Dienstag, 30. Juni 2015

Sehr geehrter Dr. Müller!



Ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Heterosexualität soll nicht als Norm gelten. Wir leben schließlich in einem kalten, nihilistischen Universum, das aus dem Nichts kam und in das Nichts verschwinden wird, um weiter aus dem Nichts zu kommen und wieder ins Nichts zu verschwinden. Darin irgendwelche "Normen" oder "objektive Moral" und "Naturrecht" zu vermuten, finde ich persönlich vollkommen inakzeptabel und begrüße daher eine weitere Öffnung der Kirche in diese Richtung.

Sie geben mir außerdem recht in einem neuen, noch fortschrittlicheren Projekt, das bald die ganze Gesellschaft erfassen wird: Der Öffnung der Eckenhaftigkeit auch für Kreise.

Es ist gesellschaftlich inzwischen vollkommen untragbar geworden, dass nur geometrischen Objekten mit Ecken das Ansehen zukommt, Ecken zu besitzen, während andere, wie der Kreis und die endlose Gerade als "Objekt ohne Ecken" völlig leer ausgehen. Es handelt sich dabei um eine eindeutige Diskriminierung, da dem Kreis als ebenfalls "gleichberechtigte" (welch Verhöhnung der Wirklichkeit!) geometrische Figur dieses Recht schon im Vorhinein abgesprochen wird.

Außerdem handelt es sich bei der Eckennormativität um das Konstrukt einer patriarchalischen Mathematikergesellschaft, die aus elitären alten Herren besteht, die um jeden Preis (auch um den der geometrischen Selbstverwirklichung!) ihre Posten behalten und ihre kognitive Macht über die Zeichenbretter weiter ausbauen wollen. Dieses mathematistische Gedankengut, das charakterlich große Ähnlichkeiten zum Faschismus aufweist, kann nicht länger von einer offenen, toleranten und vor allem demokratischen Gesellschaft geduldet werden.

Dass diese Wirklichkeit erst im sexuell-biologischen Bereich erschlossen wird, um sich auch bald den Weg in Klassen voller völlig indoktrinierter Kinder zu bahnen, kann man bald auch Ihnen als besonderen Verdienst zurechnen.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. Mabuse Richelieu88

[Satire aus]


#Tolerance

Die ganze Welt flippt wieder mal aus. Denn Arnold Schwarzenegger hat sein Profilbild auf Facebook regenbogenfarben gefärbt. Was seit der Legalisierung der Homo-Ehe eigentlich schon tausende getan haben, aber es nur einen Prominenten braucht, damit andere überhaupt merken, wie cool Toleranz überhaupt ist.
Dann gibt es auch die etwas unschönen Seiten, die ebenfalls auf Facebook kursieren.


Ein Tor, wer (wieder mal) Böses denkt.

Es gibt aber auch etwas mehr aufmunternde Bilder auf Facebook. Zum Beispiel solche eines bestimmten Seligsprechungskandidaten aus New York, der schon vor fünfzig Jahren den bekannten "rational-irrationalen" Herdentrieb angeprangert hat.




Auch der Papst ist mit von der Partie. Was ja derzeit gerne totgeschwiegen wird.



Samstag, 27. Juni 2015

USA und "Homo-Ehe": Bald "aggressive Angriffe" gegen die Kirche als nächsten Schritt zur "Toleranz"?


Was in Baden-Württemberg in den letzten Wochen durchgepeitscht worden ist, dürfte in den USA als nächstes folgen - nur in umgekehrter Reihenfolge. Während man in Deutschland eher den Weg des "Antidiskriminierungs"-(Zwangs-)Kuschelkurses geht und dann erst mit der "Homo-Ehe" kommt, wird das wohl in Amerika erst noch folgen. Nur viel aggressiver, weil die "Tatsachen" bereits gemacht worden sind.
Der evangelikale Pastor Franklin Graham warnt ausdrücklich vor einer Verfolgung von Kritikern und Widerständlern, auch wenn sich noch deutliche Stimmen vieler, vor allem konservativer Politiker regen. In diesem Sinne sei es wichtig, sich an die Gebote des Herrn zu halten und sich nicht einschüchtern zu lassen, egal was kommen wird.

Aber auch bei den Katholiken bereitet man sich auf eine verschärfte Barrikadehaltung vor, die auf eine noch deutlichere Verkündigung und eine mögliche engere Zusammenarbeit auch mit anderen Konfessionen abzielt, um letztendlich eine mögliche gesellschaftlichen Wende herbeiführen zu können.

[...] 5. Die "Neuen Normalen" werden die Katholische Kirche nicht in Ruhe lassen. Wie auch andere, die diese Ideologie der Neuen Normalität des Anything Goes in Frage stellen, wird auch die Katholische Kirche aggressiv angegriffen, weil sie es wagt, in Opposition zu dieser Ideologie zu stehen. Deshalb muss die Kirche lernen - und zwar schnell - wie man sich gut verteidigt, um das Recht unserer Bürger und Institutionen in Schutz zu nehmen, sie selbst zu sein - das wird Amerika (/der amerikanischen Gesellschaft) schließlich einen Dienst erweisen. (Eine gute Verweis zu diesen Fragen bietet der derzeitige Pastoralbrief von Kardinal Donald Wuerl von Washington, Being Catholic Today: Catholic Identity in an Age of Challange

6. Die Antwort auf die Neue Normalität - und die Diktatur des Relativismus der Neuen Normalität wird versuchen, Druck auf die Universitäten und auszuüben (ohne auf größeren Widerstand zu treffen), auf traditionelle religiöse Gemeinschaften (bisher weniger erfolgreich) und auf Individuen (durch verwerfliches, aber effektives Mobben und Schikanieren)- ist die Rückführung der Vereinigten Staaten zum richtigen Vernunftsgebrauch, moralischer Wahrheit und der biblischen Weise, die Welt zu sehen. Dies ist ein Projekt, das sich auf mehrere Generationen erstreckt. Es wird notwendigerweise ökumensich und interreligiös sein. Vom katholischen Standpunkt aus ist die einzige mögliche Antwort auf die Neue Normalität ein evangelischer
[d.h. am Evangelium orientierter] Katholizimus: Einer, der wahres Glück in das solidarische Leben mit anderen bringt; einer der dieses Glück und diese Solidarität zur Freundschaft mit Jesus Christus und den Wahrheiten führt, die Seine Kirche lehrt, um andere einzuladen, "einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt" (1 Kor 12,31) kennenzulernen.

7. Und das bedeutet eine gründliche Katechese der Katholiken der Vereinigten Staaten, nicht zuletzt durch Verkündigung. Eine aufrichtige Verkündigung, die es mit der oft so typischen Verachtung der "Neuen Normalen" aufnehmen kann; eine Verkündigung zur engeren Freundschaft mit Christus führt, was eine tiefere Durchdringung mit seiner Wahrheit bedeutet.


Menno, Menno, Menno, MENNO!!!

Ein ganz spontaner Aussetzer

Da macht man einen ganz neues Blog auf, das man unbedingt auf Katechese, Technik und Bildersammlungen spezialisieren wollte. Aber über was berichtet man die ganze Zeit?!

Über so´n Sch***!!!



Freitag, 26. Juni 2015

USA: Rassismus, Waffenrecht und jetzt auch die "Homo-Ehe"



[...] In einer weitreichenden Entscheidung hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten verkündet, dass gleichgeschlechtliche "Ehe" ein konstitutionelles Recht ist und dass die Bundesstaaten gleichgeschelchtliche Partnerschaften, die in anderen Staaten geschlossen wurden, anerkennen müssen.

Bei einem Verhältnis von 5/4 hat das Gericht am 26. Juni entschieden, dass die Bundesstaaten gleichgeschlechtliche "Ehen" zum 14. Zusatzartikel rechnen und solche Partnerschaften, die in anderen Staaten geschlossen wurden, anerkennen müssen.
[...]
Quelle

Kleiner Exkurs: Beim 14. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten handelt es sich um die sogenannte Gleichbehandlungsklausel, die im Amerikanischen Bürgerkrieg beschlossen worden ist und ursprünglich die Gleichberechtigung von US-amerikanischen Bürgern und afro-amerikanischen Sklaven behandelte mit dem Beschluss, dass ihnen ebenfalls die gleichen Rechte zustehen müssen. Dabei handelt es sich um eine Anerkennung des universalen Menschenrechts, das nicht durch den jeweiligen Status oder Rasse eingeschränkt werden könne.

