Samstag, 31. Dezember 2016

"Habt ihr uns je weinend vor einem Tabernakel knien sehen, weil wir am gleichen Tag ein Kind zu Grabe tragen mussten?"



[...] Die Antwort lautet Nein. Was ihr seht sind Soutane, Birette und Kasel - und ihr werft uns vor, "abgehoben" zu sein. Die Realität ist doch, dass ihr selbst schuldig der Dinge seid, die ihr uns vorwerft. Ihr ignoriert unsere Demut, unseren Kampf und unsere Aufrichtigkeit und fixiert euer Urteil auf äußerliche Umstände.

Wie schwierig es zur Zeit auch ist, ich liebe es aus ganzem Herzen, Priester zu sein. Nicht etwa weil es mir einen gehobenen Status oder irgendwelche Privilegien einbringt, sondern weil es mir und den Menschen, denen ich diene, Mittel bietet, Heil zu erlangen. Ich liebe die Menschen, denen ich bis zum Tod diene, und ich tue alles in meiner Macht stehende, um ihnen zu helfen. Wenn ihr auf meine Soutane schaut und etwas anderes vermutet, dann kann ich euch nur bemitleiden. [...]


Ziemlich heftiger Tobak, was der Sulpizianer-Pater Philipp J. Brown hier schildert. Dennoch kann ich bestätigen, dass solches auf Äußerlichkeiten und Prestige ausgerichtete Denken unglaublich weit verbreitet ist. Vor allem auch in meiner eigenen Heimatgemeinde, wo das Priestertum einerseits als äußerlich schönes "Karrieresprungbrett" betrachtet, andererseits aber durch einen seltsamen Aktivismus, der gerade diese "Symptome" verdrängen will, innerlich ausgehöhlt wird, sodass nur noch ein etwas verunsicherter Sozialhelfer als Berufung angeboten wird - was dann die Sache wirklich prekär macht und sogar noch verschlimmert.

An dieser Stelle verweise ich auch an den lesenswerten Aufsatz von P. Sven Leo Conrad FSSP zum Thema Priestertum und Charisma innerhalb der Priesterbruderschaft St. Petrus.


"Es ist ja vielleicht ein Luxus-Thema, aber man diskutiert eben immer darüber..."



Jetzt in der Mediathek Hessen: Mathias von Gersdorff und Hans Portner zum Thema "Gender".

Äußerst sehenswert wird der Charakter dieser Bewegung beschrieben, die je nach Situation sich als etwas anderes anpasst, sich als akademisches Konstrukt regelmäßig selbst widerspricht, gewalttätig gegenüber Andersdenkenden wird - und exakt wie beim "Kapital" von Karl Marx es niemand merkt, dass sie ein agitatorisches Interessenspiel betreibt.


Samstag, 17. Dezember 2016

Laut gedacht...




Nach solchen Kommentaren schaue ich mir regelmäßig Game of Thrones an (heute Abend Staffel 6, Folge 5), um wieder auf ganz andere Gedanken zu kommen und komplett abzuschalten.

Denn anders als in GoT gibt es in unserer Gesellschaft so etwas wie Vetternwirtschaft  verlogene Salamitaktiken  offen tolerierte Anschwärzungen  öffentliche Demütigungen  sadistische Söldner  Ehrenmorde  Meuchelmorde  deponierte Sprengsätze in der Öffentlichkeit   Rachemorde Anschläge aus dem Hinterhalt  politische Besetzungen mit fragwürdigen Gestalten Drachen zu Glück nicht.


Für einen "antifaschistischen Schutzwall" braucht man keinen Stacheldraht...

... man braucht nur Leute lange genug anschwärzen. Und wenn die Masche rauskommt, einfach einen auf Kahane machen und das Opfer dunkler Mächte spielen.


