Samstag, 6. Juni 2015

Theologisch unangebracht. Oder: War Lazarus ein Zombie?



Schauen wir mal kurz bei Wikipedia nach:

Der Begriff Zombie leitet sich von dem Wort nzùmbe aus der zentralafrikanische Sprache Kimbundu ab. Er bezeichnete dort ursprünglich einen Totengeist, eine Bedeutung, die das im Kreolischen gebräuchliche Wort zonbi (gesprochen zombi) in Haiti noch besitzt. [...]

[...] Der Kern des Zombie-Mythologems ist die abergläubische Vorstellung, dass Verstorbene nicht nur als Gespenst, sondern durchaus körperlich in die Welt der Lebenden zurückkehren: als "Untote". Sie sind, so der Glaube, den Lebenden gegenüber meist böse gesinnt und daher unheimlich. Sei es, weil sie sich für erlittenes Unrecht (z. B. Störung ihrer Totenruhe) rächen wollen; sei es, weil ihre Seele auf Grund ihres Lebenswandels nicht erlöst wurde. [...]


Klicke auf den Begriff "Untote":

Als Untote bezeichnet man phantastische Wesen, die bereits gestorben sind, jedoch als Wiedergänger zu den Lebenden zurückkehren. Als Nachlebende befinden sie sich in einem körperlich-seelischen Zustand zwischen Leben und Tod. Sie suchen in der Welt der Lebenden nach unerfüllten Forderungen, überbringen noch nicht empfangene Botschaften oder üben an den Lebenden Rache für eine nicht abgeglichene Schuld. [...]




Ergebnis: Ich habe ebenfalls null Ahnung, warum Lazarus und die Tochter des Jairus angeblich Zombies sein sollen. Sie waren - den Berichten zufolge - beide wieder voll am Leben und weder in einem dubiosen "Zustand zwischen Leben und Tod" noch haben sie dabei einen Defizit davongetragen, der sie in gewisser Weise zu Monstern machte. Sie verhalten sich vollkommen normal, über irgendwelche negativen Erscheinungsmerkmale (fortschreitende Verwesung trotz lebendigem Leib, Appetit auf Dinge, die normale Menschen nicht essen würden) verliert man kein Wort. Ebenfalls handelte es sich nicht um ein "Wiederkehren" aus eigener Kraft, sondern ein Zurückrufen ins Leben von dem, der sie geschaffen hat. Was man allgemein als "Eingreifen Gottes in das Naturgeschehen" oder eben allgemein als "Wunder" bezeichnet. 

Jetzt kann man natürlich auch hingehen und leugnen, dass es so etwas wie Wunder gibt. Oder dass Jesus die zweite göttliche Person der Dreifaltigkeit gewesen ist. Oder dass Gott überhaupt real und nicht metaphorisch eingreift. Oder dass es Gott überhaupt gibt.

Nicht dass ich jetzt bestimmten Theologen den Glauben abspreche. Aber sie sind immerhin schon ordentlich über das Ziel hinausgeschossen...


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