Leider ist mit diesem Zusatzartikel mehrmals Schindluder im Sinne einer "Gleichmacherklausel für alles" bei scheinbaren oder nur imaginierten "Ungleichbehandlungen" getrieben worden. Wie 1994 als man in Kalifornien freie (durch Steuergelder finanzierte) Bürgerdienste auch auf illegale Einwanderer ausweiten wollte ("Proposition 187") oder 1999 als man ebenfalls in Kalifornien eine eindeutige "Diskriminierung" feststellte, weil der Bundesstaat im Gegensatz zu anderen Neuankömmlingen für ein Jahr (!) Wohlfahrten zusprach, die sie auch in ihren ursprünglichen Bundesstaaten bekommen haben ("Saenz vs. Roe"). Oder der Fall U.S. vs. Yonkers(1986), in dem der New Yorker Stadtteil dazu gezwungen wurde, mehr öffentliche Einrichtungen zu bauen, besonders im Hinblick auf Unterkünfte und Bildung, da dort nach Meinung des Gerichtes eine scheinbare "Rassendiskriminierung" stattfand . Heute gehört das dortige Schulsystem zu den schlechtesten in den ganzen Vereinigten Staaten. Der folgende Bürgermeister Nicholas C. Wasicsko konnte eine finanzielle Katastrophe, sowie eine weitere Balkanisierung gerade noch so verhindern. (Quelle: Thomas E. Woods, "The Political Incorrect Guide to American History". p. 84, 89, 91)

Man dürfte sich an dieser Stelle an die Sache mit dem 2. Zusatzartikel der Verfassung erinnert fühlen.
Jepp, genau der, der eigentlich für die Organisation einer (allgemeinen, aber selbstverwaltenden) Bürgerwehr gedacht war und heute als Lizenz für das Horten von Waffen aus Jux und Tollerei herhalten darf.
Nun sind es eben keine Waffensammlungen mehr, sondern wieder einmal das Begehren eine Lobbygruppe, mehr öffentliche Anerkennung zu bekommen (ein Tor, wer jetzt Böses denkt). In einer Erklärung, die die bisherige Definition von Ehe einfach über Bord wirft.

[...] Die Befürworter einer Ehe als Einheit eines Mannes und einer Frau argumentierten, dass das Wesen der Ehe in der Hervorbringung von Kindern liegt und daher nicht umdefiniert werden kann. Einige waren ebenfalls der Meinung, dass dieses Problem den Bürgern und den Bundesstaaten überlassen werden soll und nicht dem Gerichtshof, wenn solch eine Meinungsverschiedenheit bestehe.

Die Befürworter der "Homo-Ehe" beanspruchen ein fundamentales Recht, zu heiraten, wen immer man liebt, und sagen, dass die Unfähigkeit, den Begriff der Ehe zu redefinieren, zu deren Entwertung führe. [...]


Ich frage mich inzwischen wirklich nicht mehr, wie viele Male sich Thomas Jefferson bereits in seinem Grab umgedreht hat.


P.S.: Die Frage, warum man angesichts solch hohler Definitionen von Ehe nicht eines Tages auch bei uns legal sein Lieblingskissen heiraten dürfte konnte mir noch immer niemand beantworten. :-I Schade. 


Donnerstag, 25. Juni 2015

Griechisch sollte man schon können. Die Don Bosco-Edition.

Es ist irgendwie schon witzig, wenn jemand von einer Sache wirklich  keine Ahnung hat. Noch witziger ist es jedoch, wenn betreffende Person so tut, als hätte sie.


[...] Das Königreich Sardinien-Piemont mit seiner kirchenfeindlich-freimaurerischen Staatsdoktrin bereitete dem piemontesischen Heiligen große Schwierigkeiten. Als die staatliche Verfolgung endlich nachließ, begann jene der Waldenser, die sich ganz in den Dienst des neuen Königreiches gestellt hatten. Sie entfalteten eine rege Propagandatätigkeit in Turin, mit der sie Don Bosco angriffen und in der Öffentlichkeit zu diskreditieren suchten. Schließlich forderten sie ihn selbstsicher zu theologischen Disputen heraus. Alle Waldenserführer Turins traten gegen den Heiligen auf, unterlagen jedoch. Schließlich boten sie den bekanntesten ihrer Pastoren, Jean Pierre Meille aus dem okzitanischen Luzerna e San Jan in Piemont.

Sieben Stunden dauerte das Streitgespräch in Valdocco, bis es mit einer komischen Szene endete. Don Bosco hatte es mit der Vernunft, mit der Geschichte und mit der lateinischen Heiligen Schrift versucht. Doch Meille wollte sich nicht geschlagen geben und meinte schließlich, daß die lateinische Bibel nicht genüge, man müsse den griechischen Text heranziehen. Don Bosco stand auf, ging zum Bücherschrank, holte eine griechische Bibel und legte sie dem Waldenserpastor hin mit den Worten: „Hier, mein Herr, der griechische Text. Schlagen Sie ruhig nach, Sie werden feststellen, daß er vollkommen mit dem lateinischen Text übereinstimmt.“ Meille hatte geblufft, um sich nicht geschlagen geben zu müssen. Er verfügte über keinerlei Griechisch-Kenntnisse, weshalb er das Buch seitenverkehrt zu Hand nahm und darin blätterte. Als Don Bosco es ihm umdrehte, war er bloßgestellt, bekam einen hochroten Kopf, sprang auf und stürmte aus dem Saal. Das Streitgespräch war beendet. [...]


Stellt die Flak wieder auf!

[...] Polen bildet in Europa noch einen weitgehend weißen Fleck auf der Landkarte der Abtreiber. Geht es nach den Abtreibungslobbyisten soll sich das ändern, und zwar so schnell wie möglich. Die neueste Aktion der Tötungsaktionisten kommt „vom Himmel“. Am Samstag, den 27. Juni wird in Deutschland eine „Abtreibungsdrohne“ aufsteigen.

In Frankfurt an der Oder wird die „Abtreibungsdrohne“ abheben, um über die Grenze nach Polen zu fliegen. Über polnischem Staatsgebiet soll die Drohne Packungen mit Abtreibungspillen abwerfen, die von Helfershelfern eingesammelt und an „bedürftige“ Frauen verteilt werden sollen. Der „Todesflug“ wird in der Nähe der polnischen Stadt Slubice, dem polnischen Pendant zum deutschen Frankfurt an der Oder enden. Frankfurt und die ehemalige Dammvorstadt, wie bis 1945 der jenseits der Oder gelegene Stadtteil Frankfurts hieß, liegen zu beiden Seiten der Oder.
[...]

[...] Polen ist kein zufälliges Ziel. Die Abtreibungsorganisationen stört die „restriktive“ Gesetzgebung, die seit 1993 in diesem Land gilt. Die Tötung des ungeborenen Kindes ist nur bei Vergewaltigung, Inzest, bei einer schweren gesundheitlichen Schädigung des Kindes oder bei Lebensgefahr für die Mutter erlaubt. Sollte mit der „Abtreibungsdrohne“ erfolgreich der Abwurf der Tötungspillen gelingen, werde die Aktion in Irland wiederholt, so Gomberts. Irland ist eine der anderen wenigen Ausnahmen in Europa, wo das Lebensrecht noch Vorrang vor dem Tötungsrecht hat. [...] 

Ihr wisst, wie ich dazu stehe.



Und es ist wahrscheinlich sogar ganz legal :3

[...] Dürfen illegale Drohnen abgeschossen werden?

Personen, deren Rechte durch illegal fliegende oder filmende Drohnen verletzt werden, dürfen sich selbstverständlich wehren. Ähnlich wie bei der Notwehr gegen Menschen erlaubt das Gesetz bei der so genannten Selbsthilfe, Sachen, von denen eine Gefahr ausgeht, zu beschädigen oder gar zu zerstören. Knipst also ein allzu neugieriger Nachbar ungefragt Sie, Ihre Familie oder private Teile Ihres Grundstücks, ist es Ihnen daher gesetzlich gestattet, seine Drohne vom Himmel holen oder anders unschädlich zu machen. [...]

Die ein oder anderen Einschränkungen... Das dürfte den Polen und Iren sicher eh egal sein bei einer Invasion aus Deutschland und Großbritannien.


Dienstag, 23. Juni 2015

Chesterton und die einzige legale Affäre

Kleine Ergänzung zum vorhergehenden Posting.



“Let your religion be less of a theory and more of a love affair.”


"Lass deinen Glauben weniger eine Theorie und mehr eine Liebesaffäre sein."


Anstrengung ist eben nötig...

... wir bleiben ja auch nicht weiter im Bett liegen, wenn wir mit der Freundin eigentlich einen Abend im Kino verbringen möchten. Man muss noch die Karten vorbestellen, nach der besten Fahrroute suchen, nachsehen, ob es vielleicht irgendwelche Komplikationen (Wetter, diverse Anrufe) gibt, sich rasieren und frisch machen und - o lá lá - habt ihr schon einmal die Schlange vor dem Popcorn-Stand gesehen?!



Montag, 22. Juni 2015

Grün-Rot und die LSBTTIQ: Wir haben es die ganze Zeit schon gesagt



Einen Tag nach der Rekorddemo geht das schwäbische Hütchenspiel weiter. Der Teletext des Senders SWR (Seite 116, Zeit:11:07 Uhr) berichtet:

Stuttgart 
Grün-Rot: Zusammenarbeit mit LSBTTIQ

Im Kampf gegen die Diskriminierung sexueller Minderheiten stellt die Landesregierung heute eine weitere Weiche.

Beim Empfang zum Christopher Street Day in Stuttgart will sie eine Zelvereinbarung mit dem Netzwerk LSBTTIQ unterzeichnen, mit der Grün-Rot Zusammenarbeit und Dialog auch über die laufende Legislaturperiode hinaus zusichert.

Am Dienstag hatte das Kabinett den Aktionsplan "Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg" beschlossen. Dagegen gingen am Sonntag rund 4.000 Menschen in Stuttgart auf die Straße.


