Samstag, 20. Juni 2015

"Liebe ist für ALLE da!" Oder: Ich heirate mein Kissen.

Warnung an den geneigten Leser: Das folgende Posting enthält teilweise verstörende Details. Im Video kommen leider nur unzureichend zensierte Bilder vor. Klicken Sie keinen der Linksverweise an, wenn Sie glauben, es könnte Ihnen im Folgenden übel werden. Wenn es Ihnen nur auf die begriffliche Problematik ankommt, beginnen Sie bitte mit der Lektüre ab der Passage unter dem Video. 
Außerdem wird im Laufe dieses Postings geklärt, warum betreffender Blogger ungewohnt negativ auf den Begriff "Otaku" reagiert (vgl. Warnhinweis rechtes Blogroll ganz unten). 

Lesen Sie also dieses Posting durch und erwähnen Sie es nie wieder.
Die Selbstzensur


Bleiben wir beim Thema und legen noch eins drauf zum Thema "Ehe für Alle" - und ich meine damit: für wirklich ALLE.

Es gibt Leute, die eine Ehe nur vollziehen wollen, um sich - wie ich persönlich denke - letztendlich eine Art öffentliche Selbstbestätigung zu verschaffen, dass auch wirklich etwas zwischen ihnen läuft und es auch wirklich Liebe ist. Zu diesem Thema sind schon einige Homosexuelle ordentlich ausgerastet, auch wenn man sie persönlich nicht damit meinte. Ich stelle nicht in Frage, dass es viele Fälle gibt, in denen es sich wirklich um Liebe handelt, diese aber eine andere Art als die der natürlichen geschlechtlichen Liebe ist. Wie die dieses 28-jährigen Südkoreaners, der wirklich alles für seine Liebe tut:

[...] Inzwischen sind die beiden schon seit sechs Jahren zusammen, und der verliebte junge Mann wollte die Verbindung nun legalisieren.

Deshalb kaufte er ein Brautkleid und flog mit seiner Angebeteten nach Japan, wo er ihr in einer Aufsehen erregenden Zeremonie das Ja-Wort gab.

Später gab er allerdings vor Journalisten zu, dass diese Hochzeit eher eine Publicity-Aktion sei, als ein echter Bund fürs Leben.

"Meine Liebe zu Fate ist ungebrochen, aber es wird mehr Zeit brauchen, über unsere Ehe nachzudenken."
[...] 


Um wen handelte es sich nur bei seiner offensichtlichen Freundin, dass beide in das benachbarte Japan reisen mussten, um sich ihre Liebe "legalisieren" zu lassen?

Richtig. Um sein Kissen. Das Photo von der Hochzeit gibt es hier, hier essen sie gemeinsam und hier sind sie in einem Freizeitpark.

Na ja, so behördlich offiziell wird das in Japan nicht wirklich anerkannt. Wie auch in anderen Ländern, wo diese "Vermählungen" passiert sind (die Meldungen über die Schlange, den Hunddie Katze und den Delphin fehlen leider). 
"Passiert", nicht "vorgenommen worden", ganz einfach aus dem Grund, weil es nicht legal ist. 

Und ich meine genau so "passiert", wie die Sache, die ich zufällig miterleben musste. Person A (Umstand: Bekannter) liebte fiktiven Charakter 08/15 - wie sehr fand ich erst später über weitere Bekannte heraus. Person B (Umstand: keine Ahnung) wollte diese Person A wirklich richtig böse ärgern und heiratete ihm Charakter 08/15 vor der Nase weg. Mit einem echten Standesbeamten C (übrigens ein Freund von B und ebenfalls keine Freund von A). Techtelmechtel wegen dieser Provokation gab es nicht, weil das ganze zufällig in einem Pub stattfand (ob Barkeeper D bestochen worden ist von B und C, ist bis heute nicht wirklich bekannt). Details dazu kann ich nicht wirklich nennen, da regelmäßig mein Hirn E beim Gedanken daran offline geht.

Warum also zufällig ein fiktiver/ unpersönlicher Charakter (davon persönlich noch schrägere Beispiele bei persönlichem Chat gefunden)? Doktor Allwissend hat da eine Theorie. Herr Doktor, bitte.



Dem lässt sich auch eine weitere Sache hinzufügen, die ich in diesen Fällen öfters beobachten konnte und die auch weitere Personen äußerten. 
In den meisten, wenn nicht in allen Fällen handelt es sich um eine Art allgemeine Begriffsverwirrung in Sachen "Liebe". Bedeutet "jemanden lieben" eigentlich allgemein, jemanden neutral gerne zu haben, jemanden wirklich umfassend in einer engeren Beziehung zu lieben (auch auf eine Ehe hin orientiert) oder etwas im übertragenen Sinne zu bevorzugen ("Ich liebe Erdbeer-Eis!"), wird dieser mehrdeutige Umstand in manchen Fällen nur noch auf zweiten Fall reduziert. Gefällt also jemandem ein bestimmtes Charakterdesign wirklich sehr (siehe Video), so ist man "irgendwie verliebt". Was dann passiert, wenn man irgendwie einen "attraktiveren" Charakter findet, dürfte bei dieser Otaku-Gattung offen für Diskussionen bleiben. Problem dabei ist, dass bestimmte Personen sich nicht über diese Differenzierung im Klaren zu sein scheinen, bzw. so etwas zum ersten Mal erleben und es unter den - inzwischen fast schon medial inflationären - Begriff "Liebe" einordnen. Beobachtungen und Bemerkungen dazu gibt es inzwischen leider mehr als genug.

Ein weiteres Problem tut sich in dieser Begriffbarkeit der Liebe auf: In vielen Fällen wird sie auf den Geschlechtsakt selbst reduziert (des weiteren versteht man dann nur noch den betreffenden Hormonausstoß darunter. Wenn also jemand bei "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" das Grinsen anfängt, wisst ihr wieso. Habe ich ebenfalls schon erlebt.), nicht auf das Universelle, was sich von Natur aus daraus ergibt, wie die weitere Sorge füreinander und besonders das, was bei der "Ehe für Alle" eben ausgeblendet wird: Die gemeinsamen Nachkommen, die aus dieser gemeinsamen Liebe als Frucht entspringen und sie weitertragen. 
Bei der Patchworkfamilie, die man mit dieser "Ehe für Alle" fordert, kommt dieses Kind erst über mehrere Umwege zustatte, meist über Leihmütter bzw. Samenspender, die "den Wunsch vom Kind" erfüllen sollen. Also irgendwie wieder eine Art Selbstbestätigung, meist für Leute mit genug Geld und diversen Kontakten. Wie man das dem Kind erklärt, bleibt offen.

Im Unterricht an der Schule wird das dann (was man auch beim Bildungsplan 2015 erwarten darf) als "Liebe wie jede andere auch" bezeichnet mit "netten Männern" die rein zufällig so freundlich sind und was von ihrem Saft abgeben (freies Zitat aus einem Unterrichtsmaterial aus NRW)- natürlich meist gegen Bezahlung, aber das dürfen die Kinder noch nicht wissen. Weil es sonst ihre schöne grün-rot-rosane Welt erschüttern könnte, da das böse Geld eigentlich nichts in der Liebe zu suchen hat. 
Und weil es irgendwie nicht "tolerant" wäre, so offen darüber zu sprechen. 

Ob dies auch bei obigen Beispieln zutreffen würde,... na ja.
Dürfte weiterhin offen bleiben.


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