Montag, 31. Oktober 2016

Novene beten, Ablass einheimsen. Okay, die Schminke darf´ste drauf lassen.

Stimmt. "Hellboy" ist ja auch Katholik...

Für mich persönlich ist Halloween schon was wie Fasching oder Karneval. Man blödelt herum, bekommt Süßigkeiten - wenn man überhaupt nichts zu tun hat, schaut man sich das ausnahmsweise noch beklopptere Fernsehprogramm des Tages an - und "An Allerheiligen ist alles vorbei".
Mit Ausnahme, dass man sich bei den Kostümen mehr Mühe gibt als an Fasching. :3

Darauf, dass es sich bei Halloween historisch weniger um ein heidnisches Fest, sondern ein volkstümliches Vorgeplänkel auf den Liturgischen Kalender (seien wir ehrlich - wer hat seinen Aschermittwoch nicht schon morgens mit einem Kater begonnen?) handelt, hat schon letztes Jahr KingBear in einem hochinteressanten Artikel dargelegt.


[...] An dieser Stelle ein erster Exkurs. Die Behauptung, Halloween gehe auf ein Fest der heidnischen Kelten namens Samhain zurück - das tatsächlich am selben Datum gefeiert wurde -, hält sich hartnäckig wie Fußpilz. Diese Auffassung kam jedoch erst im 19. Jh. im Zuge der so genannten Keltischen Renaissance auf und wird begreiflicherweise v.a. in neopaganen Kreisen gepflegt - etwa im Wicca-Kult, der Samhain als einen seiner acht "Sabbate", der wichtigsten Feste im Jahreskreis, feiert. 
Umso bedenklicher ist es, dass auch Christen dieser Geschichtsklitterung aufsitzen. - Die Behauptung eines Zusammenhangs zwischen Samhain und Halloween stützt sich, abgesehen von der Übereinstimmung des Datums, natürlich auf den Umstand, dass sich vor allem in Irland ein reiches volkstümliches Brauchtum um das Totengedenken an Allerheiligen und Allerseelen entwickelte. Die u.a. von dem schottischen Anthropologen Sir James Frazer in seinem enorm einflussreichen Werk Der goldene Zweig (1922) vertretene These, Halloween sei ein „altes heidnisches Totenfest mit einer dünnen christlichen Hülle“ gilt jedoch in der Wissenschaft längst als widerlegt - was ihrer Popularität außerhalb wissenschaftlicher Fachkreise jedoch keinen Abbruch tut. 
Die von neuheidnischer Seite verfochtene Annahme, die Kirche habe das Allerheiligenfest deshalb auf den 1. November gelegt, weil sie damit das keltische Samhainüberdecken und/oder assimilieren wollte, erscheint schon darum unglaubhaft, weil dieses Datum für das Hochfest Allerheiligen im 8. Jh. zuerst in Rom eingeführt wurde; in Irland, das bereits seit dem 5. Jh. christianisiert war, wurde Allerheiligen ursprünglich im Frühjahr gefeiert. [...]

[...] Bei dieser Gelegenheit kann ich dann auch gleich darauf hinweisen, dass Halloween in seiner heutigen Form (und unter diesem Namen) zwar tatsächlich ein "Re-Import" aus den USA ist - dessen Ausbreitung auf dem europäischen Festland seit den 1990er Jahren nicht zuletzt dadurch begünstigt wurde, dass im Jahr 1991 der Karneval wegen des Golfkriegs praktisch ausfiel und deshalb die Gelegenheit, stattdessen im Herbst ein Kostümfest zu feiern, umso bereitwilliger wahrgenommen wurde (angeblich wurde dies von der "Fachgruppe Karneval" des Verbandes der deutschen Spielwarenindustrie sogar gezielt gefördert, um die Umsatzeinbußen durch den ausgefallenen Karneval auszugleichen) -, dass es aber, wie man auf diversen Brauchtumsseiten im Internet nachrecherchieren kann, durchaus auch im deutschsprachigen Raum allerlei Bräuche rund um Allerheiligen und Allerseelen gab, die den irischen Halloween-Bräuchen unverkennbar verwandt waren. Im Mittelpunkt standen dabei Bemühungen um die Erlösung der Armen Seelen aus dem Fegefeuer. [...]


Ja, ich weiß, dass es Kaufleute, Filmproduzenten, Neuheiden und Satanisten gibt, die sich aus dieser eher popkulturellen Vorlage nun was eigenes zusammenbasteln. Das Problem ist eben, dass neben dem Grauen nicht die Hoffnung gepflegt wird.

Kann sein, dass in den bekannten Horrorfilmen es regelmäßig Leute schaffen, aus dem Grauen heil herauszukommen und es zu einem Happy End kommt (oder auch nicht). Wie es dann weitergeht, bleibt leider offen und interessiert nach den ganzen Andrenalinschüben niemanden mehr. 
Und das ist das generelle Problem mit Events wie Halloween und warum es auch bei vielen Okkultisten erst der Einstieg in ihre düstere Welt ist - weil man nur noch auf diese auch bei den alten Heiden verbreitete Sichtweise einer chaotischen und im Gesamten nihilistischen Welt fixiert ist. Nicht umsonst sprachen die Missionare von einer "Heidenangst", die aufhörte, als man ihnen verkündete, dass ihr Dasein nicht im Finsteren Hel endet (nach Walhalla kamen schließlich nur die tapferen und starken Männer (sic!), die im Kampfe fielen).

