierung finanziert werden, die selbst ehemalige Nationalsozialisten scharenweise aufnahm und GESTAPO-Methoden regelrecht bis zum totalen Misstrauen in der Bevölkerung perfektionierte, dürfte wahrscheinlich der größte Witz daran sein.

Von den nach neutralen Bewertungen regelrechten faschistoiden Methoden ganz zu schweigen, der man sich einfach dadurch entledigte, indem man alles außerhalb der kommunistischen und sozialistischen Ideologien als alternativlos faschistisch bezeichnete.


Mittwoch, 19. April 2017

Gute Animation: Nicht kopieren, sondern imitieren

Einer der Gründe, warum von den meisten Menschen die Filme von Studio Ghibli erheblich angenehmer und realer empfunden werden als etwa die von Ralph Bakshi, wo mit der Rotoskopie-Technik versprochen wird, kostengünstigere und gleichzeitig realere Animationen durch bloßes Abpausen zu erzeugen (4:10).




Samstag, 15. April 2017

"Wie ein Mensch, der die Sonne schmäht und doch ihr Licht bewundert"

Der Kirchenvater Athanasius über die Kraft des Kreuzes
Entnommen aus der Bibliothek der Kirchenväter.


[...] Da wir aber die Traktate der Lehrer augenblicklich nicht zur Hand haben, so müssen wir das, was wir von jenen gelernt haben, dir mitteilen und schreiben — ich meine nämlich den Glauben an Christus den Erlöser —, damit man nicht die bei uns vorgetragene Lehre geringschätze noch auch den Glauben an Christus für unvernünftig halte, wie etwa die Heiden, die mit verleumderischer Zunge spotten und offen über uns lachen, obschon sie uns immer nur das Kreuz Christi vorzuhalten wissen. 

Und doch gerade daraufhin möchte man ihren Stumpfsinn am meisten betrauern, weil sie, die Spötter des Kreuzes, nicht sehen, wie seine Kraft die ganze Welt erfüllte, und wie durch das Kreuz die Werke der göttlichen Erkenntnis allen offenbar geworden sind. Denn wenn auch sie Leute wären mit einem geraden Sinn und Blick für seine Gottheit, dann würden sie über etwas so Grandioses nicht spotten. 

Nein, vielmehr müßten auch sie ihn als Weltheiland anerkennen und einsehen, daß das Kreuz der Kreatur nicht zum Verderben, sondern zum Heile geworden ist. Denn wenn mit dem Eintritt des Kreuzes in die Welt aller Götzendienst ein Ende nahm, wenn alles Gaukelspiel der Dämonen diesem Zeichen weichen muß und nur mehr Christus angebetet und durch ihn der Vater erkannt wird, wenn die Widersacher zuschanden werden, er aber täglich die Herzen derer, die ihm widersprechen, im stillen umstimmt, wie kann man da noch — man darf sie wohl mit Recht so fragen — an ein Menschenwerk denken, anstatt zu bekennen, daß es der Logos Gottes und der Heiland der Welt ist, der das Kreuz bestiegen hat? 

Mit diesen Leuten scheint es ähnlich zu stehen wie mit einem Menschen, der auf die Sonne schmähte, die hinter den Wolken sich verbirgt, und doch ihr Licht bewunderte, weil er sieht, wie die ganze Schöpfung von ihr beleuchtet wird. Denn wie das Licht schön ist und schöner noch die Sonne als Quelle des Lichtes, so muß auch, da die Erfüllung des ganzen Erdkreises mit der Erkenntnis Gottes eine göttliche Tat ist, der Schöpfer und Lenker eines solchen Wunderwerkes Gott und Gottes Logos sein. [...]


Freitag, 14. April 2017

P. Romuald Bauerreiß OSB: Der Schmerzensmann und die Liturgie

Die imago pietatis, den Schmerzensmann, nennt P. Romuald Bauerreiß (1893-1971), Benediktiner der Abtei St. Bonifaz in München und Kirchenhistoriker, eine seltsame Darstellung, die ihren Ursprung im Orient hat. Wie auch der Herr im Elend, den der Ritter Heinrich auf Schloss Aufenstein am Eingang des Navistales in Südtirol von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land als Kopie mit nach Matrei brachte. 1931 veröffentlichte Bauerreiß in München seine Studie: "Pie Jesu" - Das Schmerzensbild und sein Einfluss auf die Mittelalterliche Frömmigkeit. 


Der Herr im Elend, eine besondere Darstellung Jesu als Schmerzensmann, kam zwar erst 1938 nach Wigratzbad. Aber seine Verehrung an der Gebetsstätte macht die Ausführungen Bauerreiß´ auch für uns interessant, zumal der Autor den eucharistischen Bezug dieser Darstellung und die Entwicklung zum Herz-Jesu-Bild beschreibt. Die älteste abendländische Darstellung des auch Erbärmdebild genannten Schmerzensmannes findet sich in einem römischen Missale des 13. Jhdts. Es befindet sich unmittelbar über den Wandlungsworten.

"Das Schmerzensmannmotiv hat vor allem an Orten und Gegenständen Verwendung gefunden, die mit der Eucharistie in engsten Zusammenhang stehen. So begegnet es vor allem auf jenen eigenartigen Vorläufern unserer heutigen Tabernakel, den Sakramentshäuschen." In der weiteren Entwicklung wurde der Schmerzensmann an Sakramentshäuschen, Tabernakeln und auch Monstranzen durch die arma Christi (die Leidenswerkzeuge) tragende Engel ersetzt.

Desweiteren kann das Bildnis mit der Bestattungskultur in Verbindung gebracht werden als mittelalterliches Friedhofsbild. Hier wird der Totenpatron St. Michael ersetzt durch Darstellungen des Christus - Salvator. Die Bezeichnung des Bildnisses als Pie Jesu findet dann auch Bezug in der Totenliturgie. Die sühnende Kraft des Opfers Christi für die Seele der Abgestorbenen führt wieder hin zum eucharistischen Bezug der Darstellung des leidenden Christus.
Im Hochmittelalter vermischte sich der Schmerzensmann mit dem Rex gloriae, dem König der Herrlichkeit. Der Schmerzensmann weist auf seine Wunden und bleibt doch Herrscher und Weltenrichter.

Den Ausführungen über die Imago pietatis folgt bei Bauerreiß dann ein Abschnitt über die Hostienlegenden des Hoch- und Spätmittelalters.und eine Auflistung von "Hostien"-Kirchen, also von Orten, an denen eucharistische Wunder sich ereigneten, mit kurzer Beschreibung. In der Nähe der Hostienfundstellen findet sich häufig ein Bild des Schmerzensmannes, bald dem Urtyp gleichend, bald in erweiterter Auffassung (Salvador mundi, Gregoriusmesse, Grabchristus); so erscheint als Plastik oder Bild Christus als Salvador mundi oder imago pietatis, als Christus sepultus oder in Verbindung mit der Schmerzensmutter. Diesem Bildnis der Pietá ist ein weiterer Abschnitt des Buches von Bauerreiß gewidmet, nach dem sich dann der für unserer Gebetsstätte wieder bedeutsameren Entstehung des Herz-Jesu-Bildes widmet. [...]
Quelle: Wigratzbad Aktuell, Jahrgang 17 Nr. 2, April/Mai/Juni 2017. S. 5-7)