Gerald Hensel, „Strategy-Director“ der Großagentur Scholz & Friends, hat mit seiner Aktion "#keingeldfürrechts“ versucht, die Achse des Guten durch Denunziation bei Anzeigenkunden wirtschaftlich zu ruinieren. Achgut.com machte den Skandal öffentlich und die Wellen der Empörung schlugen hoch. 
Jetzt verließ Hensel die Agentur. Doch die Hintergründe gehen weit über die Personalie Hensel hinaus. Möglicherweise wollte Hensel ein Pilotprojekt vorführen, um mit seinem Arbeitgeber einen Millionen-Auftrag des Bundesfamilienministeriums zu ergattern: „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. [...]

[...] Nur eine leichte Distanzierung war aus der Stellungnahme („Für Meinungsfreiheit und Respekt“) herauszuhören: „Gerald hat uns nicht um Erlaubnis gefragt, bevor er seine Initiative gestartet hat. Er hat es aus Überzeugung getan.“ 
Im übrigen versucht der Geschäftsführer von Scholz & Friends Berlin, einen neuen Mythos zu schaffen: Nicht etwa die Achse des Guten wurde Opfer der Denunzierungskampagne eines Mitarbeiters von Scholz & Friends, in deren Folge achgut.com praktisch alle Anzeigenkunden verloren hat und finanziell massiv geschädigt wurden. Nein, ganz im Gegenteil, Scholz & Friends seien Opfer eines Shitstorms der von Achgut.com ausgelöst worden sei. Tatsachen werden auf den Kopf gestellt, ein klassischer Fall von "victim blaming", das Täter-Opfer-Prinzip wird umgedreht. [...]


Wie heißt es doch so schön nach Hoffmann von Fallersleben...

Der größte Lump im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant.



Dienstag, 13. Dezember 2016

"Sketchbook Tours"

Schon beeindruckend, was Leute alles so zustande kriegen. 
Und unter diesem Titel gibt es auf Youtube übrigens noch viel mehr zu finden :-D




Schöne Anleitungen zum Bücherbinden gibt es natürlich auch :3
Wäre doch ein nettes Weihnachtsgeschenk?




Samstag, 10. Dezember 2016

Konfrontation mit Seiner Gegenwart



Das vor acht Monaten anerkannte eucharistische Wunder von Liegnitz hinterlässt Spuren.
Entnommen aus dem VATICAN magazin des letzten Monats.

[...] Die Realität de Anwesenheit des Gottessohnes, die in Liegnitz auf eine außerordentliche Weise bekundet wird, verlangt ein Umdenken.

Als im vergangenen Sommer eine deutsche Jugendgruppe auf ihrem Weg zum Weltjugendtag nach Krakau in Liegnitz das rote Stück Fleisch in der Monstranz sehen wollte, hielt Andrzej Ziombra, der Pfarrer der St.-Hyazinth-Kirche, eine Katechese vor den jungen Leuten.

Im Gespräch vernahm er mit erkennbarem Entsetzen, dass sich in Deutschland - im Gegensatz zur gängigen Praxis in Polen - die Handkommunion so gut wie ausschließlich etabliert hat. Er beschwor daraufhin die Jugendlichen, die Eucharistie über alles zu schätzen und sie  nicht unbedenklich zu empfangen: "Kein Sonntag ohne Messe! Kein Kommunionempfang ohne Gewissensprüfung und - gegebenenfalls - nicht ohne vorherige Beichte!"

Als der deutsche Priester, der die Gruppe begleitete, ihm erzählte, dass er aus der Botschaft von Liegnitz Konsequenzen ziehe wolle und sich deswegen bereits zwei Tage zuvor in Tschenstochau  Kommunionspatenen besorgt habe, um sie in seiner Pfarrei einzuführen und damit ein Zeichen zu setzen, fiel ihm Pfarrer Ziombra vor Freude um den Hals. 

Eine Freude, die im Land der Reformation nur von wenigen verstanden wird, wo sich auch unter Katholiken flächendeckend die evangelische Auffassung eingebürgert hat, man empfange in der Kommunion ein Stück Brot, das uns an das letzte Abendmahl erinnert. Es bleibt deswegen zu wünschen, dass viele - besonders aus Deutschland - nach Liegnitz in die Kirche des heiligen Hyazinth kommen, die vor über siebzig Jahren zu einer katholischen Kirche wurde. Denn dort zeigt der Himmel selbst, was in de Reformation verloren ging.

