Sonntag, 29. November 2015

Bach in Japan. Oder: "Was Hoffnung für Christen bedeute"



250 Jahre nach seinem Tod ist Johann Sebastian Bach missionarisch tätig - in Fernost.
Dass sich jetzt in einer Gesellschaft, in der sich 2/3 als "nicht gläubig" bezeichnen, aber 70% den Wert von Religion betonen, sowohl Höhergebildete als auch die Popkultur mit der christlich geprägten westlichen Kultur auseinandersetzen, darüber berichtet dieser lesenswerte Artikel.

[...] Die Kunst der Fuge ist wahrscheinlich Bachs abstraktestes und intellektuell herausfordernstes Werk. Damals verleitete ihre erhabene Schönheit Arthur Peacocke, den englische Theologen und Biologen, zur Aussage, der Heilige Geist selbst hätte sie geschrieben, indem er Bachs Hand nutzte.
Ein Viertel Jahrtausend nach dem Tod des Komponisten bereitet die Qualität seiner Musik dem Christentum einen seltsamen Weg zu einer Gruppe von Menschen, die in der Vergangenheit mehr als jeder andere sich der Mission widersetzten: Der japanischen Elite.

Masashi Masuda aus Hokkaido, Japans nördlichster Insel, erzählte mir, wie Glenn Goulds Interpretation von Bachs Goldberg Variationen in ihm erstmals Interesse am Christentum weckten. "Da war irgendetwas in dieser Musik, dass mich dazu brachte, tiefer und tiefer in seine spirituellen Ursprünge einzutauchen." 
Masuda ist heute Jesuitenpriester und Dozent für Systematische Theologie an der Sophia Universität in Tokyo. Yoshikazu Tokuzen, Rektor an Japans Lutheran Seminary und Präsident des Nationalen Christlichen Rates (National Christian Council, NCC) wiederholt Peacocke: "Bach ist ein Werkzeug des Heiligen Geistes." Als Beweis zitiert Tokuzen eine beeindruckende Statistik. Obwohl weniger als 1 Prozent der 127 Millionen Japaner dem Christentum angehören, sympathisieren 8 bis 10 Prozent mit dieser "fremden" Religion. 
Tokuzen erklärt: "Die meisten Sympathisanten sind Teil der Elite und viele hatten ihren ersten Kontakt mit dem Christentum  durch die Musik von Johann Sebastian Bach."

"Ich gehöre zu dieser Kategorie", sagt meine Übersetzerin Azusa, eine fünfundzwanzig-jährige Jurastudentin. Sie nahm eine CD aus ihrer Handtasche. Es war eine Aufnahme von Bachs Vergnügte Ruh´, beliebte Seelenlust, deren Text erklärt, dass Gottes wahrer Name die Liebe sei. "Das hat mir gezeigt, was diese zwei Wörter für Christen bedeuten", erklärt sie, "und ich mag sie so sehr, dass ich diese Aufnahme abspiele, wann immer ich kann." [...]

[...] "Was die Leute in dieser Situation [angesichts der Generationenkluft, der Trennung innerhalb von Familien und Gesellschaft, sowie gesellschaftlichem Druck auf das Privatleben], ist Hoffnung im christlichen Sinne des Wortes, aber Hoffnung ist hier eine fremde Idee", erklärt der berühmte Organist Masaaki Suzuki, Gründer und Leiter des Bach Collegium Japan. Er ist die führende Kraft hinter dem "Bach Boom", der über Japan zieht, während es sich anhaltend in einer Periode spiritueller Verarmung befindet. "Unsere Sprache hat kein entsprechendes Wort für Hoffnung. Entweder benutzen wir ibo, das "Verlangen" bedeutet, oder nozomi, das etwas unerreichbares beschreibt. Nach jedem Auftritt des Bach Collegiums ist Suzuki auf seinem Podium von nichtchristlichen Zuhörern umringt, um mit ihm über Themen zu reden, die normalerweise ein Tabu in der japanischen Gesellschaft sind - zum Beispiel über den Tod. "Und dann bitten sie mich zwangsläufig, ihnen zu erklären, dass "Hoffnung" für Christen bedeute." [...]




Kann ich unterschreiben...

Gefunden in einem Buch für Gebetsanliegen:

Lieber Gott, 
danke, dass du uns alle erschaffen hast, 
Menschen und Katzen.
Amen.
Deine Anna.




Samstag, 21. November 2015

Christkönigs-Sonntag: Das liturgische Jahresende



[...] Genau wie wir am 31. Dezember einen Rückblick auf das vergangene Jahr halten, weil es das Ende des Kalendarischen Jahres ist, so blicken wir am Christkönigsfest auf das Jahr zurück, weil es das Ende des Liturgischen Jahres ist. 

