Samstag, 31. Dezember 2016

"Habt ihr uns je weinend vor einem Tabernakel knien sehen, weil wir am gleichen Tag ein Kind zu Grabe tragen mussten?"



[...] Die Antwort lautet Nein. Was ihr seht sind Soutane, Birette und Kasel - und ihr werft uns vor, "abgehoben" zu sein. Die Realität ist doch, dass ihr selbst schuldig der Dinge seid, die ihr uns vorwerft. Ihr ignoriert unsere Demut, unseren Kampf und unsere Aufrichtigkeit und fixiert euer Urteil auf äußerliche Umstände.

Wie schwierig es zur Zeit auch ist, ich liebe es aus ganzem Herzen, Priester zu sein. Nicht etwa weil es mir einen gehobenen Status oder irgendwelche Privilegien einbringt, sondern weil es mir und den Menschen, denen ich diene, Mittel bietet, Heil zu erlangen. Ich liebe die Menschen, denen ich bis zum Tod diene, und ich tue alles in meiner Macht stehende, um ihnen zu helfen. Wenn ihr auf meine Soutane schaut und etwas anderes vermutet, dann kann ich euch nur bemitleiden. [...]


Ziemlich heftiger Tobak, was der Sulpizianer-Pater Philipp J. Brown hier schildert. Dennoch kann ich bestätigen, dass solches auf Äußerlichkeiten und Prestige ausgerichtete Denken unglaublich weit verbreitet ist. Vor allem auch in meiner eigenen Heimatgemeinde, wo das Priestertum einerseits als äußerlich schönes "Karrieresprungbrett" betrachtet, andererseits aber durch einen seltsamen Aktivismus, der gerade diese "Symptome" verdrängen will, innerlich ausgehöhlt wird, sodass nur noch ein etwas verunsicherter Sozialhelfer als Berufung angeboten wird - was dann die Sache wirklich prekär macht und sogar noch verschlimmert.

An dieser Stelle verweise ich auch an den lesenswerten Aufsatz von P. Sven Leo Conrad FSSP zum Thema Priestertum und Charisma innerhalb der Priesterbruderschaft St. Petrus.


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