Freitag, 9. Dezember 2016

Papageienplage

Exotik auch im Winter: Die berühmten rheinischen Halsbandsittiche randalieren rum.

In circa einer Woche war diese Hauswand aus Styropor und Putz auf dem SRH-Campus in Heidelberg durchgeknabbert und zur Bruthöhle ausgebaut worden. Mama und Papa Sittich müssen jetzt nur noch aufpassen, dass keine Raben in die Behausung eindringen (war ebenfalls zu beobachten). Auch an zwei weiteren Stellen des Gebäudes gelang den kleinen Kerlchen der Durchbruch durch die Wärmedämmung.



Zum einen schon ziemlich ärgerlich, andererseits aber eine Seite Heidelbergs, an die man sich gewöhnen sollte...




Montag, 5. Dezember 2016

Das Grab und das Tuch



Da öffnet man zum ersten Mal seit Langem wegen Renovierungsarbeiten das Heilige Grab für Untersuchungen, da passiert es auch schon...

[...] Die Untersuchung dieser ungewöhnlichen elektromagnetischen Anomalien im Grab Jesu tragen vielleicht zur Glaubwürdigkeit einer wissenschaftlichen Hypothese über das geisterhafte Bild auf dem Grabtuch von Turin bei. Die Italienische Agentur für neue Technologien, Energie und nachhaltige Entwicklung (ENEA) schloss während ihrer fünfjährigen Untersuchung, dass das Grabtuch von Turin keine "mittelalterliche Fälschung" sein könnte. 
Die Ergebnisse der ENEA-Untersuchung vermutet, dass das Bild von einer intensiven Lichtquelle entstanden sei, stärker als durch  jede derzeit dem Menschen mögliche Technologie verursacht. Die Ergebnisse der ENEA "zeigen, dass ein kurzer und intensiver Ausbruch von direkter UV-Strahlung Leinenstoff so Färben kann, dass verschiedene typische Charakteristika des Körpers des Körpers auf dem Grabtuch von Turin reproduzieren könne, [...]

Dazu kommt noch ein aus diversen Heiligenviten bekanntes Phänomen.

[...] Zusätzlich zu den bizarren Wissenschaftlichen Auswertungen kommt noch, dass einige Beobachter, die bei der Öffnung des Grabes anwesend waren, von "einem süßen Duft" berichteten. Ein süßlich-angenehmer Duft, der bei Erscheinungen Mariens oder an den Grabstätten von Heiligen oft vernommen wird und als "Duft der Heiligkeit" bezeichnet wird. Während der letzten partiellen Öffnung durch den Architekt Nikolaos Komnenos 1809 erwähnten Chronisten ebenfalls ein "süßes Aroma".



Würde das Aristoteles wissen...


Von Dingen, die sogar einen Exorzisten gruseln lassen...


[...] "Es herrscht eine geringere Tiefsinnigkeit vor", sagte er [Father Patrick]. "Die Kinder gehen auf der Suche nach Antworten ins Internet und enden schließlich auf Seiten, die ihre Moral und die Unterscheidung zwischen Gut und Böse schädigen." Sie haben die Fähigkeit verloren, herauszufinden, was heilig und gut ist." 
Damit, dass Gott aus der Schule genommen wurde ,erklärt Father Patrick, dass Gott nicht länger einen signifikanten Platz in ihrer Logik und ihrem Denken hätte. "Aristoteles und andere ernstzunehmende Philosophen hätten das nicht gutgeheißen", erklärt er weiter. [...]



Montag, 28. November 2016

Alternative Geschichtsschreibung...

.. kann man auch ohne "The Man in the Hight Castle" haben.

Henryk M. Broder schießt wieder mal wie gekonnt den Vogel ab, wenn es darum geht, die gaaaaanz alltäglichen Absurditäten zu beschreiben.



Ansonsten zum Tode von Fidel Castro selbst:


Requiem aeternam dona ei, Domine.
Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.

