Mittwoch, 26. August 2015

Warum wundert das mich jetzt nicht wirklich? Der Satanic Temple unterstützt Planned Parenthood.

Der Satanic Temple macht mal wieder von sich Reden, indem er eine Demonstration gegen die staatliche Finanzierung von Planned Parenthood mit provokanten Darstellungen wie Milch-Waterboarding oder der Bemerkung, Mutterschaft sei faschistoid, stört. Einerseits kann man das als weitere Provokation einer Gruppe von Personen auffassen, die um jeden Preis auffallen und ihre parodistische Vorstellung von totaler Freiheit durchsetzen wollen - ohne es voll und ganz zu tun. Eine "hohle Kultur" eben, wie ich es in einem älteren Beitrag schon einmal darstellte. Sozusagen die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters auf Chrystal Meth.

Einen gravierenden Punkt dürfte es jedoch geben, bei dem sich selbst die Pastafaristen scheuen dürften: Provozieren, bis es auch physisch weh tut und das auch außerhalb der Öffentlichkeit tun. Es dürfte bekannt sein, dass eine Person nur glaubwürdig sein kann, wenn sie sich auch außerhalb der Öffentlichkeit so verhält, wie sich vor den Augen aller verhalten würde. Bei einer reinen Protest"kultur" wäre damit schon ziemlich schnell Schluss - man denke beispielsweise an die "nützlichen Idioten" der Gegendemonstranten bei der Demo für Alle. Viel Krach machen, wenn aber um 16:00 Uhr Schluss ist, dann brav ins Kino gehen, wo man den unhinterfragten Schwangerschaftsabbruch des Hauptcharakters beklagt.

Bei dem Satanic Temple bleibt es aber nicht nur bei dieser Störung um der Störung Willen. Man versucht mit dem Argument der "Religionsfreiheit" einerseits eine natürliche Sache bis zur Absurdität zu führen, um sie indirekt immer weiter einschränken zu lassen. Gesehen hat man das in Oklahoma. Man wollte ein Denkmal für Satan aufstellen, am Ende ist das Denkmal für die Zehn Gebote abgeschafft worden. Eine ähnliche Aktion ist in der Behauptung zu erkennen, in der sie Mitglieder des Satanic Temple ein Recht auf Abtreibung fordern, da Abtreibung zu ihrem Kult und eine weitere Einschränkung des Schwangerschaftsabbruches ihre Religionsfreiheit einschränken würde. Da wundert es nicht, wenn sie Planned Parenthood auch aktiv unterstützen.

Weiterhin wundert es nicht, was schon der römische Chefexorzist Don Gabriele Amorth feststellte: Dass sich mit der Zeit  innerhalb dieser Zirkel eine regelrechte Kultur des Hasses entwickelt, da man Gott und seine Liebe als unterdrückerisch und als Symbol für das falsche spießbürgerliche Leben ablehnt. Die letzte Hürde dieser "Emanzipation" und "Befreiung" besteht darin, sich über das Leben der anderen zu stellen. Besonders in Italien sind es satanische Ritualmorde, bei denen dies als extremstes Beispiel zu Tage kommt. Wobei es nach Amorths Aussage selbst Neugeborene betreffen würde. Dass es nicht nur bei Italien verbleibt - wenn auch in nicht dem gleichem Ausmaß -, dürfte auch durch die Berichte diverser Konvertiten (höchst lesenswert!)bekannt sein. Wer da noch behauptet, Lebensrechtler seien schlimm, dürfte wahrscheinlich keine Ahnung von der ganzen Sache haben.


Sehen Sie, die Macht des Feindes ist immer die gleiche geblieben, der Teufel hat immer die selbe Macht. Was aber enorm zugenommen hat, ist etwas anderes, nämlich die Zahl der Türen, die sich seinem Eindringen geöffnet haben. 

Früher gab man sich weniger okkultistischen Praktiken hin als heute. Unter Okkultismus verstehe ich Magie, spiritistische Sitzungen, satanische Sekten usw. Früher, als man noch zur Kirche ging, betete und die Familie noch einträchtig und intakt waren, war die Situation anders... Sie sehen doch, wie die Gesellschaft aussieht. [...] Wo sind wir da gelandet! Bei Absurditäten, die zur Zeit meiner Jugend völlig undenkbar gewesen wären.

All dies - Magie, Okkultismus, Spiritismus - trägt dazu bei, die Eingangstüren zu öffnen. Sind die Türen einmal geöffnet, hat Satan freie Hand. Nicht dass er machtvoller wäre als früher, sondern dass er von seiner Macht frei Gebrauch machen kann. Denken Sie etwa an all die vielen Fällen von Personen, die sich dem Satan weihen!

Sie sind sehr zahlreich. Wie viele jener Zettel habe ich doch schon verbrannt [innerhalb einer exorzistischen Befreiung], auf denen Sätze geschrieben standen wie etwa diese: "Satan, du bist mein Gott, ich will Satan, ich will immer mit dir sein, ich verehre dich, ich bete dich an." Und dann: "Gib mir, gib mir, gib mir." Gib mir Reichtum, gib mir Vergnügen, gib mir Erfolg. Und der Teufel gibt es ihm und raubt ihm dafür die Seele. 

Gabriele Amorth, im Gespräch mit Marco Tosatti: "Memoiren eines Exorzisten". Christiana Verlag, 2014³



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