Erinnern wir uns: Schon auf der zweiten Demo wurde immer wieder auf eine einseitige Zusammenarbeit der Landesregierung mit LSBT-Gruppen hingewiesen worden, während andere , wie eben die "Demo für Alle" schlichtweg ignoriert wurde.

Der Arbeitskreis LSBTTIQ wurde, wie man von offizieller Seite angibt, 2014 "Parallel zum landesweiten Aktionsplan "Für Akzeptanz & gleiche Rechte. Baden-Württemberg"" in Stuttgart "konstituiert". Nach außen hin gibt man sich freundlich, bieder und aufklärerisch. Wer bei der "Demo für Alle" am gestrigen Tag teilgenommen hat, weiß, dass diese Stimmung schnell kippen kann, wenn man anderer Meinung ist. Und mit dieser Gruppe, die selbst vor Diffamierungen, Pöbeleien und Lüge nicht zurückschreckt, soll nun die Landesregierung zusammenarbeiten - und zwar über die derzeitige grün-rote Regierung hinaus.

Und nicht nur das: Der Kurs "Akzeptanz" und nicht etwa "Toleranz", wie man anfangs gefordert hatte, wird ganz lauwarm beibehalten. Die Salamitaktik von Grün-Rot dürfte ersichtlich sein.
Anfangs gab man nur wenig Einblick in die wirklichen Pläne. Sollte man "aus Versehen" über das Ziel hinausschieße, ruderte man einfach zurück und tat so, als würde es sich um ein Missverständnis oder eine böswillige Unterstellung handeln. Ging es anfangs noch um "Akzeptanz sexueller Minderheiten", erweiterte man nach der zweiten "Demo für Alle" plötzlich das Ganze um Ausländer und Behinderte - nachdem man auf der Demo eben auf das Fehlen dieser Minderheiten und den Vorzug "sexueller Minderheiten" hingewiesen hat. Ohne dass man sich auch nur weiter um diesen Bereich gekümmert hat. Trotzdem macht man den Eindruck, als habe man das die ganze Zeit im Sinne gehabt.

Zeitgleich wurde nun auch ein Aktionsplan für Akzeptanz vorgestellt, der für Behörden und Pflegekräfte bestimmt ist. Ob es wirklich zeitgleich zum Bildungsplan selbst geschieht oder es sich eben nur um eine verschützende Aktion handelt, um den Plan im neuen Kontext einer landesweiten "Toleranzaktion" (in Wirklichkeit geht es um Akzeptanz!) durchzubringen, bleibt weiter offen. Und zwar ausgerechnet jetzt, wo schon die fünfte Demo stattgefunden hat, die wie von Anfang an als sonderbare Randerscheinung präsentiert wird.
Die jetzt beschlossene engere Zusammenarbeit mit LSBTTIQ bewahrheitet eigentlich das, was die ganze Zeit schon auf der Demo gesagt worden ist: Es handelt sich weniger um eine harmlose Werbung um Toleranz als um einen "Marsch durch die Institutionen", der hier gerade ohne Wissen der Bürger durchgepeitscht wird.


[EDIT: Der Text dazu wurde jetzt auch auf die  SWR-Homepage gestellt. Darin heißt es:
[...] Die Landesregierung verpflichtet sich, das LSBTTIQ-Netzwerk regelmäßig zu unterstützen. Gemeinsam suche man den Dialog mit Parteien, Kirchen, Verbänden und Akteuren aus Sport, Kultur und Wissenschaft und setze sich für die Anerkennung und Gleichstellung sexueller Minderheiten ein. Der Vertrag kann mit einer Frist von einem Jahr gekündigt werden. [...] ]


Samstag, 20. Juni 2015

"Liebe ist für ALLE da!" Oder: Ich heirate mein Kissen.

Warnung an den geneigten Leser: Das folgende Posting enthält teilweise verstörende Details. Im Video kommen leider nur unzureichend zensierte Bilder vor. Klicken Sie keinen der Linksverweise an, wenn Sie glauben, es könnte Ihnen im Folgenden übel werden. Wenn es Ihnen nur auf die begriffliche Problematik ankommt, beginnen Sie bitte mit der Lektüre ab der Passage unter dem Video. 
Außerdem wird im Laufe dieses Postings geklärt, warum betreffender Blogger ungewohnt negativ auf den Begriff "Otaku" reagiert (vgl. Warnhinweis rechtes Blogroll ganz unten). 

Lesen Sie also dieses Posting durch und erwähnen Sie es nie wieder.
Die Selbstzensur


Bleiben wir beim Thema und legen noch eins drauf zum Thema "Ehe für Alle" - und ich meine damit: für wirklich ALLE.

Es gibt Leute, die eine Ehe nur vollziehen wollen, um sich - wie ich persönlich denke - letztendlich eine Art öffentliche Selbstbestätigung zu verschaffen, dass auch wirklich etwas zwischen ihnen läuft und es auch wirklich Liebe ist. Zu diesem Thema sind schon einige Homosexuelle ordentlich ausgerastet, auch wenn man sie persönlich nicht damit meinte. Ich stelle nicht in Frage, dass es viele Fälle gibt, in denen es sich wirklich um Liebe handelt, diese aber eine andere Art als die der natürlichen geschlechtlichen Liebe ist. Wie die dieses 28-jährigen Südkoreaners, der wirklich alles für seine Liebe tut:

[...] Inzwischen sind die beiden schon seit sechs Jahren zusammen, und der verliebte junge Mann wollte die Verbindung nun legalisieren.

Deshalb kaufte er ein Brautkleid und flog mit seiner Angebeteten nach Japan, wo er ihr in einer Aufsehen erregenden Zeremonie das Ja-Wort gab.

Später gab er allerdings vor Journalisten zu, dass diese Hochzeit eher eine Publicity-Aktion sei, als ein echter Bund fürs Leben.

"Meine Liebe zu Fate ist ungebrochen, aber es wird mehr Zeit brauchen, über unsere Ehe nachzudenken."
[...] 


Um wen handelte es sich nur bei seiner offensichtlichen Freundin, dass beide in das benachbarte Japan reisen mussten, um sich ihre Liebe "legalisieren" zu lassen?

Richtig. Um sein Kissen. Das Photo von der Hochzeit gibt es hier, hier essen sie gemeinsam und hier sind sie in einem Freizeitpark.

Na ja, so behördlich offiziell wird das in Japan nicht wirklich anerkannt. Wie auch in anderen Ländern, wo diese "Vermählungen" passiert sind (die Meldungen über die Schlange, den Hunddie Katze und den Delphin fehlen leider). 
"Passiert", nicht "vorgenommen worden", ganz einfach aus dem Grund, weil es nicht legal ist. 

Und ich meine genau so "passiert", wie die Sache, die ich zufällig miterleben musste. Person A (Umstand: Bekannter) liebte fiktiven Charakter 08/15 - wie sehr fand ich erst später über weitere Bekannte heraus. Person B (Umstand: keine Ahnung) wollte diese Person A wirklich richtig böse ärgern und heiratete ihm Charakter 08/15 vor der Nase weg. Mit einem echten Standesbeamten C (übrigens ein Freund von B und ebenfalls keine Freund von A). Techtelmechtel wegen dieser Provokation gab es nicht, weil das ganze zufällig in einem Pub stattfand (ob Barkeeper D bestochen worden ist von B und C, ist bis heute nicht wirklich bekannt). Details dazu kann ich nicht wirklich nennen, da regelmäßig mein Hirn E beim Gedanken daran offline geht.

Warum also zufällig ein fiktiver/ unpersönlicher Charakter (davon persönlich noch schrägere Beispiele bei persönlichem Chat gefunden)? Doktor Allwissend hat da eine Theorie. Herr Doktor, bitte.



Dem lässt sich auch eine weitere Sache hinzufügen, die ich in diesen Fällen öfters beobachten konnte und die auch weitere Personen äußerten. 
In den meisten, wenn nicht in allen Fällen handelt es sich um eine Art allgemeine Begriffsverwirrung in Sachen "Liebe". Bedeutet "jemanden lieben" eigentlich allgemein, jemanden neutral gerne zu haben, jemanden wirklich umfassend in einer engeren Beziehung zu lieben (auch auf eine Ehe hin orientiert) oder etwas im übertragenen Sinne zu bevorzugen ("Ich liebe Erdbeer-Eis!"), wird dieser mehrdeutige Umstand in manchen Fällen nur noch auf zweiten Fall reduziert. Gefällt also jemandem ein bestimmtes Charakterdesign wirklich sehr (siehe Video), so ist man "irgendwie verliebt". Was dann passiert, wenn man irgendwie einen "attraktiveren" Charakter findet, dürfte bei dieser Otaku-Gattung offen für Diskussionen bleiben. Problem dabei ist, dass bestimmte Personen sich nicht über diese Differenzierung im Klaren zu sein scheinen, bzw. so etwas zum ersten Mal erleben und es unter den - inzwischen fast schon medial inflationären - Begriff "Liebe" einordnen. Beobachtungen und Bemerkungen dazu gibt es inzwischen leider mehr als genug.