Amen


Donnerstag, 24. November 2016

Drei Jubiläen

1. Im November 1516 wurde "Utopia" von Thomas Morus veröffentlicht. Seine Geschichte von "Nirgendwo" (so die Übersetzung von Οὐτοπεία) machte den Namen bald zu einem Synonym für eine perfekte (imaginäre) Gesellschaft.

Deren Gegenteil, die "Dystopie" dürfte nicht nur von der Namesnübersetzung her ("Schlechter Ort") fraglich sein, sondern auch der These Thomas´ von Aquin widersprechen, nach der Existenz besser sei als Nichtexistenz.




2. Vor 250 Jahren wurde der klassizistische Architekt Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe geboren.
Vor allem die Innenstadt von Karlsruhe ist von seinem Stil geprägt, den er auf Reisen nach Italien entwickelt hat.

So sollte der Karlsruher Marktplatz übrigens ursprünglich aussehen:



3. 1866 entdeckte Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip, und entwickelte daraus den elektrischen Generator, was zu einer Reihe von Erfindungen führte wie der elektrischen Straßenbahn, dem elektrischen Omnibus oder dem elektrischen Fahrstuhl, der 1880 von Siemens in Mannheim der Welt vorgestellt wurde.


Diese Erfindung läutete das Zeitalter der Starkstromtechnik ein und führte zur sogenannten "Zweiten Industriellen Revolution".



Montag, 21. November 2016

Schampus raus! Neuer Höchststand!

Die Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) veröffentlichte die aktuelle Statistik ihres Personalstandes. Die Gemeinschaft von Weltpriestern, die den überlieferten Römischen Ritus pflegt und die Tradition lehrt, zählt aktuell 270 Priester, 23 Diakone und 132 Seminaristen.[...]

[...] Offensichtlich bestand und besteht Bedarf. Eine besondere Aufgabe sieht die Bruderschaft in der Priesterausbildung. In Deutschland entstand ein Priesterseminar in deutscher und französischer Sprache, in den USA und in Australien zwei Seminare in englischer Sprache. In Mexiko befindet sich ein Priesterseminar in spanischer Sprache im Aufbau. [...]

[...]Die 2007 gegründete Konfraternität St. Petrus, eine Vereinigung für Gläubige, die sich der Petrusbruderschaft besonders verbunden fühlen und deren Apostolat durch Gebet und Opfer unterstützen wollen, zählt 5.231 Mitglieder. 856 davon stammen aus dem deutschen Sprachraum. [...]
Quelle: katholisches.info



Und Marcel Lefebvre hat damals noch gemeint, sie würden eh nicht lange durchhalten... :3


Samstag, 19. November 2016

Christkönig



[...] Mit dem Ruf: „Es lebe Christus der König“ starben unzählige Märtyrer in Mexiko und im spanischen Bürgerkrieg, hingemetzelt von Anarchisten, Kommunisten, Sozialisten und extremen Nationalisten. „O Du mein Heiland, hoch und hehr, dem sich der Himmel beuget, von dessen Liebe, dessen Macht die ganze Schöpfung zeuget. Christus, mein König, Dir allein, schwör ich die Liebe lilienrein, bis in den Tod die Treue.“

So hatte schon 1915 der berühmte Jesuitentheologe Erich Przywara gedichtet, und es ist bezeichnend, dass dieses Lied nach 1933 schnell Aufnahme in viele diözesane Gebets- und Gesangbücher fand, in Augsburg schon 1934. Heute sucht man diese und ähnliche Lieder in offiziellen Gebet/Gesangbüchern vergeblich, aber selbst da hat „Christus der König“ noch in einigen Kehrversen überlebt.

Aber gerade unter der Anrufung Christus des Königs fanden im Dritten Reich eindrucksvolle katholische Glaubensdemonstrationen statt. Eine Provokation für die Gewaltherrscher! Die Königsherrschaft Christi ist eine Herausforderung für alle Mächtigen dieser Welt und der Maßstab, an dem sie sich messen lassen müssen.
[...]