Es ist von Vorteil, auf die vergangenen zwölf Monate zurückzuschauen vom Blickpunkt des spirituellen bzw. liturgischen Jahres aus, wie wir es verbracht haben.

- Was hast du alles erreicht?
- Was hast du getan, was nicht so erfolgreich war?
- Welche Events, Feiern oder Formen der Verehrung haben dich am meisten vorangebracht? Warum?
- Was hat dich am wenigsten vorangebracht? Warum?
- Wie war deine geistige Haltung?
- Was kannst du im folgenden Jahr ändern oder dir vornehmen?
- Wie war dein Verhältnis zum Herrn gewesen?
- Was willst du dir für das nächste Jahr vornehmen?
- Wie bist du dieses Jahr geistig gewachsen?
- Was hat dich darin gehindert, darin mehr zu wachsen und wie kannst du diesen Hindernissen begegnen?

Dies sind nur einige Beispiele für Fragen, die wir uns selbst fragen können - und sollten.

Denn es ist kein Zufall, dass das liturgische Jahr mit dem Christkönigsfest endet und mit dem Advent beginnt. Sondern der richtige Zeitpunkt. [...]
Quelle


Bald ist No-Shave-November!

Und neben katholischer Bartcreme ist auch dieser nette Pulli zu empfehlen. ;-)



Nicht vergessen: Einen Monat nicht rasieren! Rasputin des Jahres werden!


Montag, 9. November 2015

RAF 4.0. Oder: Ja, man kann noch einen drauflegen...



... nachdem neben diversen Backpfeifen, die Flüchtlingsheime anzünden, jetzt auch Übergriffe auf Konservative kommen, die man in erster Linie für die Haltung der Täter verantwortlich macht. Obwohl eine direkte Verbindung klar fehlt.

Nachdem es jetzt bei Beatrix von Storch und Hedwig von Beverfoerde nach Aufführung eines "Anti-Nazi-Theater- stücks" brannte, gegen den katholischen Blogger Josef Bordat eine Drohung ins Haus flatterte, eine Studentenverbi- ndung von zwanzig Personen überfallen wurde und sich in Thüringen eine RAF 4.0 meldete, diskutiert man bei der Antifa über die "Notwendigkeit einer terroristischen Gruppierung innerhalb der Linken".

...

Leute. Ihr wisst, dass das auf Twitter alle mitlesen können. Und mit "alle" meine ich nicht nur die NSA und die Bundespolizei, vor denen ihr gleichzeitig alle warnt...


R.I.P. Ernst Fuchs

Heute verstarb mit 85 Jahren der österreichische Maler Ernst Fuchs.

Der Freund Salvador Dalís entwickelte die Wiener Schule des Phantastischen Realismus, einer Mischung aus Surrealismus und österreichischem Jugendstil. Bei seinen Bildern hatte auch die Ikonenmalerei Einfluss, mit der er sich in Israel beschäftigte, wo er sich 1957 für längere Zeit in der  Dormitio Abtei am Berg Zion aufhielt.



Requiem aeternam dona ei, Domine.

Et lux perpetua luceat ei.

Requiescat in pace.
Amen


[EDIT: Bei Le Penseur findet sich ebenfalls ein hervorragender Kommentar mit empfehlenswertem Link zu den Bildern :-D]


Samstag, 7. November 2015

Blog-Flanieren 2



[...] Die letzte Gruppe [von Katholiken, die die Kirche verlassen oder sich vom Glauben entfernen] sind die "Skeptiker", die vorhersehbar durch das Lesen von populären Autoren wie Richard Dawkins gestärkt werden und Christen als irrational und bigott verachten. [Brandon] Vogt hat auch für diese Kategorie eine Website, StrangeNotions.com, auf der er sich mit Argumenten von Atheisten auseinandersetzt.

Er glaubt, dass "viele Atheisten der Kirche näher sind, als sie denken. Zum einen sind sie willig, sich damit auseinanderzusetzen. Zum anderen setzen sie sich leidenschaftlich mit der Frage nach Gott auseinander. Sogar wenn sie nicht glauben, wissen sie, dass diese Frage es wert ist, erörtert zu werden.
[...]
Quelle


Zu seiner persönlichen Homepage geht es übrigens hier
Und für alle Facebook-Nutzer: Brandon Vogt ist mit seinen Berichten von Strange Notions und Word on Fire auch dort vertreten.



Dienstag, 3. November 2015

Dies Irae. In mehreren Versionen.

Passend zu Allerseelen und zugleich zum siebten Teil von "Star Wars", der nächsten Monat in die Kinos kommt, ist auch dieses Video, das sich mit der Rezitierung des Dies Irae in Musik und Filmen beschäftigt und einige besondere Beispiele dort aufzeigt, wo man es eigentlich nicht erwartet hätte.