Ein weiteres Problem tut sich in dieser Begriffbarkeit der Liebe auf: In vielen Fällen wird sie auf den Geschlechtsakt selbst reduziert (des weiteren versteht man dann nur noch den betreffenden Hormonausstoß darunter. Wenn also jemand bei "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" das Grinsen anfängt, wisst ihr wieso. Habe ich ebenfalls schon erlebt.), nicht auf das Universelle, was sich von Natur aus daraus ergibt, wie die weitere Sorge füreinander und besonders das, was bei der "Ehe für Alle" eben ausgeblendet wird: Die gemeinsamen Nachkommen, die aus dieser gemeinsamen Liebe als Frucht entspringen und sie weitertragen. 
Bei der Patchworkfamilie, die man mit dieser "Ehe für Alle" fordert, kommt dieses Kind erst über mehrere Umwege zustatte, meist über Leihmütter bzw. Samenspender, die "den Wunsch vom Kind" erfüllen sollen. Also irgendwie wieder eine Art Selbstbestätigung, meist für Leute mit genug Geld und diversen Kontakten. Wie man das dem Kind erklärt, bleibt offen.

Im Unterricht an der Schule wird das dann (was man auch beim Bildungsplan 2015 erwarten darf) als "Liebe wie jede andere auch" bezeichnet mit "netten Männern" die rein zufällig so freundlich sind und was von ihrem Saft abgeben (freies Zitat aus einem Unterrichtsmaterial aus NRW)- natürlich meist gegen Bezahlung, aber das dürfen die Kinder noch nicht wissen. Weil es sonst ihre schöne grün-rot-rosane Welt erschüttern könnte, da das böse Geld eigentlich nichts in der Liebe zu suchen hat. 
Und weil es irgendwie nicht "tolerant" wäre, so offen darüber zu sprechen. 

Ob dies auch bei obigen Beispieln zutreffen würde,... na ja.
Dürfte weiterhin offen bleiben.


Zwei Portraits

Sieht irgendwie stark aus: Vor Kurzem wurde eine verschollen geglaubte Büste Papst Pauls V. von Lorenzo Bernini gefunden. Rom-Touristen dürfte der Name bekannt sein, denn er ist deutlich über mehreren Türpforten der Engelsburg eingemeißelt.


Sieht irgendwie weniger stark aus: Martin Luther als Junker Jörg von Lucas Cranach dem Älteren.
Angeblich. Das wird zur Zeit nämlich in Frage gestellt.




Skizzenbuch 2

Inspiriert von Leonardo da VinciSalvador Dalí und einem Bioshock-Logo.


Eigentlich sollte es ja Alexander von Humboldt werden, heraus kam ein Veteran aus der Zeit der Befreiungskriege. Und diese Phantasie-Stadtansicht.



Donnerstag, 18. Juni 2015

JF-Spot: "Gender mich nicht!"




Liturgik des Grauens 1: Der Babadook in Freiburg?



"Wer das hier liest, schau hin und guck / wird ihn nicht mehr los, den Babadook." 

Moderne Kunst hat mir immer schon Albträume bereitet. Damals im Schlossgarten in Angelbachtal bei Sinsheim waren es die bizarre Skulpturen von Jürgen Goertz gewesen, die Kinder regelrecht traumatisieren konnten. In Freiburg/Breisgau war es das "Kruzifix" in der Universitätskirche. Nachdem ich dann vor ein paar Wochen im Kino den Horrorfilm "Der Babadook" gesehen habe, weiß ich ganz genau, woran das lag...



Mittwoch, 17. Juni 2015

Befehl von Oben: "Aktionsplan" und "Handreichungen" für Baden-Württemberg



Es dürfte generell nicht mehr verwundern, dass eine Partei wie Die Grünen, die öffentlich ständig Transparenz und selbstbestimmte Bürger fordert und sich darin in einer Vorreiterrolle präsentiert, heimlich verbindliche Aktionspläne und Handreichungen durchpeitscht, weil man scheinbar der eigenen Bevölkerung keinen sinnvollen und menschlichen Umgang mit "Minderheiten" zutraut.

Wobei es sich bei diesen Minderheiten in erster Linie nicht um religiöse oder ethnische Minderheiten wie den Juden handelt (die übrigens in der letzen Zeit auch in Deutschland immer mehr Anfeindungen erleben) oder um Behinderte, die ebenfalls häufig mit Vorurteilen und Distanzierungen betroffen sind. Worin das derzeit weitverbreitetste darin besteht, dass man sie am besten noch vor ihrer Geburt abtreiben sollte - unter anderem zu ihrem eigenen Wohl, das sie selbst nicht mehr miterleben dürfen. Nein, bei diesen Minderheiten handelt es sich primär um "sexuelle Minderheiten" und deren "Akzeptanz" - nicht nur "Toleranz".

Was natürlich wieder für Probleme sorgt, denn links-liberale Parteien wie Bündnis 90/Grüne und Piraten-Partei fordern schon seit Jahren eine Trennung von Staat und Kirche (was das auch immer bedeuten soll, generell wird das ja die ganze Zeit schon praktiziert - außer die Kirche solle sich von Seiten der Politiker "mehr in die Gesellschaft einbringen". Just said.) und eine "Privatisierung" des religiösen Bekenntnisses, während sie gleichzeitig eine Zusammenarbeit von Staat und  Lobby-Verbänden fordern und eine private Vorliebe an die Öffentlichkeit zerren - mit dem Argument, die Leute dürften es nicht kritisieren. Warum man die einen verdrängen, die anderen aber hofieren darf, bleibt eine Sache der persönlichen Überzeugung, nicht aber einer angeblich immer offener werdenden Gesellschaft. Das wird auf Dauer unglaubwürdig - außer natürlich es handelt sich dabei um die eigenen Ansichten.

Das weitere Problem dabei ist, dass dieser Aktionsplan auch an Schulen angewendet werden soll, genauer gesagt, bis in die Grundschulen, nach Meinung einzelner Politiker sogar in den Kindergarten, um den Kindern klar zu machen, was "normal" ist (falls es so etwas überhaupt noch geben sollte).
Dass es sich bei einer Kritik daran nicht um "Homophobie" handelt, wie man es derzeit gerne den Mitgliedern der "Demo für Alle" (die übrigens diesen Sonntag wieder stattfindet) vorwirft, dürfte das Beispiel Sachsen sein, wo der homosexuelle CDU-Abgeordnete Patrick Schreiber die ähnlichen Pläne der Linkspartei als "unzumutbar" für Kinder bezeichnete und scharfe Kritik an der "verordneten Toleranz" übt. Ergebnis: Der Plan kam einfach nicht durch.

Tja. Homophobie sieht irgendwie anders aus.


Dienstag, 16. Juni 2015

Bombenreiten. Bevor es cool wurde.


Diese Szene aus Stanley Kubricks Film "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1964) mit dem Cowboy, der eine fallende Atombombe reitet, dürfte inzwischen zu den Klassikern zählen.

Was jedoch weniger bekannt ist: Es gab schon zur Zeit des Ersten Weltkriegs solche bescheuerten Ideen.



Montag, 15. Juni 2015

Gender? Schätzchen, das ist doch so was von 2014...


"Wer ist Mr. Cutty?" lässt grüßen.

Genug von relativistischen Absurditäten? Pech gehabt, es geht weiter.


Die Institutionen, für die Rachel Dolezal tätig ist, halten sich bedeckt und warten die förmliche Stellungnahme der Betroffenen ab, die sie für Montagabend angekündigt hat. Unterdessen wird in der amerikanischen Öffentlichkeit erregt über den Fall der Siebenunddreißigjährigen diskutiert, der vorgeworfen wird, sich als Schwarze dargestellt zu haben, obwohl sie ein Kind weißer Eltern sei. [...]

[...] Der Frage eines lokalen Fernsehreporters, ob sie eine Afro-Amerikanerin sei, ist Rachel Dolezal ausgewichen. Sie behauptete, die Frage nicht zu verstehen, und brach das Interview ab. Vorher hatte sie im gleichen Interview einen schwarzen Mann auf einem Foto als ihren Vater identifiziert, den sie auf Facebook in der Einladung zu einer Veranstaltung der NAACP in dieser Rolle präsentiert hatte. Dieser Mann ist nicht ihr Vater. Als ein Reporter ihn am Telefon fragte, ob er Rachel Dolezals Vater sei, sagte er, der Reporter kenne doch die Antwort.

In einem Fragebogen der Stadtverwaltung kreuzte Rachel Dolezal in den Angaben zur ethnischen Herkunft drei Kategorien an: weiß, schwarz und indianisch. Zur Rechtfertigung sagte sie jetzt, alle Menschen stammten aus Afrika.
[...]

[...] Sarkastisch bemerken konservative Kolumnisten, wenn Rasse keine natürliche Tatsache, sondern ein kulturelles Konstrukt sei, müsse doch auch Rachel Dolezal das Recht haben, sich ihre Herkunft zu konstruieren. Sehr häufig stellen Kommentatoren dieser Couleur eine Verbindung zu Bruce Jenner her, einem ehemaligen Spitzensportler und Fernsehstar, der als Frau behandelt und angesprochen werden möchte. Ein Illustriertentitelbild, das Jenner als Frau geschminkt und verkleidet zeigt, gilt als Ikone einer neuen Bürgerrechtsbewegung. [...]


So unrecht haben genannte konservative Kolumnisten ja nicht. Man ersetzte die ausweichende Behauptung "alle Menschen stammen aus Afrika" durch das LGBTIQ-Credo "es gibt kein natürliches Geschlecht", dann dürften die Parallelen deutlich werden.

