Freitag, 16. September 2016

R.I.P. P. Gabriele Amorth SSP



Am heutigen Freitag verstarb mit 91 Jahren der weltweit bekannte Exorzist P. Gabriele Amorth.

Pater Amorth hatte zu Lebzeiten ein reiches Betätigungsfeld. Nach dem 2. Weltkrieg, an dem er als mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichneter Hauptmann teilnahm, wirkte er aktiv am Aufbau der christlich-demokratischen Partei Democrazia Cristiana mit. Er wurde Mitglied der Gesellschaft vom hl. Apostel Paulus (SSP) nachdem er 1947 zum Doktor der Rechtswissenschaft promovierte und wurde dort 1957 zum Priester geweiht. Danach engagierte er sich als Journalist und Herausgeber der zur Gesellschaft gehörenden Monatszeitschrift Madre di Dio.

1986 wurde er - anfangs etwas widerwillig gegenüber diesem sonderbaren Betätigungsfeld - zum Exorzisten der Diözese Rom ernannt. 1990 gründete er mit anderen Priestern die Internationale Vereinigung der Exorzisten, deren Vorsitzender er bis 2000 war. In vielen Publikationen berichtete er von seinen Erlebnissen mit Besessenen und deren Befreiung durch die Kraft Gottes und der Gnadengaben, die er Seiner Kirche verliehen hat und wurde nicht müde, sowohl auf die meist unerwarteten Gefahren zu warnen, die von einem verharmlostem Okkultismus ausgehen, als auch das Episkopat auf die kirchliche Tätigkeit des Exorzismus hinzuweisen, die ihr vom Herrn selbst übertragen, aber immer mehr vernachlässigt, wenn nicht sogar mehr und mehr von den Bischöfen selbst verachtet wurde.

In vielen seiner Berichte und Interviews dürfte man bemerkt haben, dass es ihm teilweise auch schwer fiel über teilweise verstörende, aber auch wunderbare Begebenheiten zu berichten. Wie der Apostel Petrus vor dem Hohen Rat konnte er aber nicht schweigen über Dinge, die er hautnah erlebt und für die er als Priester und Verkünder des Glaubens die Pflicht hatte, Zeugnis zu geben. Seiner eigenen Aussage nach Dinge, an die er nicht einmal selbst geglaubt hätte, hätte er sie nicht mit eigenen Augen gesehen und persönlich mehrfach nachgeprüft.

Nicht nur die Priester und Neu-Exorzisten sind ihm für sein verstärktes Eintreten auf diesem vernachlässigten Themengebiet des kirchlichen Dienstes dankbar, sondern auch die tausenden von "Unglückseligen", die er persönlich befreien und sie zugleich der Barmherzigkeit Gottes näher bringen konnte, wenn nicht sogar ganze Bekehrungen damit auslöste - woran er persönlich die allergrößte Freude empfand.


Requiem aeternam dona ei, Domine.
Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.

Amen



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