Donnerstag, 25. Juni 2015

Griechisch sollte man schon können. Die Don Bosco-Edition.

Es ist irgendwie schon witzig, wenn jemand von einer Sache wirklich  keine Ahnung hat. Noch witziger ist es jedoch, wenn betreffende Person so tut, als hätte sie.


[...] Das Königreich Sardinien-Piemont mit seiner kirchenfeindlich-freimaurerischen Staatsdoktrin bereitete dem piemontesischen Heiligen große Schwierigkeiten. Als die staatliche Verfolgung endlich nachließ, begann jene der Waldenser, die sich ganz in den Dienst des neuen Königreiches gestellt hatten. Sie entfalteten eine rege Propagandatätigkeit in Turin, mit der sie Don Bosco angriffen und in der Öffentlichkeit zu diskreditieren suchten. Schließlich forderten sie ihn selbstsicher zu theologischen Disputen heraus. Alle Waldenserführer Turins traten gegen den Heiligen auf, unterlagen jedoch. Schließlich boten sie den bekanntesten ihrer Pastoren, Jean Pierre Meille aus dem okzitanischen Luzerna e San Jan in Piemont.

Sieben Stunden dauerte das Streitgespräch in Valdocco, bis es mit einer komischen Szene endete. Don Bosco hatte es mit der Vernunft, mit der Geschichte und mit der lateinischen Heiligen Schrift versucht. Doch Meille wollte sich nicht geschlagen geben und meinte schließlich, daß die lateinische Bibel nicht genüge, man müsse den griechischen Text heranziehen. Don Bosco stand auf, ging zum Bücherschrank, holte eine griechische Bibel und legte sie dem Waldenserpastor hin mit den Worten: „Hier, mein Herr, der griechische Text. Schlagen Sie ruhig nach, Sie werden feststellen, daß er vollkommen mit dem lateinischen Text übereinstimmt.“ Meille hatte geblufft, um sich nicht geschlagen geben zu müssen. Er verfügte über keinerlei Griechisch-Kenntnisse, weshalb er das Buch seitenverkehrt zu Hand nahm und darin blätterte. Als Don Bosco es ihm umdrehte, war er bloßgestellt, bekam einen hochroten Kopf, sprang auf und stürmte aus dem Saal. Das Streitgespräch war beendet. [...]


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