Kann sein, dass es im Sinne von Michael Jackson egal ist, ob man schwarz oder weiß ist. In dem Punkt hatte er recht (auch wenn er sich letztendlich nicht selbst daran gehalten hat). Nur wenn es egal ist, in welchem Sinne es egal ist und es generell auch egal sein sollte, in welchem Sinne es egal ist, wird es igendwie verdächtig.


Sonntag, 14. Juni 2015

Roboter-Mönche

Um eine Sache beneide ja ich die Japaner am meisten: Dass sie in einer halbwegs technikbegeisterten Gesellschaft an sich leben. Gerade in Deutschland ist das pardoxerweise ganz anders. Unterirdische Fahrrad-Parkhäuser? Zu viel Aufwand. Krawatten-Automaten (zu beide folgen noch eigene Postings)? Das braucht doch keiner. Außerdem ist beides eine eindeutige Bedrohung für die heimische Steinlaus.
Und dann gibt es ja noch die berühmten mechanischen Puppen und sogar Roboter, die sogar für Teezeremonien eingesetzt werden können.

Wobei... So weit waren wir früher eigentlich auch beinahe schon. Schöne Beispiele gibt es dazu im Deutschen Museum München oder im Deutschen Musikautomaten Museum Bruchsal (das bei mir übrigens gleich in der Nähe liegt).
Eine ganz besondere Spielerei stellt dieser "mechanischer Mönch" aus dem Jahr 1560 dar, der entweder in Spanien oder Süddeutschland gebaut wurde. Die Funktionen des persönlichen Roboters des jungen Philipp II.: Laufen, "Predigen" (ohne Stimme), Mea Culpa und das Kreuz zum Kuss darreichen. Einen kleinen Einblick in die Mechanik gibt es hier.



Doch seien wir ehrlich: Einen echten Priester oder Frater kann das nicht ersetzen, auch wenn man in Sachen Künstliche Intelligenz weiter kommt. Wer sich also damit eine Lösung des Priestermangels erhofft hat, muss leider enttäuscht werden. Ein Roboter kann keine Wandlung durchführen, da er nicht an der menschlichen Natur teil hat, die Christus in sich aufgenommen und die Erlösung durch ihn überhaupt ermöglicht hat. Kollekten einsammeln, Informationen verarbeiten und bei der Orientierung helfen geht ja noch, bei anderen Tätigkeiten wird es schwierig.

Sollte man trotzdem auf der Schiene weiterfahren, bin ich der Meinung, dass wenn man sie nicht in den Klerikerstand zulassen kann, sollte man Robotern wenigstens einen eigenen Ordenszweig gewähren. In der "Futurama"-Episode "Free Will Hunting" hat man es mit dem "Orden der Binären Singularität" (OBS) ja schon vorgemacht. :3



"Logik? Vergiss Logik, es kommt aus Japan!"

Noch nachträglich schöne Grüße von der Hanami in Ludwigshafen. Habe mir endlich ein  Nemu Neko ("Schlummerkatze") -Kissen zugelegt :3



Samstag, 13. Juni 2015

Anne Will und die "Homo-Ehe": Relativismus bis der Arzt kommt

Kommen wir zu unseren (fiktiven) Leserbriefen. Klein Heinz aus Untertüpflingen fragt:

Ist es möglich, dass einem das Hirn wegdiskutiert werden kann? 

Lieber Heinz: Ja, das ist möglich. Leg dir eine Aspirin bereit (frag dazu am besten deine Eltern) und sieh dir dazu das untere Video an (mit regelmäßigen Pausen von 5 Minuten oder mehr). Ich garantiere dir, am Ende der Sendung wirst du nicht mehr wissen, um was es überhaupt ging. Außerdem wirst du trotzdem überzeugt sein, dass es keine Probleme auf der Welt gibt (außer denen, die Anne Will deklariert) und du wirst für eine Dauer von 2 Stunden nicht mehr auf akkustische Verkehrssignale reagieren können. Also lass es heute besser mit dem auf der Straße Spielen.


Fassen wir es also kurz (wir wollen natürlich heute noch alle auf der Straße Tennis oder Fußball spielen) und wenden an diesem Video dazu die analytische Methode an. Zeitabschnitt für Zeitabschnitt würde im totalen Chaos enden. In der Anne Will-Sendung "Streitfall Homo-Ehe: bekommen wir bald irische Verhältnisse?" vom 11. Juni geht es primär um die Frage der Gleichstellung homosexueller Partnerschaften in Form der Ehe und in diesem Kontext um den dazugehörigen Verlauf in der Öffentlichkeit. Oder sollte zumindest gehen. Denn gerade im Hinblick auf das Ehe-Verständnis an sich und das politische und rechtliche Verständnis) tun sich Abgründe auf, die teilweise an einer rationalen und fairen Debatte zweifeln lassen.

Sortieren wir an dieser Stelle im Voraus aus:
Das wäre zunächst Yasmin Fahimi (SPD, der ich übrigens die Erkenntnis verdanke, dass meine Vorfahren großmütterlichseits aus Disneyland stammen) es dürfte nicht wundern, dass sie einerseits bei dem Wort Diskriminierung zunächst vorsichtig bleibt, um dann später zum Totalschlag auszuholen. Zur Relativierung des Ehebegriffs greift sie auf eine angebliche "doppelte Diskriminierung" zurück, da homosexuellen die Ehe verwehrt werde, heterosexuellen dagegen die eingetragenen Lebenspartnerschaft, die es dagegen in Frankreich gebe (21:48, 22:48). Wenn es nötig wäre, müsse man auch für eine weitere Entwicklung das Grundgesetz ändern (24:00. "wir haben doch andere Gesetze auch geändert", 25:06), außerdem haben "biologistische Argumentationen" (26:05, sic!) keine Platz in der Diskussion. Über eine Pflicht der Einführung einer "Homo-Ehe" soll man also diskutieren, über die bekannten ehelichen Pflichten dagegen nicht. An den letzten 15 Minuten ist es Anne Will im Gegensatz zur restlichen Diskussionszeit dagegen hoch anzurechnen, dass sie Frau Fahimi im Hinblick auf die Sache mit Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, wo sie bei der medialen Hetze am meisten beteiligt war, aus der Verdeckung lockte (1:03:10). Im Übrigen lehnt sie die traditionelle Ehe ab, weil sie von einer "Mehrheit" (31:10) gemacht worden ist. Während sie dafür ist, dass die "Ehe für alle" eingeführt werde soll, weil die Mehrheit dafür ist. Interessantes Demokratieverständnis.

Bei Norbert Aicher handelt es sich um einen rechtlich gesehen dispensierten katholischen Priester, der mit einem ebenfalls dis katholischen Priester in einer "Ehe" zusammen lebt und als Priester Seelsorge betreibt. Woher weiß man dass sie in einer Ehe zusammenleben? Weil er das sagen, sein Partner und einige andere Leute, die nicht näher genannt werden. Woher weiß er, dass er noch als Priester tätig sein darf? Weil er persönlich davon überzeugt ist und die kirchlichen Oberen, die das nicht so sehen, alles keine echten Christen und vor allem keine Katholiken sind (34:10). Obwohl er ja von ihnen dieses Amt zufällig empfangen hat. Wie es um seinen Glauben an Gott und die Sakramente steht, zu die er verpflichtet wäre zu spenden, weiß man nur, dass er "Dogma, Wissen und Missionierung" ablehnt, obwohl das zu den Pflichten eines Priesters gehört, vor allem, wenn er sich als katholisch bezeichnet. "Ganz bezogen auf andere sein" reicht nicht aus, da sollte man schon eher Psychologe sein. Oder Entertainer.
So wirr wie auch sein Amtsverständnis ist, steht es auch um seine Auffassung von Gleichheit. "Gleichheit vor dem Gesetz" bedeutet für den "Fan vom Grundgesetz" (16:32) nicht etwa das individuell-persönliche Recht, wie es Thomas Goppel klar darlegt, sondern eine Anerkennung von dem, was eine Person macht, als gut empfunden werden soll, weil es "Teil der Realität" ist, also weil sie es macht und sie es so haben will, weil sie es so sieht. Die Definition, was Ehe eigentlich sein soll, spielt keinerlei Rolle(15:39) in der Debatte, was bei der Pro-Seite der ständige Tenor der Diskussion ist und von dem man nicht weichen will. Wer Kritik gegen eine Anerkennung dieser der Homo-Ehe und der Adoption durch gleichgeschlechtliche Partner äußert, betreibt seiner Auffassung nach offen Diskriminierung, die die Ängste von Menschen vor dem Fremden stärken. Seiner Meinung handelt es sich bei den Äußerungen Kramp-Karrenbauers um einen Missbrauch des politischen Amtes (1:13:57) das für andere Menschen da sein sollte, weiter wird diese diffuse Erklärung nicht ausgeführt) und man sollte außerdem solche Haltungen schon "im Keim ersticken". Die damalige Verfolgung Homosexueller mache es zu politischen Pflicht, die "Homo-Ehe" zu legalisieren (17:29).
In welchem Zusammenhang beides steht, ist undiskutabel. Bei dieser Argumentation ahndelt es sich eigentlich um eine Steigerung der Argumentation Fahimis, wenn auch emotional diffuser und auf dem typische LGBT-Niveau auf leichter Aggressivität und der angemaßten Forderung, die "Menschenrechte" im Gesamten zu vertreten, wenn man sich für eine solche Öffnung der Ehe einsetze. Habe ich alles schon bei anderen Vertretern dieser Gruppe erlebt, daher überrascht es mich nicht wirklich.

