Montag, 19. September 2016

"Die Stadt, in der sogar Atheisten an Wunder glauben"

Diese Bemerkung, die etwas ironisch in einer Reportage über Süditalien gefallen ist, bezieht sich natürlich auf Neapel, wo heute der Stadtpatron St. Januarius gefeiert wird. Natürlich nicht ohne das "Blutwunder".



"[...] Ja, wie ist das Blut des heiligen Januarius als heilige Reliquie gerettet worden bis in unsere Zeit? 
Im Jahre 304 erlitt der fromme Bischof von Benevent den Märtyrertod. Auf einer Missionsreise wurde er mit seinem Diakon und Lektor von den Häschern Diokletians verhaftet. Der Statthalter trieb ein grausames Spiel mit seinen Gefangenen: Sie wurden vor einen Wagen gespannt und mussten wie Tiere unter dem Spott der Masse und unter Schlägen diesen bis nach Puteoli ziehen. Dort wurden wilde Tiere auf die Helden gehetzt. Sie taten ihnen nichts. Daraufhin wurden sie mit dem Schwert enthauptet. Ähnlich wie die Mutter des heiligen Pankratius machte es da eine eine tapfere Frau: Unmittelbar nach dem Streich des Henkers eilte sie hinzu und fing in einer Glasampulle etwas von dem Märtyrerblut auf. Dieses Glasgefäß wird bis heute in einem monstranzähnlichen Reliquiar im Dom zu Neapel aufbewahrt. An den genannten Tagen [1. Mai, 19. September, und 16. Dezember] wallt es wunderbar auf, als wäre es eben erst vergossen.

Wie erklärt sich das? Die Tasache des "Januariuswunders" wird von Tausenden immer wieder beobachtet, und sie ist von bedeutenden Ärzten beglaubigt. Der Spott der Masse hat sich in den Jubel der Masse beim Erleben des Januariuswunders verwandelt. Der englische Gelehrte Materton schreibt darüber: "All meine früheren Erlebnisse traten vor diesem Erlebnis in den Hintergrund, und ich spreche meine vollste Überzeugung aus, dass das Flüssigwerden des Blutes des heiligen Januarius durch ein Wunder bewirkt wurde."

Da gilt auch: Wer an Gott glaubt und die so oft beobachtete Tatsache kennt, braucht keine Erklärung. Freilich, wer nicht an Gott glaubt, für den gibt es keine Erklärung. Auf die Frage: Wie ist das möglich? wird er antworten: "Wir wissen es nicht und werden es nicht wissen." [Oder "Wir werden es eines Tages ganz sicher wissen", um am Rande ein noch weniger aussagekräftiges Dawkins-Zitat zu nennen] Wir aber glauben an Gott. Also sind Wunder möglich. Das Blutwunder von Neapel ist wirklich, weil es immer wieder beobachtet, geschaut werden kann.

Nun versteht ihr, warum ich fast lauter Lieder für den Gottesdienst gewählt habe, die von Christi und der Märtyrer Blut singen. Christi und seine Getreuesten haben aus Liebe ihr Blut vergossen. Er, um uns in Liebe zu erlösen. Sie, um ihm alles zu schenken, selbst das Blut. Und wie das Blut Christi auf den Altären bei der heiligen Wandlung uns immer wieder daran erinnert, dass die Liebe aus dem Herzen Jesu immer wieder strömt, so mag das Blutwunder von Neapel ein schönes Sinnbild dafür sein, dass das Herz des Heiligen niemals ganz stirbt (Hünermann).  [...]
[...] Im Vergleich zu dem, was die Märtyrermesse uns von den Opfern der Christenverfolgung in Lesung und Evangelium verkündet, wird alles, was wir tun können, klein bleiben. Aber dennoch ist es ewig wertvoll, was wir in Verbindung mit dem kostbaren Blute tun. Es hilft uns, die oft unbeachteten "Alltagswunder" der Liebe vollbringen.
Prof. Karl Dörner: "Das Beste für Kind und Jugend - Aus Liturgie und Heiligenleben". Echter-Verlag Würzburg, 1950.



1 Kommentar:

  1. Ich glaube, Sie haben von Atheisten -und Naturwissenschaftler- die Ihrer Meinung nach nicht an Wunder glauben, ein falsches Bild. Natürlich glauben die auch an Wunder. Sie haben sie ja auch oft genug vor Augen. Die Ärzte Spontanheilungen schwerer Krankheiten. Die Biologen und Physiker Entdeckungen die völlig unerklärlich sind und so eigentlich nicht existieren dürften. Sie sehen die Günde und Ursachen für diese Wunder nur völlig anders als Sie und Ihre Glaubensschwestern und -brüder, weil sie wissen, dass hienieden alles mit rechten Dingen zugeht und Einhörner, Hexen, Dämonen, Teufel und Meerjungfrauen in der Wirklichkeit nicht existieren.

    Und dass Wunder lediglich ein -höchst bedauerlicher- Mangel an naturwissenschaftlicher Forschung und Erkenntnis sind. Und mitnichten das ausser-Kraft-setzen von naturwissenschaftlichen Theorien und Paradigmen.

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