Donnerstag, 3. Dezember 2015

Satirische Wochenschau

Während es derzeit im Osten ordentlich weiterkracht und man jetzt erst merkt, wie doof man sich eigentlich unvorbereitet vorbereitet hat, sind diese Woche weit wichtigere Dinge in der Gesellschaft zu vermerken.
Ach ja, und ich habe Grippe, mir ist langweilig und es kam noch keine neue South Park-Episode raus.

Dieser Artikel ist der heute-Show gewidmet - einer öffentlich-rechtlichen Satire-Sendung - nein, jetzt noch nicht lachen -, die versucht, witzig zu sein und uns zeigt, dass es inzwischen keinen Unterschied mehr gibt zwischen Gesellschafts-Satire und der Satire-Gesellschaft. Und die uns zeigt, dass es vollkommen okay ist, auf andere loszugehen, die nicht der eigenen Meinung sind.


- Im Streit um die Besetzung und Umfunktionierung der Stuttgarter Oper während der "Demo für Alle" und der daraus resultierenden Frage um die Neutralität öffentlicher Einrichtungen (und der Frage, wie viel vom Steuergeld für das offensichtliche Riesentransparent verwendet wurde) ist man sich einig, dass nichts passiert, die CDU doof ist und es sich in Wirklichkeit bei der "Demo für Alle" um einen Pegida-Ableger handelt.

[...] [Manfred] Kern [Grünen-Abgeordneter] sieht in der Versammlung in Stuttgarts Guter Stube Symbolik: „Dass die Demo für alle vor das Opernhaus zieht, ist kein Zufall“, sagt er. Es gebe Parallelen zur rechtspopulistischen Pegida, die vor die Dresdner Semperoper ziehe. [...]

Außerdem wurde bekanntgegeben, dass demnächst bei der Bekämpfung schädlicher Symbole und Verschwörungen eine Expertenkommission um Dan Brown eingerichtet wird. Deren erste Amtshandlung besteht darin, die Stuttgarter Antifa nach Asien zu schicken, um sogenannte "Glückssymbole" zu bekämpfen.


- Die JUSOS fordern "mehr Sonderrechte für Trans*menschen". Abgesehen von der Sache, dass man sich fragt, ob es nicht eher "Trans*gender" heißen und "Trans*menschen" eher auf andere Richtungen beziehen sollte, kommt es zu einem weitaus größeren Problem:

[...] Künftig solle jeder Bürger entscheiden können, welches Geschlecht er annehmen wolle. Auch mit Kritik an der eigenen Partei sparten die Jusos nicht.

So wird problematisiert, daß die innerparteiliche Frauenquote zum Problem werden könne, wenn eine Frau ihr Geschlecht ändere. „Trans*gender, deren Identität weder explizit männlich noch weiblich ist, werden von der Quote faktisch nicht erfaßt“, beklagte der Verband.
[...]

Seien wir doch ehrlich: Die Trans*rechte sind wie wir alle wissen in Wirklichkeit von den Konservativen heimlich eingebracht worden. Um natürlich die Frauenquote zu unterwandern, das sieht man doch inzwischen ganz deutlich!


- Die DBK kann ihre "gemeinsame Homepage" nicht mehr unter Kontrolle halten. Hat sie zwar nie gekonnt und man fragt sich bis heute gelegentlich, was gelegentlich in dieser Mischung aus großer Internetpräsenz und national-regionalen Kirchenblatt für Zeugs geraucht Schriften  konsumiert werden. Lustigerweise ändert das nichts an der Tatsache, dass man bei der Weigerung, weiterhin Kirchensteuer (mit denen das übrigens finanziert wird) zu zahlen, aus der Kirche ausgeschlossen wird. 


- Im US-amerikanischen San Bernardino werden bei einem Angriff auf eine Sozialeinrichtung 14 Menschen getötet. Liberale regen sich auf, dass man für die Opfer betet. 
Hatte wir schon nach den Terroranschlägen in Paris, als gegen den in sozialen Netzwerken berühmten Slogan "Pray for Paris" die Gegeninitiative "Don´t pray for Paris" entstand, wo neben sozialen Trostpflastern vor allem auf die Lebensfreude wie Champagner, Tanz und Liebe Wert gelegt wird. Das hatten die Besucher des Metal-Konzerts im Bataclan-Theater auch. Nur gebracht hat es halt nichts. 


- Kurz nach dem Amoklauf des Colorado Shooters, der sich in einem Ableger von Planned Parenthood verschanz und drei Menschen getötet hat, lässt die dortige Präsidentin vermelden:

Vicki Cowart, president of Planned Parenthood of the Rocky Mountains, went beyond an inference, saying the shooter “was motivated by opposition to safe and legal abortion.” [Attorney General Loretta] Lynch, who called the “unconscionable attack” a “crime against women receiving health care services,” pledged the full resources of her office for the investigation.

Von deutschen Medien wird das anders als in den USA sofort übernommen und nicht weiter überprüft, obwohl derzeit mehr Fragen vorliegen als Antworten. Beispielsweise ist bekannt, dass der Täter, Robert Lewis Dear, psychisch instabil war. 
Er ist zwar gläubiger Christ und gegen Abtreibung, machte sich aber nicht aus seinem Handeln gegen die Gebote der Bibel sowie Ehebruch, Körperverletzung und Tierquälerei. Soziale Kontakte - auch zu Lebensrechtgruppen - unterhielt der zurückgezogene Einsiedler, der ohne Strom und fließend Wasser lebte, keine. Bei Nachbarn galt er als verrückt und gefährlich zugleich mit einem starken Hang zur Paranoia, die den Beamten bei seiner Festnahme entgegen schlug - und aus denen Mrs. Cowart den Beweis herausgehört haben will, dass er wegen "Babyteile" aufgeregt sei. Die Beamten sind sich in der Hinsicht noch immer nicht einig, doch für Planned Parenthood bietet es derzeit die einzigartige Möglichkeit, nach den Skandal-Videos, die Lebensschützer heimlich aufnahmen, wieder zurückzuschlagen. Und da greift man ordentlich zu.

Dass es sich bei einem der Toten um einen Polizist gehandelt hat, der selbst evangelikaler Pastor und Pro Life-Aktivist war und sein Leben hingegeben hat, um das PP-Personal zu schützen - dazu wird von der Einrichtung nichts gesagt. Warum auch, er hat sich ja auch nicht positiv zu Planned Parenthood geäußert - und wofür bezahlen wir Polizisten überhaupt, wenn nicht von Irren abgeknallt zu werden?


Allen Lesern, die sich heute Nacht noch durch diese Ansammlung von Irrsinnigkeiten gequält haben gebe Gott einen gesegneten und ruhigen Schlaf.

Für all diejenigen, die für das verantwortlich sind:
Herr, lass Hirn regnen...



Und für all diejenigen, die noch immer nicht einschlafen können, gibt es eine Gutenachtgeschichte.



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