Angesichts heutiger immer abstruserer Ideologien immer noch verständlich, dass man sich nicht gerne am Herrn messen lassen will. Außer es handelt sich um eine harmlose "Das-was-ich-fordere-hätte-Jesus-garantiert-genau-so-gewollt!"-Handpuppe, die man rhetorisch praktisch schon überall einsetzen kann.

Aber Gott sei Dank ist ja Gott nicht so - also brauchen wir uns da kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen.


Freitag, 18. November 2016

Blutgruppe AB



Interessant:
Neuere Untersuchungen zeigen, dass das Blut sowohl vom Eucharistischen Wunder von Lanciano und Bolsena als auch das vom Grabtuch von Turin den gleichen Bluttyp aufweisen.

Was eindeutig beweist: Leonardo da Vinci hat das Grabtuch nicht nur gefälscht - er hat auch eine funktionierende Zeitmaschine gebaut, um dieser Fälschung eine sichere Grundlage durch in der Zeit verstreute "Beweise" zu geben.
Vielleicht geht sogar die TARDIS selbst auf ihn zurück...

[Sarkasmus AUS]


Ministerium für Witze...

... Atheismus-Museum (obwohl unter Umständen noch recht fit) und Arbeitslosigkeit als Straftat.

Bei einigen Episoden der Disney-Serie Käpt´n Balu und seine tollkühne Crew hat man schon damals für uns Kinder verständlich (und vor allem kindlich verharmlosend) die Diktatur in der Sowjetunion unter Stalin und Co herrlich schräg auf die Schippe genommen - lange bevor man das Thema in der Schule überhaupt durchnahm.

Dass es im "Vollkommensten Staat der Welt" (und anderen diversen "perfekten Gemeinschaften") tatsächlich noch schräger als von Monty Python erlaubt zugehen konnte - Jepp, das überrascht mich nach nochmaligem Ansehen nochmals nachträglich.


[Zu 4:00: Pädagogisch völlig unkorrekt - genau deshalb definitiv eine meiner Liebelingsserien :3]


Freitag, 11. November 2016

Ein GIF sagt mehr als tausend Erklärungsversuche...

Soviel mal meinerseits noch nachträglich zu dem wohl überraschendsten Wahlkampf der jüngeren Geschichte - der tatsächlich erst durch die diverse Skandale und die immer heftigeren Hysterieanfälle erst das wurde, was er nun ist.

Und mit den hysterischen Anfällen meine ich ganz und gar nicht die von Trump & Co...




Montag, 7. November 2016

guysread.com und warum Bilder mit abgeschlagenen Köpfen nicht so schlimm sind...

...- außer auf dem Bild ist eine Schwarze Fahne mit arabischer Schrift statt einem Jolly Roger.

Ein Beitrag zum Thema Schulpädagogik, der sich mit weitaus wichtigeren Problemen beschäftigt als mit der Frage, ob ich alle 60 Geschlechter von Facebook anerkennen soll (denn das heißt "Akzeptanz" im Gegensatz zu "Toleranz"), auch wenn ich sie nicht alle kenne.


Besagte Homepage befindet sich übrigens hier.


Venedig hat viele Geheimnisse...

... und eines davon ist das Labyrinth auf der (Kloster-)Insel San Giorgio Maggiore, das im Jahre 2010 angelegt wurde.


Weitere urige Irrgärten findet man übrigens hier.



Montag, 31. Oktober 2016

Novene beten, Ablass einheimsen. Okay, die Schminke darf´ste drauf lassen.

Stimmt. "Hellboy" ist ja auch Katholik...

Für mich persönlich ist Halloween schon was wie Fasching oder Karneval. Man blödelt herum, bekommt Süßigkeiten - wenn man überhaupt nichts zu tun hat, schaut man sich das ausnahmsweise noch beklopptere Fernsehprogramm des Tages an - und "An Allerheiligen ist alles vorbei".
Mit Ausnahme, dass man sich bei den Kostümen mehr Mühe gibt als an Fasching. :3

Darauf, dass es sich bei Halloween historisch weniger um ein heidnisches Fest, sondern ein volkstümliches Vorgeplänkel auf den Liturgischen Kalender (seien wir ehrlich - wer hat seinen Aschermittwoch nicht schon morgens mit einem Kater begonnen?) handelt, hat schon letztes Jahr KingBear in einem hochinteressanten Artikel dargelegt.


