Montag, 31. August 2015

Wahl des Lebensschutzes in den USA 2016. Oder: Rick & Bernie



Nach dem jüngsten Aussetzer von Hillary Clinton (wir haben das Thema ja schon einmal behandelt) fragt man sich natürlich, wie es mit anderen populären Kandidaten der Demokraten in Sachen "Lebensrecht" steht. Mit Barack Obama brauchen wir an dieser Stelle nicht wirklich anfangen.

Der derzeit auffallendste Kandidat ist Bernie Sanders. Sanders ist für die Politik gerade das, was Warren Buffet für die Wirtschaft ist: Der charismatische nette Opa, der sich durchsetzen kann. Positiv sind beispielsweise seine Bemühungen um das Elterngeld zu nennen, um einem finanziellen Einbruch vorzubeugen, wenn sich Mütter mehr Zeit für ihre Kinder nehmen müssen und deswegen eine berufliche Auszeit brauchen, denn Mütter sind die "primären Bezugspersonen der jungen Kinder". Eine Einschränkung davon wird wortwörtlich als " wirklicher Krieg gegen die Familie" bezeichnet.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite stehen bestimmte "Frauenrechtsinitiativen". Bot er auf der einen Seite die Möglichkeit an, mehr Zeit mit den Kleinkindern zu verbringen, ist er sowohl der Meinung, allen Eltern Kindertagesstätten ("pre-kindergarten") zu ermöglichen, als auch die Finanzierung von Planned Parenthood weiter auszubauen. Was er zu dem derzeitigen Skandal um Planned Parenthood meint, dürfte klar sein, wenn er die "anti-choice" -Haltung beklagt und den "Gesundheitsservice" der bekannten Abtreibungsinstitution hervorhebt.

[...] [Hillary] Clinton hat ebenfalls für die reproduktiven Rechte [sprich: Abtreibung] an vorderster Front gekämpft, aber ihr historisches Bekenntnis "sicher, legal und selten" hat nur dazu geführt, es zu stigmatisieren und berechtigte Konservative, rechtliche Einschränkungen aufzubürden. [...]

Dürfte dieser Mann also durchgehen, dürfte es erst so richtig rund gehen in Sachen Lebensrecht in den Vereinigten Staaten.


Bei den Republikanern dürfte der bekennende Katholik Rick Santorum, der sich vor allem für den Mittelstand einsetzt, zur besten Wahl gehören (Danald Trump kann man aus bekannten Gründen ganz bewusst ausschließen). Bei Santorum ist vor allem positiv zu bemerken, dass er sich ganz offen für das Lebensrecht einsetzt. Der Grund dafür liegt in der Familie selbst:

Rick und Karen Santorum haben einen ganz speziellen Platz in ihrem Herzen für Kinder mit speziellen Problemen. Ihre jüngste Tochter Bella wurde mit dem schwerwiegendem Gendeffekt Trisomie 18 geboren. Bella kann nicht laufen und reden wie die anderen Kinder der Santorums, aber ihre Möglichkeit, andere zu lieben, ist ihre größte Gabe. Seit Bellas Geburt wurde Ricks und Karens Engagement, jedes Leben - ob geboren oder ungeboren - zu schützen, gestützt und gestärkt. Sie wissen, dass jedes Leben wertvoll ist, egal welche physische oder geistige Einschränkungen jemand hat. Sie sind entschlossen, dafür zu kämpfen, dass unser Land sicher immer auf der Seite des Lebens steht. [...]


Neben dieser Entschlossenheit, die vielen Pro-Choicelern  eher ein Dorn im Auge sein dürfte, gibt es da noch andere Positionen, die ihm die Wahl schwer machen dürften. Er ist ein engagierter Kritiker der Klimawandel-Hysterie, das derzeit noch Obamas Zugpferd darstellt. Seine Kritik an Papst Franziskus, mit der jüngsten Enzyklika diese noch zu verstärken, brachte ihm zwar recht hohle, aber effiziente Minuspunkte ein (ein Wunder, dass der Papst derzeit so in Schutz genommen wird...). Außerdem ist er in der LGBT-Szene alles andere als beliebt und er denkt wirklich nicht daran, seine Positionen zu ändern. Und wir wissen ja, was man auch in den USA inzwischen von "homophoben" Politikern denkt.

Zwar ist Santorum in Sachen Lebensschutz und politischen Rückgrat (wieder mal) eindeutig vorne. Dass es in der politischen Wirklichkeit ganz anders sein wird und jemand anders das Bürgervertrauen abschöpft, dürfte aber leider ebenso deutlich sein.


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