Donnerstag, 20. August 2015

Salamitaktik bei der Tagesschau. Oder: Einen Athanasius für´s Bratwurstland!

Wieder ist eine prestigeträchtige Umfrage gemacht worden, bei der ich nicht befragt wurde. Und vielleicht alle anderen auch nicht.

Jedenfalls verkündete gestern die Tagesschau, dass die "Mehrheit der Katholiken" die "kirchliche Lehre ablehne" (siehe hier 7:50). Später (hier 5:28) wird diese "Ablehnung" zu einer neutralem Umfrage. Dennoch fragt man sich, was dieser freudsche Versprecher genau sagen wollte. Und auch der Gedanke, der Nachrichtensprecher grinse sich gerade ordentlich was ab bei der Verkündigung, lässt sich nicht mehr ablegen.

In den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN), die mir heute morgen vorlagen, findet man schnell die Erklärung für das ganze Theater: Es handelte sich um eine statistische  (!) Umfrage mit 7900 Personen, die von Studenten durchgeführt wurde und "nicht repräsentativ" für alle Katholiken" sei. Trotzdem wird wieder in die selbe Kerbe eingeschlagen ("Mehrheit für die Homo-Ehe") und diese Umfrage auf eine Stufe auf eine Stufe mit der offiziellen Umfrage des Vatikans gesetzt, die bekanntlich die meisten Katholiken hier in Deutschland nicht erreicht hat. Oder jedenfalls nicht die, die es erreichen sollte. Es wird zwar betont, dass 90% der Befragten einmal in der Woche den Gottesdienst besuchen würden, wie es jedoch mit der genauen Kenntnis des Glaubenswissens und der moralischen Vorstellungen, also im Allgemeinen  mit der Orthodoxie steht, wird nicht beantwortet.

Bekanntlich herrscht in diesem Feld ebenfalls seit Jahrzehnten eine Brachheit vor, die in anderen Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Italien, Polen und den Vereinigten Staaten längst Chefsache der Bischöfe ist und die sich auch darum aktiv kümmern, dass man sich ernsthaft fragt, ob man Betreffende zum Thema "kirchliche Lehre" überhaupt fragen sollte, wenn ihnen diese nur ganz oberflächlich oder sogar überhaupt nicht bekannt ist. Was bei der zunehmenden Diskrepanz zwischen deutschsprachigen Katholiken und denen aus anderen Ländern ebenfalls immer deutlicher wird.

Mathias von Gersdorff meint dazu, dass wir einen neuen Bonifatius brauchen. Andere sind eher für einen neuen Athanasius.


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