[...] An dieser Stelle ein erster Exkurs. Die Behauptung, Halloween gehe auf ein Fest der heidnischen Kelten namens Samhain zurück - das tatsächlich am selben Datum gefeiert wurde -, hält sich hartnäckig wie Fußpilz. Diese Auffassung kam jedoch erst im 19. Jh. im Zuge der so genannten Keltischen Renaissance auf und wird begreiflicherweise v.a. in neopaganen Kreisen gepflegt - etwa im Wicca-Kult, der Samhain als einen seiner acht "Sabbate", der wichtigsten Feste im Jahreskreis, feiert. 
Umso bedenklicher ist es, dass auch Christen dieser Geschichtsklitterung aufsitzen. - Die Behauptung eines Zusammenhangs zwischen Samhain und Halloween stützt sich, abgesehen von der Übereinstimmung des Datums, natürlich auf den Umstand, dass sich vor allem in Irland ein reiches volkstümliches Brauchtum um das Totengedenken an Allerheiligen und Allerseelen entwickelte. Die u.a. von dem schottischen Anthropologen Sir James Frazer in seinem enorm einflussreichen Werk Der goldene Zweig (1922) vertretene These, Halloween sei ein „altes heidnisches Totenfest mit einer dünnen christlichen Hülle“ gilt jedoch in der Wissenschaft längst als widerlegt - was ihrer Popularität außerhalb wissenschaftlicher Fachkreise jedoch keinen Abbruch tut. 
Die von neuheidnischer Seite verfochtene Annahme, die Kirche habe das Allerheiligenfest deshalb auf den 1. November gelegt, weil sie damit das keltische Samhainüberdecken und/oder assimilieren wollte, erscheint schon darum unglaubhaft, weil dieses Datum für das Hochfest Allerheiligen im 8. Jh. zuerst in Rom eingeführt wurde; in Irland, das bereits seit dem 5. Jh. christianisiert war, wurde Allerheiligen ursprünglich im Frühjahr gefeiert. [...]

[...] Bei dieser Gelegenheit kann ich dann auch gleich darauf hinweisen, dass Halloween in seiner heutigen Form (und unter diesem Namen) zwar tatsächlich ein "Re-Import" aus den USA ist - dessen Ausbreitung auf dem europäischen Festland seit den 1990er Jahren nicht zuletzt dadurch begünstigt wurde, dass im Jahr 1991 der Karneval wegen des Golfkriegs praktisch ausfiel und deshalb die Gelegenheit, stattdessen im Herbst ein Kostümfest zu feiern, umso bereitwilliger wahrgenommen wurde (angeblich wurde dies von der "Fachgruppe Karneval" des Verbandes der deutschen Spielwarenindustrie sogar gezielt gefördert, um die Umsatzeinbußen durch den ausgefallenen Karneval auszugleichen) -, dass es aber, wie man auf diversen Brauchtumsseiten im Internet nachrecherchieren kann, durchaus auch im deutschsprachigen Raum allerlei Bräuche rund um Allerheiligen und Allerseelen gab, die den irischen Halloween-Bräuchen unverkennbar verwandt waren. Im Mittelpunkt standen dabei Bemühungen um die Erlösung der Armen Seelen aus dem Fegefeuer. [...]


Ja, ich weiß, dass es Kaufleute, Filmproduzenten, Neuheiden und Satanisten gibt, die sich aus dieser eher popkulturellen Vorlage nun was eigenes zusammenbasteln. Das Problem ist eben, dass neben dem Grauen nicht die Hoffnung gepflegt wird.

