Samstag, 19. November 2016

Christkönig



[...] Mit dem Ruf: „Es lebe Christus der König“ starben unzählige Märtyrer in Mexiko und im spanischen Bürgerkrieg, hingemetzelt von Anarchisten, Kommunisten, Sozialisten und extremen Nationalisten. „O Du mein Heiland, hoch und hehr, dem sich der Himmel beuget, von dessen Liebe, dessen Macht die ganze Schöpfung zeuget. Christus, mein König, Dir allein, schwör ich die Liebe lilienrein, bis in den Tod die Treue.“

So hatte schon 1915 der berühmte Jesuitentheologe Erich Przywara gedichtet, und es ist bezeichnend, dass dieses Lied nach 1933 schnell Aufnahme in viele diözesane Gebets- und Gesangbücher fand, in Augsburg schon 1934. Heute sucht man diese und ähnliche Lieder in offiziellen Gebet/Gesangbüchern vergeblich, aber selbst da hat „Christus der König“ noch in einigen Kehrversen überlebt.

Aber gerade unter der Anrufung Christus des Königs fanden im Dritten Reich eindrucksvolle katholische Glaubensdemonstrationen statt. Eine Provokation für die Gewaltherrscher! Die Königsherrschaft Christi ist eine Herausforderung für alle Mächtigen dieser Welt und der Maßstab, an dem sie sich messen lassen müssen.
[...]

Angesichts heutiger immer abstruserer Ideologien immer noch verständlich, dass man sich nicht gerne am Herrn messen lassen will. Außer es handelt sich um eine harmlose "Das-was-ich-fordere-hätte-Jesus-garantiert-genau-so-gewollt!"-Handpuppe, die man rhetorisch praktisch schon überall einsetzen kann.

Aber Gott sei Dank ist ja Gott nicht so - also brauchen wir uns da kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen.


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