Samstag, 24. Oktober 2015

Die DBK schon wieder... Oder: Wenn sich dabei St. Thomas Morus nicht im Grab umdreht!



Wenn es in Rom nicht so gut läuft, dann gibt es immer noch die eigene kleine Welt der deutschen Bistümer. Die Deutsche Bischofskonferenz hat nun ein "Infobroschüre" zum Thema "Gender katholisch gelesen" herausgegeben,  die einmal mehr zeigt, wie völlig uninformiert und naiv gerade diejenigen sind, die um jeden Preis eine eigene Reform voranbringen möchten.

Rudolf Voderhlzer, Bischof von Regensburg, hat dazu auf CNA eine lesenswerte Kritik abgegeben (gefunden via Beiboot Petri):


[...]
Zu Punkt 5: Der Flyer fordert eine Wertschätzung jedes Menschen unabhängig von der sexuellen Orientierung. Das Diskriminierungsverbot, das auch gegenüber Homosexuellen gilt, beinhaltet keine Wertschätzung einer homosexuellen Orientierung. Homosexualität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung. Obwohl die Ziffer vom christlichen Menschenbild sprechen will, verliert sie kein Wort darüber, dass Sexualität auf die Weitergabe des Lebens hin angelegt ist. Ehe und Familie kommen im ganzen Flyer nicht vor. Insofern ist er schon selbst ein Dokument des Gender-Mainstreaming in der Kirche.

Zu Punkt 6: 2 Kor 12,9 auf die Schwächen des Mannes hin zu interpretieren, ist kühn, auch ein Dokument des Gender-Mainstreaming in der Exegese. Hier wird eine gnadentheologische Aussage für eine bestimmte gesellschaftspolitische These verzweckt. Dass Thomas Morus auch noch erwähnt wird, ist ja schön. Aber leider findet sich kein Wort darüber, dass er den Märtyrertod in Kauf nahm, weil er gegenüber Heinrich VIII. die kirchliche Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe verteidigte. [...]


Kommentare:

  1. Zum Glück pfuschen Voderholzer und sein Gott (der er selber ist), in MEIN Leben nicht hinein.
    Mir tut es aber ehrlich leid für die entsprechenden Opfer.

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    1. Schön für Sie. Die meisten Homosexuellen beachten das ja auch nicht weiter.

      Nur verstehe ich nicht wirklich, warum Sie scheinbar zwanghaft in Kommentarbereichen anderer Blogger zeigen müssen, dass es ihnen egal ist.

      Und ja, die Opfer der Fehlinformation tun mir auch Leid.

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    2. Hallo, es muß ja nicht "zwanghaft" sein, sondern einfach nur aus Mitgefühl und zur möglichsten Verhinderung weiteren einschlägigen Leides.
      Ich hatte auf katholisch.de Facebook versucht, von Sophia Kuby eine Antwort auf mein Anliegen zu bekommen, welches sich aus diesem meinem Schreiben ergab:

      "Sehr geehrte Frau Kuby, ich wende mich hier einmal direkt an Sie und würde mich über eine Antwort sehr freuen. Ich sage es Ihnen als selbst Betroffener: Es zerreißt mir das Herz, wenn ich miterleben muß, wie Menschen durch die von Ihnen aufgeführte Sexuallehre mit sich selbst entfremdet werden, mit allen möglichen Folgen des Leidens, seien es schwere psychosomatische oder psychotische Ausdrucksformen beim Einzelnen, sei es als Eintrag struktureller Gewalt in die psychosoziale Struktur. Man weiß längst, daß wir Menschen von Kindheit an auch sexuelle Wesen sind, auch Kleinkinder stimulieren sich gelegentlich sexuell selbst. Das muß insofern pädagogisch aufgegriffen werden, daß gegebenenfalls entängstigt wird, insbesondere mit Einsetzen der Pubertät oder etwa bei einer nichtheterosexuellen Entwicklung. Junge Menschen haben ihre jeweilige Art und Weise der Sexualität, katholische Sexuallehre, “Gottes Wille”, “Demo-für-alle” oder dergleichen hin oder her, diese Sexualität mit dem entsprechenden Gefühlsspektrum findet faktisch statt, hat immer stattgefunden, beim einen mehr und früher, beim anderen weniger und später, und es ist von größter Wichtigkeit, daß der jeweilige Mensch sich in dieser seiner Sexualität geborgen, wertgeschätzt und geliebt gefühlt weiß, das richtige Maß stellt sich dann ohnehin von selbst ein. Entzieht man diesen Rahmen seelischer Geborgenheit, findet diese faktisch vorhandene Sexualität in einem anderem Raum statt: Und zwar im Raum von Selbstverachtung, von Zynismus, von möglicher Maßlosigkeit, eventuell von Gewalt, von “Sünde”. Indem nun die Kirchenlehre den alleinigen Ausdruck menschlicher Sexualität in die Ehe von Mann und Frau verlegt, tut sie genau dieses: Sie entzieht dem potentiell immer sexuellen (jungen) Menschen diesen Rahmen innerer Geborgenheit. Es muß nachgerade als ein Verbrechen an der Menschlichkeit erkennbar werden, was hier in der Psyche der Betroffenen an unberechenbaren Wirkungen ausgelöst werden kann. Man darf also schlichtweg diese katholische Sexuallehre in der bisherigen Form nicht weiter verbreiten! Ich wäre sehr dankbar, würden Sie auf meine Anwürfe floskelfrei und im Einzelnen eingehen. Und nocheinmal: Sie haben es mit einem Betroffenen zu tun, der nach und nach herausfand, daß es andere entsprechend Betroffene bei Weitem nicht nur am katholischen Ordensgymnasium gab (ein Orden, für dessen “Sendboten” bezeichnenderweise Christa Meves ihre Kolummne beitrug), sondern daß die Folgen der beschriebenen menschlichen Entwicklungsstörungen über zahllose Generationen hinweg noch nicht annähernd absehbar sind, ja, ganz sicher auch in wesentlicher Verbindung stehen mit der vielfach blutigen Geschichte der Jahrhunderte. Ein Mensch, der wie beschrieben tiefgreifend mit sich selbst entfremdet ist, wird viel anfälliger für brutale Ideologien, die sich über das Mitgefühl mit dem einzelnen Menschen hinwegsetzen. Und es muß nicht die große Weltgeschichte sein: Was ist mit dem katholischen Familienvater, der – auf dem katholischen Dorf aufgewachsen und sozialisiert – als junger Mensch sein eigenes Innenleben als beängstigend und deprimierend erlebte und diese Angst und Deprimierung unterschwellig nun weiterleitet in Form von Gewalt gegen seine eigenen Kinder, seine eigene Frau? In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort und mit freundlichen Grüßen, P. F."