Kann sein, dass in den bekannten Horrorfilmen es regelmäßig Leute schaffen, aus dem Grauen heil herauszukommen und es zu einem Happy End kommt (oder auch nicht). Wie es dann weitergeht, bleibt leider offen und interessiert nach den ganzen Andrenalinschüben niemanden mehr. 
Und das ist das generelle Problem mit Events wie Halloween und warum es auch bei vielen Okkultisten erst der Einstieg in ihre düstere Welt ist - weil man nur noch auf diese auch bei den alten Heiden verbreitete Sichtweise einer chaotischen und im Gesamten nihilistischen Welt fixiert ist. Nicht umsonst sprachen die Missionare von einer "Heidenangst", die aufhörte, als man ihnen verkündete, dass ihr Dasein nicht im Finsteren Hel endet (nach Walhalla kamen schließlich nur die tapferen und starken Männer (sic!), die im Kampfe fielen).

Wie viel beruhigender ist es da, dass es Gott gibt, von dem die Heiligen (Engel dazugerechnet) Zeugnis geben und die in jeder Heiligen Messe und auch außerhalb davon angerufen werden, um in das Lob der gesamten Schöpfung einzustimmen. In diesem Kontext würde es mich auch nicht wundern, sollte zufällig mal Frankensteins Monster in der Schlange vor dem Beichtstuhl anstehen, weil der ganze Schrecken seinen Grund verliert (man denke hier auch an den Originalroman von Mary Shelley).

Also wenn schon Halloween feiern (oder Horrorfilme schauen, wie ich es tue), dann vergesst bitte nicht, für die Verstorbenen zu beten, vor allem für die Armen Seelen. Denn haufenweise Süßigkeiten und Bowle sind nicht das, nach dem sie bitten und womit wir ihnen helfen können.




"Stop trying to steal my Reformation!"

Lutheran Satire zum Reformationstag. 

Außerdem bin ich der Meinung, dass "We are the Protestants" die offizielle Hymne für das Jubiläum 2017 werden soll :-)




Freitag, 28. Oktober 2016

Rein technische Frage...

... zum Thema Einäscherung.

Angenommen, man lässt die Großmutter einäschern und die Asche zu einem Diamant weiterverarbeiten, der in einen Ring eingefasst wird. Und angenommen, genau dieser Ring wird einem gestohlen. Wie meldet man das der Polizei?

 "Hilfe, mein Diamantring wurde gestohlen!"

(zu pietätslos?)
oder doch eher

"Jemand ist mit meiner Großmutter abgehauen!"
"Jemand hat mir meine Großmutter vom Finger gezogen!
"Jemand hat meine Oma aus meiner Hosentasche geklaut!"

oder um bei der reellen Teilnutzung der Asche zu bleiben:
"Ein Teil meiner Großmutter wurde geklaut!"


Und außerdem: 
Ab wie vielen dieser Klunker gilt die Schmuckschatulle als offizieller Friedhof?


Das Teatro Olimpico in Vicenza. Oder: Vitruv lässt grüßen.

Nachdem wir letztes Mal die Durchreise durch Padua abgeschlossen haben, kommen wir nun zum Teatro Olimpico in Vicenza, das ebenfalls auf meiner diesjährigen Urlaubsroute stand. Erwähnt habe ich das Theater bereits in einem früheren Beitrag, als ich das Kunstruktionsprinzip für ein kleines Eckregal übernommen habe. Jetzt habe ich es auch mal in echt gesehen :3


Erbaut wurde das Teatro Olimpico von 1580-85 nach den Plänen von Andrea Palladio, dem bedeutendsten Renaissance-Architekten Italiens. Als Vorbild diente ihm das römische Amphitheater nach den Beschreibungen von Vitruvius.



Martialisch und standesbewusst: So kennt man die Renaissance...


... und trotzdem pflegte sie besonders die Schönen Künste. 
Blick in den Hof des Theaters.




Im Inneren fühlt man sich tatsächlich wieder in die alten Zeiten zurückversetzt, wie der Architekt es vorgesehen hat.


Blick auf die wie in der Antike angeordneten Sitzreihen.


Beim direkten Blick funktioniert die optische Täuschung vom weiten Hintergrund...




... ein Stück weiter aber durchschaut man den Trick, der eine Kombination von schräg gestellter Ebene, nach innen verkleinerter Kulissen und aufgemaltem Stuck-Hintergrund  darstellt.


