Mittwoch, 2. September 2015

Ein bisschen DaVinciesk 2

Man dürfte sich noch an das vergangene Posting gleichen Namens erinnern, in dem kurz die Skizze des Orgelgeschützes erwähnt wurde.

Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt ist diese Waffe im Original aus dem 17. Jahrhundert zu bestaunen - wobei erwähnt werden muss, dass der Büchsenmacher, auf den es zurückgeht, nicht von Leonardo da Vincis Skizzen gewusst hat, da diese über verschiedene Privatsammlungen in Spanien (Stichwort "Codex Atlanticus")und England eingelagert wurden und erst relativ spät an die Öffentlichkeit kamen. Auch muss erwähnt werden, dass die sogenannten "Orgel-" oder "Salvengeschütze" schon im Spätmittelalter im mitteleuropäischen Einflussgebiet vorkamen. Die auch als "Totenorgel" bezeichnete Waffe konnte sowohl in Schießscharten fest verankert als auch auf ein Fuhrwerk fixiert werden. Da mehrer gleichzeitig abgeschossene Kugeln die Möglichkeit hatten, sogar Holz zu zerfetzen, wurde diese Waffe primär bei Belagerungen eingesetzt, ansonsten eignete sie sich besonders gut zur Abschreckung von gegnerischen Truppenverbänden.

Von der Sache, dass der Drehmechanismus des Furhwerks, den da Vinci entworfen hat, den Rückstoß nicht genügend abfedern könnte, will ich an der Stelle mal ganz schweigen. Vom Nachbau sollte also wegen erhöhter Verletzungsgefahr dringends abgeraten werden.


Eine weitere Besonderheit des Landesmuseums stellt auch diese frühe Form des Revolvergewehres dar, daneben ein Doppelschussgewehr. Die natürlich nach Gebrauch wieder aufwendig geladen werden mussten, aber den Feind verwirrten, der generell nur einen Schuss pro Schütze erwartete, um sich anschließend auf den Nahkampf einzustellen.




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