Thomas Goppel (CDU) und Frauke Petry (AfD) kann man an dieser Stelle ganz zurecht als die Vernunftstimmen der Diskussion bezeichnen. Es wird zwar immer betont, dass man zur Öffnung der Ehe erst das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes abwarten müsse und eine Volksabstimmung ebenfalls richtig sei (u.a. 30:45). Was sie jedoch nicht daran hindert, ganz offen ihre Meinung und die ihrer Parteien zu äußern, wofür sie auch vermehrt negative Reaktionen aus dem Publikum (man achte auf die ungewöhnlich vielen "No Homophobia!-Shirts) ernten.
Das fängt schon damit an, dass Goppel de Beschluss Irlands als "Tageslaune" (5.18) bezeichnet, die jetzt ebenfalls als Tageslaune auf Deutschland überschwappt. Wichtig bei dieser Diskussion sind, dass es Unterschiede gibt (die von Will, Aicher und Fahimi pauschal als "Diskriminierung" (11:06) und "Benachteiligung" (9:26) bezeichnet werden), die aber nicht so schlimm sind, wie es oft dargestellt wird (10:35). Weiter geht es dann mit Frauke Petry, die auf die Wichtigkeit einer Definition hinweist (12:29), die von den Befürwortern permanent ignoriert und für unwichtig erklärt wird. Hier schwappt es wie schon oben erwähnt zu dem Vergleich über, dass man die "Homo-Ehe" gleichstellen müsse, weil Gleichheit im ersten Artikel des Grundgesetzes gefordert werde (16:23) und Frau Fahimi weiter fordert, dass man damit anerkenne, dass Homosexualität nicht abnormales sei (21:04), worauf Goppel ebenfalls sehr treffend darauf hinweist, dass hier die Anliegen des Grundgesetzes völlig falsch interpretiert werden, wenn man "Gleichstellung mit Gleichheit verwechsle" (17:38), was die Kritiker natürlich zutiefst sträubt, die darin eine Aberkennung der Menschen- und Bürgerrechte (27:04) erkennen wollen - in welchem Sinne außer mit dem nichtssagenden Argument "Gesetz soll das sein, wie wir leben wollen" (25:39) wird leider nicht aufgeführt. Mit der Erklärung, dass einem Straftäter völlige Gleichheit vor dem Gesetz trotz seiner Taten zukomme und eben das die individuelle Gleichheit des Menschen vor dem Gesetz ausdrücke (die übrigens auch Ungeborenen zukomme), ist an dieser Stelle einigen wirklich viel zu hoch. Individuelle Gleichheit ja, Gleichmacherei nein meint auch die Vertreterin der AfD, die darauf hinweist, dass eben ohne solch eine Unterscheidung keine speziellen Förderprogramme wie Frauenparkplätze oder Minderheitenschutz möglich seien (30:05).
Des weiteren verweist sie auf die biologische und gesellschaftliche Aufgabe der "Generationensicherung", die in der Ehe zwischen Mann und Frau gewährleistet wird (15:00). Der Verweis, dass eine zweiter Vater vom Kind als "Fremder" (1:11:45) empfunden werde, bringt Aicher natürlich wieder mal zur Weißglut. Etwas weniger emotional, wenn auch rhetorisch aggressiv reagiert dagegen Anne Will beim Thema Sexualerziehung (46:00) bei der sie Petry ganz offen unterstellt, Homosexualität als "Belästigung" in der Schule zu bezeichnen (51:05), was natürlich völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Auf den weiteren Vorwurf, es gäbe eben nur zwei Geschlechter und nicht 60 über Facebook, wird ebenso wenig eingegangen wie auf den Verweis, dass es sich bei der vorliegenden Gender-Mainstream-Idee um ein Konstrukt handelt, das gearde für Grundschüler völlig ungeeignet wäre. Einziges Argument kommt wieder mal vom völlig perplexen Aischer, nach dessen Meinung Geschlechtlichkeit eben nicht "dogmatisch" sei (53:55). Warum dann nur Mann und Frau zusammen ein Kind machen können bleibt an der Stelle (wie so oft) offen.

Man geht letztendlich mit dem altbewährten Spruch auseinander, dass es noch viel zu diskutieren gäbe und man was gegen Angst tun solle. Das wäre dann die Stelle, wo das Hirn vom Offline- in den Demenz-Zustand schaltet und man nicht mehr weiß, um was es überhaupt ging.

Geht man allerdings diese Argumente noch einmal durch (ganz ohne die übliche relativistische Zerfaserung) dürfte klar sein, dass den meisten Befürwortern (wenigstens in diesem Diskussionskreis) das deutsche Demokratie- und Rechtsverständnis völlig abhanden gekommen ist und durch ein subjektiv-willkürliches Konstrukt ersetzt wurde, das mit der Realität nichts mehr gemein hat. Wann auch in dieser Weise über Euthanasie diskutiert wird, dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Es dürfte klar sein, dass es wahrscheinlich in der selben oberflächlichen Atmosphäre geschehen wird, in der rationale und berechtigte Bedenken einfach niedergepöbelt werden, sollte vorher nicht zufällig ein Missbrauch in diesem Bereich geschehen.


Tolerante "Verkehrspolitik":Plemplemland trifft Absurdistan


Wer die Wiener Ampelmännchen schon schräg fand, darf sich jetzt über die neueste Idee der Kölner SPD freuen:

[...] Die SPD in der Kölner Bezirksvertretung für die Innenstadt hat sich für sogenannte Homo-Ampeln ausgesprochen. Sollte dies an rechtlichen Bedenken scheitern, forderten die Sozialdemokraten statt dessen einen Zebrastreifen in den Regenbogenfarben. [...]

Wie viel das finanziell kosten würde, bleibt natürlich noch offen. Über die Kosten bei der Verkehrssicherheit müsste man dagegen schon weiter diskutieren. Solche "bunten Zebrastreifen" sind wegen ihrer verminderten Kenntlichkeit gegenüber den klassischen schwarz-weißen Streifen als "Spielzonenkennzeichnung" eigentlich nur in Zonen mit Schrittgeschwindigkeit bzw. in bestimmt gekennzeichneten Bereichen bis (aller-)höchstens 30 km/h zugelassen. Ansonsten erkennen Autofahrer sie zu spät. Falls sie dann auch überhaupt merken, dass es sich um offizielle Verkehrszeichen handelt. 

Im Mediendesign-Bereich wird dieser wichtige Kontrasteffekt übrigens als "Figur-Grund-Wahrnehmung" bezeichnet.


Freitag, 12. Juni 2015

Büchse der Pandora. Oder: Wie man die Iren ganz langsam über den Tisch zieht.



[...] „Warum die Abtreibung und warum gerade jetzt?“, fragte ein Journalist. Ganz einfach. Weil soeben die „Homo-Ehe“ legalisiert wurde. Eine Verbindung erschien selbst den Journalisten nicht schlüssig. Colm O’Gorman, der Direktor von Amnesty in Irland und Kopf der Kampagne erklärte es folgendermaßen: „Es ist ganz einfach und vielleicht nicht einmal besonders originell“, die Forderung nach Legalisierung der Abtreibung „mit dem jüngsten Referendum zu verbinden, aber ich denke, daß wir eine wichtige Lektion daraus zu lernen haben.“

Während des Verfassungsreferendums über die gleichgeschlechtliche Ehe in Irland „hat Irland die Fähigkeit bewiesen, wirklich über ein Thema zu sprechen, das gesellschaftlich als sehr umstritten gesehen werden hätte können. Die Abtreibung ist ein noch viel komplexeres Thema, aber ich denke und hoffe, daß wir auch hier ebenso inhaltlich sprechen werden und in die Lebenswirklichkeit unserer Gesetze eintreten können.“ Alles klar?
[...] Quelle

War wohl doch eine Niederlage. Und zwar auf ganzer Linie.


Donnerstag, 11. Juni 2015

Sed Contra 1: Glaube vs. Wissen/Wissenschaft?



"Glaube und Wissenschaft passen nicht zusammen. Der Glaube hat immer die Wissenschaft bekämpft. Der Glaube verschließt sich der Wissenschaft. "Es ist immer schwieriger (gewesen?), gegen Glauben als gegen Wissen zu kämpfen." "

[Sed Contra ad absurdum: Lassen wir mal die ironische Sache beiseite, dass dieses "original" Dawkins-Zitat wahrscheinlich aus "Mein Kampf" stammt... Trololo... ;-)]

Sed Contra: Wenden wir uns an dieser Stelle der Empirie zu und schauen wir mal ganz kurz auf die wissenschaftlichen Leistungen von Gläubigen an sich.
Anders als beispielsweise Dawkins an anderer Stelle behauptet, sind es eben nicht Atheisten, die die meisten Nobelpreise bekommen haben. Es waren zwischen 1901 und 2000 zu 65,4% Christen, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden sind. In empirischen Fächern waren es 72,5% beim Chemie-, 65,3% in Physik- und 62% beim Medizin-Nobelpreis. Rechnet man aus, wie viel für Dawkins weitere Argumentation noch übrig bleibt, wird es leider sehr eng.

