Dienstag, 30. Juni 2015

Sehr geehrter Dr. Müller!



Ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Heterosexualität soll nicht als Norm gelten. Wir leben schließlich in einem kalten, nihilistischen Universum, das aus dem Nichts kam und in das Nichts verschwinden wird, um weiter aus dem Nichts zu kommen und wieder ins Nichts zu verschwinden. Darin irgendwelche "Normen" oder "objektive Moral" und "Naturrecht" zu vermuten, finde ich persönlich vollkommen inakzeptabel und begrüße daher eine weitere Öffnung der Kirche in diese Richtung.

Sie geben mir außerdem recht in einem neuen, noch fortschrittlicheren Projekt, das bald die ganze Gesellschaft erfassen wird: Der Öffnung der Eckenhaftigkeit auch für Kreise.

Es ist gesellschaftlich inzwischen vollkommen untragbar geworden, dass nur geometrischen Objekten mit Ecken das Ansehen zukommt, Ecken zu besitzen, während andere, wie der Kreis und die endlose Gerade als "Objekt ohne Ecken" völlig leer ausgehen. Es handelt sich dabei um eine eindeutige Diskriminierung, da dem Kreis als ebenfalls "gleichberechtigte" (welch Verhöhnung der Wirklichkeit!) geometrische Figur dieses Recht schon im Vorhinein abgesprochen wird.

Außerdem handelt es sich bei der Eckennormativität um das Konstrukt einer patriarchalischen Mathematikergesellschaft, die aus elitären alten Herren besteht, die um jeden Preis (auch um den der geometrischen Selbstverwirklichung!) ihre Posten behalten und ihre kognitive Macht über die Zeichenbretter weiter ausbauen wollen. Dieses mathematistische Gedankengut, das charakterlich große Ähnlichkeiten zum Faschismus aufweist, kann nicht länger von einer offenen, toleranten und vor allem demokratischen Gesellschaft geduldet werden.

Dass diese Wirklichkeit erst im sexuell-biologischen Bereich erschlossen wird, um sich auch bald den Weg in Klassen voller völlig indoktrinierter Kinder zu bahnen, kann man bald auch Ihnen als besonderen Verdienst zurechnen.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. Mabuse Richelieu88

[Satire aus]


Kommentare:

  1. ... und überhaupt finde ich persönlich es ganz, ganz untragbar, dass weiterhin diskriminierenderweise einer Lebensgemeinschaft von zwei Pluspolen das Recht vorenthalten wird, Strom zu erzeugen. Nein, wirklich aber auch !!

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  2. Als Beispiel: Nichtheterosexuelle, die in der NS-Zeit in die Zuchthäuser geworfen wurden, wurden nach 45 nicht freigelassen, was ein Skandal ist. Einsatz der Kirchen gegen dieses schwere Unrecht: Null.
    Aufgabe der Religionen bezüglich Nichtheterosexueller in absehbarer Zeit:

    1. Schämen

    2. Bereuen

    3.Schämen

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    1. Wie jetzt? Keine vulgären Beleidigungen und Pöbeleien wie in der netten E-mail, die sie mir geschrieben haben?

      Das finde ich jetzt aber sehr schade. :-(

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    2. "Vulgäre" "Beleidigungen"? Würden Sie´s wohl zitieren? Bitte schön!

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