      Für eine konstruktive und von Empathie getragene Diskussion bin ich in dieser Sache im Prinzip dankbar, auch wenn mich das Thema aus naheliegenden Gründen nach wie vor seelisch belastet.

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    3. Und hier liegt das ganze Problem: Sexualität in diesem ausgeprägtem Sinne ist bei Kindern noch nicht wirklich vorhanden. Wenn dies dann noch mit "Geborgenheit" und "Selbstachtung" verwechselt wird, findet eine Reduzierung auf die Triebe selbst statt, was ebenfalls zu weitreichenden psychischen Schäden bei späteren Jugendlichen führt.

      Es gibt psychische Fehlentwicklungen bei Kindern, bei denen die Sexualität regelrecht verteufelt worden ist, das stimmt.
      Das ist aber auch bei der "Demo für Alle" offen gesagt worden, auch von Gabriele Kuby selbst. Was hier jedoch stattfindet beim Genderismus ist der Versuch, sogar Kinder als Schutzschilder oder Vorhut eigener irrationaler Vorstellungen zu machen, gegen die sich Kinder und auch Eltern gerade wegen des zunehmenden gesellschaftlichen Drucks nicht wirklich mehr wehren können und das gegenüber Erwachsenen, die sich ebenfalls vollkommen sicher sind, unanfechtbare Ansichten zu vertreten, denen andere unbedingt zu folgen haben. Und die auf jede sachliche Kritik gleich mit persönlicher Diskreditierung reagieren, was man ja auch so schön bei den Gegendemonstranten auf der "Demo für Alle" gesehen hat, bei der wirklich niemand weder in der Lage gewesen ist, die Inhalte der Demo wiederzugeben, noch mit sich diskutieren ließ.

      Was man ebenfalls bei Ihren Kommentaren ebenfalls stark merkt, die Sie auch bei Themen abgeben, die primär nichts mit Homosexualität zu tun haben, dort aber sofort mit diversen Anschuldigungen kommen, die sofort auf den scheinbaren Hauptgegner, die Kirche, losgehen, in E-mails (und auf ihrem Google+-Konto) dann auch Beschimpfungen gegen "Religioten" vom Stapel lassen, dann aber wieder den Unschuldigen und das Opfer spielen, wenn es um "konstruktive Diskussion" geht.

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  2. Jedoch nicht verschwiegen werden sollte, dass Gender Mainstreaming auch ein wenig ungesund für Frauen, Mütter und Kinder ist. Zum Beispiel das Negieren bedeutsamer und dem Mann überlegener weiblicher Eigenschaften mit der Folge, dass häufig der Body nur noch wichtig und die an sich höhere weibliche Depressionsneigung noch gesteigert werden. Vergessen der für Sprach- und Kognitiventwicklung wichtigen frühkindlichen Mutterbindung (infolge des frühen flüssigkeitsgekoppelten Hörens des Foeten im Mutterleib) mit der Folge von Sprach-, Lese- und Rechtschreibstörungen durch Fremdbetreuung.
    Probleme durch Cortisolausschüttung (gefährliches Stresshormon) und Schlafmangel mit entsprechendem Wachstumshormonmangel von Krippenkindern mit Hippocampusminderung (Lernmaschine des Gehirns).
    Erschreckende Zunahme von Depressionen auch bei Kindern und Jugendlichen.
    [siehe „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 (http://www.amazon.de/Vergewaltigung-menschlichen-Identität-Irrtümer-Gender-Ideologie/dp/3) und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-945818-01-5 (http://www.amazon.de/trifft-Frauen-Kinder-zuerst-Genderismus/dp/394581801X)

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  3. Man wünscht sich mehr Mut der Kirche, denn wissenschaftlich steht die Gender-Ideologie auf tönernen Füßen. Denn die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie begeht den fundamentalen Irrtum, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden deutlichen neurophysiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. fälschlicherweise zu behaupten, diese festgelegten Gegebenheiten um– bzw. dekonstruieren zu können.
    Außerdem wird die falsche Behauptung, Neugeborene kommen als "geschlechtlich unbeschriebenes Blatt" zur Welt, immer wieder ins Feld geführt (Im Gegenteil: z. B kontrollierte geschlechtsspezifische Reduktion von Neuronen während der letzten 10 Schwangerschaftswochen; Schaltkreisveränderungen bezüglich Wachstumshormonausschüttung im männlichen Foet usw.)
    [Einzelheiten bezüglich unüberbrückbarer, prägender Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, 2014, ISBN 978-3-9814303-9-4 nachzulesen] (http://www.amazon.de/Vergewaltigung-menschlichen-Identität-Irrtümer-Gender-Ideologie/dp/3)

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