Dazu kommen noch diverse Christen, die nicht mit einem offiziellen Nobelpreis ausgezeichnet worden sind. Entweder weil schon ein anderer ihn bekommen hat, weil ihre Arbeiten nicht wichtig genug waren oder weil sie ganz einfach vor 1901 lebten. Will man sich einen etwaigen Überblick verschaffen, wie viele es alleine beim katholischen Klerus gewesen sind, sollte man mal ganz kurz diese Liste auf Wikipedia überfliegen.
Davon zitiert Richard Dawkins selbst in seinen Werken positiv: Gregor Mendel ("Der Gotteswahn"), Beda Venerabilis ("Der entzauberte Regenbogen") und Thomas von Aquin ("Das egoistische Gen").


Praeterea: Aber das konnten sie doch nur, weil es nichts mit Glauben zu tun hatte! Gott kommt in ihren Forschungen nicht vor, also trennten sie zwischen Glauben und Wissen! Sie sind also in diesem Sinne keine "vollwertigen" Gläubigen gewesen!

Sed Contra: Natürlich nahmen sie eine Trennung vor. Aber nicht im Sinne "Glaube vs. Wissen", wie es gerne suggeriert wird. Würde man dies tun, dann müsste man auch das "Glaubenswissen", also die Kenntnis im Bereich des Glaubens, entfernen.

Es war eine Trennung zwischen transzendenten Gott und der sicht- und messbaren Welt. Im Heidentum bestand entweder der Versuch, die Natur zu vergöttlichen (Animismus, als weitere Entwicklung Polytheismus) oder die Götter zu naturalisieren (Pantheismus). Mit der sogenannten "monotheistischen Revolution", der Kritik an der Verehrung der (von Gott geschaffenen) Umwelt, wurde eine wichtige Trennlinie gezogen, bei der beide, Natur und Gott weiter nebeneinander bestehen konnten, genau so wie man zwischen Essen und Schlafen unterscheidet, ohne dass man beides vermischt oder auf eines der beiden verzichtet.

In diesem Sinne konnte Gregor Mendel weiter seine Messe feiern und dabei um Hilfe bei bei seinen Feldversuchen bitten, während er bei der Untersuchung seiner Erbsenblüten die Schönheit der Schöpfung des Herrn betrachten konnte, den er in der Messfeier darbrachte.

Eine Ausnahme stellt an der Stelle beispielsweise Teilhard de Chardin dar, der mit der Zeit immer weiter in einen diffusen Pantheismus abglitt, während wichtige Aspekte des katholischen Glaubens wie der Christozentrik immer weiter verließ.


Respondeo: Glaube und Wissen/Wissenschaft widersprechen sich nicht wirklich.

Sie können also beruhigt in Ihr Labor zurückgehen und... Was soll das heißen, Sie sind kein Wissenschaftler?  Was war denn mit ihrem Argument der Empirie... Wie, Sie haben nur Dawkins zitiert, weil er recht zu haben schien und so coole Auftritten hinlegt???
Dann machen sie eben das nächste Mal eine alternative Google-Suche... Nein, mit "alternativ" meine ich nicht "esoterisch"... Wissen Sie was, zünden sie halt einfach bei St. Albert ein Kerzchen an. Der Rest kommt dann hoffentlich.


Skizzenbuch 1

Wie anfangs versprochen, beginnt hier der Einblick in mein Skizzenbuch.

Bei dem Buch selbst handelt es sich um ein im Schreib- und Bastelladen erhältliches Buch im DIN A5-Format, in das man mit Bleistift zeichnen und mit Aquarellfarben malen kann. (Marke vergessen, weil irgendwo in Südtirol gekauft).

Bisher verwende ich vorwiegend Graphit-Druckbleistifte (HB) von Faber-Castell. Zum Nachzeichnen kommen Fineliner der japanischen Marke Copic ("Multiliner", Stärke 0,8, vorwiegend 0,3 und 0,05) zum Einsatz. Diese sind ebenfalls im deutschen Fachhandel zu finden.

Worüber nicht weiter eingegangen wird: Kritzelblätter.
Werden zwar teilweise aufgehoben, wenn interessante Entwürfe und Anatomien rauskamen, werden aber wegen ihrer absurden Menge außer Acht gelassen, da vieles sowieso in das Buch übertragen wird.


Die erste Seite ist für mich persönlich die "Qualitätsseite". Die Stifte werden ausprobiert, um zu beobachten, ob der erwünschte Effekt herauskommt. In diesem Fall habe ich mich entschieden, die Bleistiftvorzeichnungen unter den Feinlinien beizubehalten, da es einen schönen Schattierungs-, Farben- und Formeffekt hat.



Catholic Cat




Mittwoch, 10. Juni 2015

Nächste "Demo für Alle" am 21. Juni! EDIT: Petition "Ehe bleibt Ehe"!

Die nächste "Demo für Alle" gegen den baden-württembergischen  Bildungsplan 2015 findet am Sonntag, den 21. Juni um 14 Uhr auf dem Schillerplatz in Stuttgart statt. Nach Angaben von Pater Recktenwald FSSP wird wohl auch Herr Alipius an der Demo teilnehmen.


Außerdem darf ich auf die Petition "Ehe bleibt Ehe" hinweisen. 
Bitte unterschreiben!


Montag, 8. Juni 2015

R.I.P. P. Fidenzio Volpi OFMCap


Am 7. Juni starb nach schwere Krankheit Pater Fidenzio Volpi OFMCap.
Zuletzt war er als Kommissar der altliturgischen Franziskaner der Immakulata eingesetzt. Er fiel medial besonders wegen dem unrechten Vorgehen gegen diesen Orden auf, der noch immer mit der Auflösung fürchten muss.

Ich bitte daher ebenfalls um Gebet für ihn.

Requiem aeternam dona ei, Domine.
Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.
Amen



Kramp-Karrenbauer und Ströbele: Die eine verprügelt man, den anderen lässt man laufen.




[...] "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen", so die Ministerpräsidentin.

Die Äußerungen von Kramp-Karrenbauer sorgten quer durch die Parteien für Empörung. Der CDU-Abgeordnete Stefan Kaufmann sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Diese Äußerung zeigt auch die Argumentationsnot mancher Gegner."

Grünen-Chefin Simone Peter sagte den Blättern, Kramp-Karrenbauers Äußerung "würdigt Schwule und Lesben in verletzender Weise herab und zeichnet ein entstelltes Gesellschaftsbild".
[...]


Während es in diesem Fall jetzt tatsächlich zu einer "Anzeige wegen Volksverhetzung" kam, wird weiterhin die Frage totgeschwiegen, welche Folgen eine weitere Öffnung der Ehe haben wird. Denn bisher versteht man unter einer "Öffnung des Eheverständnisses" nur eine Öffnung in Richtung homosexueller Partnerschaften, während die gleiche Beschreibung von "Gemeinschaft, von Menschen, die sich lieben" auch im weiteren Sinne verstanden werden kann. 
[An dieser Stelle wundert es mich wirklich, dass gegen die Simpsons-Episode "Drum prüfe, wer sich ewig bindet" ("There´s something about marrying")bisher noch keine Anzeige erstattet worden ist, denn diese endet gerade so, wie Kramp-Karrenbauer es befürchtet, nur noch viel überspitzter, aber mit der gleichen Anspielung. Siehe hier.]

Vielleicht könnte es auch einfach daran liegen, dass sie Mitglied bei der "bösen CDU" ist. Denn bei der Behandlung der "lieben Grünen" sieht die Sache schon ganz anders aus. Futterschleuder-Opfer Christian Ströbele forderte, wie jetzt bekannt wurde, 2012 die Entkriminalisierung des Inzests:


[...] Das ist ein einsames Relikt aus anderen Zeiten, in denen ja auch noch der Ehebruch strafbar war, das haben wir auch abgeschafft«, sagte er dem Nachrichtensender N24. Er passt »in diese Zeit der geläuterten Auffassung über Ehe und Familie nicht mehr hinein. Er muss so weg.«

Ströbele hatte sich anlässlich eines Urteils des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geäußert, das die deutsche Strafvorschrift bestätigte. Geklagt hatte ein junger Mann, der mit seiner leiblichen Schwester vier Kinder gezeugt hatte und deshalb mehrfach zu Haftstrafen verurteilt worden war. Das Bundesverfassungsgericht wies seine Verfassungsbeschwerde ab.
[...]


"Geläuterte Ehefassung" also und nicht etwa "geläutertes Sexualverständnis". Ein Tor, wer jetzt böses denkt. Auf jeden Fall gab es keinen öffentlichen Aufschrei dazu.
Auch bei den Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern innerhalb von ehemaligen Aktionsgruppen der Grünen (z.B. der "Arbeitsgruppe Schwule und Päderasten" (SchwuP) und deren Vorgängerpartei, der Alternativen Liste hält sich das ganze in beschaulichen Grenzen. Was verwunderlich ist, da dazu sogar vor kurzem ein hervorragend recherchierter Bericht von Report Mainz ausgestrahlt wurde (zu dem Originalvideo geht es hier). Und wieder: Der Mann, der damals von solchen Umtrieben gewusst haben muss und nichts getan hat, spricht heute wieder mal über Sexualität und Ehe.