Hier noch einmal, diesmal mit versteckten Details wie Stauen, die man nur aus einem bestimmten Blickwinkel wahrnehmen kann und somit neue optische Bezugspunkte bilden, um die Illusion auch aus anderen Winkeln aufrecht zu erhalten.


Handwerklich beeindruckend auch die hintere Säulenreihe...


... und die Drastellung der mythischen  zwölf Aufgaben des Herakles.




Jetzt wird´s mal Escheresk...

Bei dieser von Erik Johansson mit Photoshop bearbeiteten Photographie denkt man zuerst vielleicht einmal an die unmöglichen Bauwerke von M. C. Escher.




Freitag, 21. Oktober 2016

"Demo für Alle" in Wiesbaden

30. Oktober. 14 Uhr. Wiesbaden, Luisenplatz.





Impressionen aus Padua. Teil 5: Museo di Storia della Medicina di Padova


Gleich in der Nähe des ehemaligen Wohnhauses von Galileo Galilei...


...liegt das Museo di Storia della Medicina in Padova, kurz musme.


Gut versteckt vor den regulären Touristen beherbergt es eine höchst empfehlenswerte Multimedia-Ausstellung über die Medizinische Fakultät der Universität Padua.


Die Mischung aus Echtmodell und digitaler Projektion zeigt die Entwicklung des Gebäudes, das ursprünglich ein normales Hospital war.


Über Touchscreens ist es auch möglich, ein wenig in den alten Unterlagen zu blättern...


... die Originale hingegen kann man in den Vitrinen bestaunen.


Für mich persönlich standen hier schon eher Typographie und Seitenlayout der weltberühmten alten italienischen Drucke im Vordergrund.


Ein besonders schönes Exemplar ist dieser original Druck des Anatoms Andreas Vesalius. Man achte besonders auf die Renaissance-Proportionen von Bild, Text und Weißraum. Aber auch die anderen alten Anatomiebücher hatten so ihre Reize, die sie zu regelrechten Kunstwerken machen.






Okay, mit Text vollgestopft und in Kursivschrift wie in dieser französischen Ausgabe ist schon eher Gewohnheitssache. Kam eben eher auf den Inhalt als auf eine übersichtliche Gliederung an.


Eine Besonderheit bildet der "multimediale Anatomiesaal". Wie beim Gebäudemodell oben handelt es sich dabei um eine riesige liegende Menschenfigur, an der mit Hilfe von Projektionen auf die Oberfläche eine "Obduktion" vorgenommen wird. Besonders makaber: Die Person im Seziersaal ist zugleich der Erzähler des Vorgangs. 




Etwas gewöhnungsbedürftiger dürften die original Schaumodelle sein, die damals den Studenten neben den vorgeschriebenen Sezessionen als Lehr- und Lernmittel dienten. Diese stammen nämlich aus echten Leichen und wurden auf eine spezielle Weise präpariert, wie man sie vielleicht von Honoré Fragonard aus Frankreich kennt.



Das plastinierte Hirn, das hier so rumliegt, stammt übrigens von Gunther von Hagens. 
Natürlich aus seiner Plastinatwerkstatt, nicht von ihm selber :3


Natürlich wäre ein Museum über die Geschichte der Medizin nicht komplett, wenn es nicht auch einen Ausblick auf die derzeit neuesten Technologien und Entwicklungen gäbe. Wie diesen 3D-Drucker, der sozusagen "Ersatzteile" oder sogar ganze Prothesen ausdrucken kann. Die Möglichkeiten werden derzeit noch weiter ausprobiert, man darf also gespannt sein, was noch so kommen wird. :-)


Wenn wir anfangs bei Galileo Galilei waren: Eines seiner original Fernrohre waren übrigens auch in der Ausstellung über die allgemeine Geschichte der Universität Padua zu sehen. Ist vielleicht für einige beeindruckend, aber wenn man schon das Museo Galileo in Florenz kennt (wo noch viele von seinen Vorführapparaten ausgestellt sind), ist das nichts wirklich besonderes mehr...