Mit Anzeigen diverser Wutbürger brauchen solche Politiker nicht zu rechnen. Dafür gibt es ja Anwälte, die zur Gegenanzeige wegen Rufmords vorgehen können. Ob das auch bei CDUlern was bringt, dürfte offen bleiben. Sollte es die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer dennoch schaffen, dürfte ihre politische Karriere für ihr restliches Leben trotzdem schwer geschädigt bleiben.


Sonntag, 7. Juni 2015

Mit ¨Wahrscheinlichkeit¨ ist das so eine Sache...

Das war wahrscheinlich einer der Gründe, warum ich Stochastik trotz hohem rechnerischen Aufwand nicht wirklich verstand...




Samstag, 6. Juni 2015

Altes Testament und falscher Humanismus

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat Äußerungen des Berliner Theologieprofessors Notger Slenczka zur Bedeutung des Alten Testaments heftig kritisiert. Slenczka behauptet, es habe den gleichen Status wie die Apokryphen (außerbiblische Schriften) der Lutherbibel und dürfe somit nicht zum biblischen Kanon gehören. Er hat damit laut Meister im jüdisch-christlichen Dialog „unglaublich viel zerstört“. „Er hat nicht nur ein Glas vom Tisch gestoßen, sondern gleich das ganze Tischtuch weggerissen“, sagte Meister in einer Veranstaltung zur Zukunft des jüdisch-christlichen Dialogs. [...]

In dieser Hinsicht hat Landesbischof Meister vollkommen Recht, auch wenn ich primär den Schwerpunkt nicht auf den jüdisch-christlichen Dialog an sich legen will. Lässt man das Alte Testament offiziell weg, ergeben sich gerade für das Neue Testament und damit für das Christentum allgemein völlig grundlegende Probleme:

- Der Traditionsbruch: Wer ist dieser Gott der Juden, der auch der Gott der Christen zu sein scheint? Was ist das Vorverständnis dieses Glaubens und Kultes und wieso lässt man ihn hier bei "Null" beginnen? Was hat es mit den Gesetzen und deren Lebensweise auf sich?

- Der Bruch in der Kosmologie und Anthropologie der Bibel: Welche Bedeutung haben Mensch und Welt, wenn die Schöpfungsgeschichten wegfallen? Gerade darauf baut ja die Verkündigung Jesu als abschließende und vervollkommende Offenbarung ja auf!
- Fragwürdigkeit der Erlösung: Worin bestand die Sünde (des Ungehorsams und des Misstrauens), die den Menschen von Gott trennte und gab es diese überhaupt, wenn man die Schilderung davon nur noch unter der Bezeichnung "Apokryphe" gelten lässt?
- Und wer zum Henker sind überhaupt Moses und Elijah und warum tauchen sie plötzlich neben Jesus in der Verklärung auf dem Tabor auf???


Das dürfte Professor Slenczka sicher bewusst sein. Man muss daher an dieser Stelle nach den Gründen für dieses vorgeschlagenen Schritt fragen.
Dass das Alte Testament für viele (besonders für solche, die es nur oberflächlich kennen) als grobschlächtig gilt, dürfte bekannt sein, wenn jedes Mal das Argument auftauchte, dass es gerade deswegen nur halbwertig gegenüber dem Neuen Testament durchgehen sollte, das sich durch seine "Humanität und Menschenliebe" davon komplett abhebe. 
Übersehen wird dabei, dass diverse "Grobschlächtigkeiten" (Krieg, Mord, Totschlag, Ehebruch, Betrug) nicht als Prinzipien empfohlen werden. Im Gegenteil, sie werden tatsächlich offen kritisiert (z.B. die Verbrechen König Davids), in Einzelfällen gelten sie lediglich als auffällig genau verordnete Ausnahmen (z.B. Krieg gegen diverse Stämme Kanaans, die versuchen, die Israeliten zu vertreiben, vgl. dazu besonders Buch der Richter und Buch der Könige/Chroniken). Wer also wegen Abel und Kain das Alte Testament ablehnen sollte, verhält sich wie jemand, der die Rechtsprechung ablehnt, nur weil jemand aus freien Stücken bei seinem Nachbarn eingebrochen hat. Der Staat kann und darf nicht alles kontrollieren und auch Gott tut das generell nicht, weil es sonst die Handlungsfreiheit des Menschen einschränkt. Was nicht bedeutet, dass er es im Notfall auch mal tut, worüber ebenfalls oben erwähnte AT-Kritiker monieren, bzw. es lediglich als Metapher abtun. Wovon wir es ja schon gestern hatten.


In diesem Kontext wird Slenczka in Verbindung mit zwei anderen Bewegungen gebracht, die das Alte Testament verdrängen wollten: Den Markionisten und der "Deutschen Christen". Doch leider wird man ihm dadurch nicht wirklich gerecht, vor allem in Hinblick auf die völlig verschiedenen Beweggründe.

Im Markionismus liegt ein gnostischer Dualismus zugrunde, der auch durch die ebenfalls gnostische Sekte der Manichäer bekannt sein dürfte: Der böse Gott (göttliche Kraft?) beherrscht das Alte Testament, das von Gewalt geprägt ist. Davon befreit der gute Gott des Neuen Testamentes, deswegen ist das Alte als Teufelswerk komplett abzulehnen. Punkt. 
Grundlage dafür dürfte der aus Persien stammende Zoroastrismus sein. Dies ist bei Slenczka jedoch nicht vorzufinden.

Die Ablehnung, die bei den durch die Nationalsozialisten gesteuerte Deutsche Christen für das Alte Testament aufkam, war dagegen vollkommen rassistisch begründet. Ihnen schwebte  ein sogenanntes positives Christentum vor, das sich nach belieben dem pseudo-biologistischen Humanismus (der übrigens nur Vertretern der "germanisch-arischen Rasse" zukam) der NS-Doktrin zu unterwerfen hat, wozu auch das Beseitigen von jüdischem Gedankengut (das ebenfalls auf deren negatives Erbgut zurückzuführen sei) ging, das als "schädigend auf den Volkskörper" empfunden wurde. Man vergleiche auch das Vorgehen im Fall der "Deutschen Physik".
In diesem Klima wurden schon vorher den Juden nicht nur physische, sondern auch geistige Grausamkeiten vorgeworfen, dass Jesus dem noch gerade entgangen war, lag an der Strategie, ihn zum Arier zu erklären. 
Dass es sich dabei um ein aufgezogenes "Christentum" (bewusst in Anführungszeichen) handelt, dürfte ersichtlich sein, wenn sich die abwertende Bemerkung Hilters gegenüber Juden- und Christentum gleicherseits betrachtet, sowie seiner Meinung, man solle, wenn es nicht anders ginge, eher die Religion als den Staat abschaffen (vgl. ebenfalls "Mein Kampf"). Wann dieses Konstrukt in sich selbst zusammengebrochen wäre, ist in der Hinsicht nur eine Frage der Zeit gewesen, wenn man davon absieht, dass es von einem Großteil der deustchen Protestanten abgelehnt worden ist. Mit Slenczka hat es aber ebenfalls nichts zu tun, weswegen ich diesen Vorwurf, dass er dieser Bewegung nahe sei, als vollkommen unberechtigt empfinde.

Übrig bleibe dagegen die eine Möglichkeit: Eine Art theologisch-exegetischer Pseudo-Hegelianismus. In seinem Buch "Die Erziehung des Menschengeschlechts" hat Gotthold Ephraim Lessing in der Zeit der Aufklärung bereits die Möglichkeit dargelegt, dass es sich bei dem Alten Testament um eine Art pädagogisches Buch handeln würde, das den Menschen auf Christus als den "Verkünder der neuen Humanität" vorbereitet, um ihn schließlich zum eigenständigen (säkularen) Handeln anzuleiten. Sollte es aber eine bessere Grundlage für diesen Humanismus (auch ohne Gott) geben, könne man getrost beide "Krücken" entfernen.
Man kann jetzt auch nach der Theorie der geschichtlichen Entwicklung und Vervollkommnung Hegels auf dieser Schiene weiterfahren: Das Neue Testament löst das Alte ab, weil es neuer und damit besser entwickelt und reflektiert sei. Das dürfte auch erklären, warum der Professor sie noch so als "Apokryphen" durchgehen lassen will. Sie werden nicht wirklich abgeschafft, aber auf ein Abstellgleis geschoben. 

Was dem aber verdächtig nahekommt und ebenso irrsinnig ist, weil es gerade diese Schriften waren, die dem Herrn und den Evangelisten vorlagen und in deren Rahmen sich auch das Heilsgeschehen abspielt und vollendet wurde. Es dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein, ob es auch Teil des Neuen Testamentes treffen würde oder sogar das ganze Werk und sich der Glaube in einem diffusen Humanismus auflösen wird, der sich eines Tages letztendlich selbst noch unterhöhlt. Vergessen wir nicht: Es war das Christentum, das dem antiken Humanismus der Philosophen durch seine Garantie eines liebenden und eingreifenden Schöpfergottes, der die Menschen nach seinem Bilde geschaffen hat, neuen, noch ungekannten Auftrieb verlieh. Dazu jedoch mehr in einem anderen Beitrag.