Wie viel beruhigender ist es da, dass es Gott gibt, von dem die Heiligen (Engel dazugerechnet) Zeugnis geben und die in jeder Heiligen Messe und auch außerhalb davon angerufen werden, um in das Lob der gesamten Schöpfung einzustimmen. In diesem Kontext würde es mich auch nicht wundern, sollte zufällig mal Frankensteins Monster in der Schlange vor dem Beichtstuhl anstehen, weil der ganze Schrecken seinen Grund verliert (man denke hier auch an den Originalroman von Mary Shelley).

Also wenn schon Halloween feiern (oder Horrorfilme schauen, wie ich es tue), dann vergesst bitte nicht, für die Verstorbenen zu beten, vor allem für die Armen Seelen. Denn haufenweise Süßigkeiten und Bowle sind nicht das, nach dem sie bitten und womit wir ihnen helfen können.




"Stop trying to steal my Reformation!"

Lutheran Satire zum Reformationstag. 

Außerdem bin ich der Meinung, dass "We are the Protestants" die offizielle Hymne für das Jubiläum 2017 werden soll :-)




Freitag, 28. Oktober 2016

Rein technische Frage...

... zum Thema Einäscherung.

Angenommen, man lässt die Großmutter einäschern und die Asche zu einem Diamant weiterverarbeiten, der in einen Ring eingefasst wird. Und angenommen, genau dieser Ring wird einem gestohlen. Wie meldet man das der Polizei?

 "Hilfe, mein Diamantring wurde gestohlen!"

(zu pietätslos?)
oder doch eher

"Jemand ist mit meiner Großmutter abgehauen!"
"Jemand hat mir meine Großmutter vom Finger gezogen!
"Jemand hat meine Oma aus meiner Hosentasche geklaut!"

oder um bei der reellen Teilnutzung der Asche zu bleiben:
"Ein Teil meiner Großmutter wurde geklaut!"


Und außerdem: 
Ab wie vielen dieser Klunker gilt die Schmuckschatulle als offizieller Friedhof?


Das Teatro Olimpico in Vicenza. Oder: Vitruv lässt grüßen.

Nachdem wir letztes Mal die Durchreise durch Padua abgeschlossen haben, kommen wir nun zum Teatro Olimpico in Vicenza, das ebenfalls auf meiner diesjährigen Urlaubsroute stand. Erwähnt habe ich das Theater bereits in einem früheren Beitrag, als ich das Kunstruktionsprinzip für ein kleines Eckregal übernommen habe. Jetzt habe ich es auch mal in echt gesehen :3


Erbaut wurde das Teatro Olimpico von 1580-85 nach den Plänen von Andrea Palladio, dem bedeutendsten Renaissance-Architekten Italiens. Als Vorbild diente ihm das römische Amphitheater nach den Beschreibungen von Vitruvius.



Martialisch und standesbewusst: So kennt man die Renaissance...


... und trotzdem pflegte sie besonders die Schönen Künste. 
Blick in den Hof des Theaters.




Im Inneren fühlt man sich tatsächlich wieder in die alten Zeiten zurückversetzt, wie der Architekt es vorgesehen hat.


Blick auf die wie in der Antike angeordneten Sitzreihen.


Beim direkten Blick funktioniert die optische Täuschung vom weiten Hintergrund...




... ein Stück weiter aber durchschaut man den Trick, der eine Kombination von schräg gestellter Ebene, nach innen verkleinerter Kulissen und aufgemaltem Stuck-Hintergrund  darstellt.


Hier noch einmal, diesmal mit versteckten Details wie Stauen, die man nur aus einem bestimmten Blickwinkel wahrnehmen kann und somit neue optische Bezugspunkte bilden, um die Illusion auch aus anderen Winkeln aufrecht zu erhalten.


Handwerklich beeindruckend auch die hintere Säulenreihe...


... und die Drastellung der mythischen  zwölf Aufgaben des Herakles.




Jetzt wird´s mal Escheresk...

Bei dieser von Erik Johansson mit Photoshop bearbeiteten Photographie denkt man zuerst vielleicht einmal an die unmöglichen Bauwerke von M. C. Escher.




Freitag, 21. Oktober 2016

"Demo für Alle" in Wiesbaden

30. Oktober. 14 Uhr. Wiesbaden, Luisenplatz.





Impressionen aus Padua. Teil 5: Museo di Storia della Medicina di Padova


Gleich in der Nähe des ehemaligen Wohnhauses von Galileo Galilei...


...liegt das Museo di Storia della Medicina in Padova, kurz musme.


Gut versteckt vor den regulären Touristen beherbergt es eine höchst empfehlenswerte Multimedia-Ausstellung über die Medizinische Fakultät der Universität Padua.


Die Mischung aus Echtmodell und digitaler Projektion zeigt die Entwicklung des Gebäudes, das ursprünglich ein normales Hospital war.


Über Touchscreens ist es auch möglich, ein wenig in den alten Unterlagen zu blättern...


... die Originale hingegen kann man in den Vitrinen bestaunen.


Für mich persönlich standen hier schon eher Typographie und Seitenlayout der weltberühmten alten italienischen Drucke im Vordergrund.


Ein besonders schönes Exemplar ist dieser original Druck des Anatoms Andreas Vesalius. Man achte besonders auf die Renaissance-Proportionen von Bild, Text und Weißraum. Aber auch die anderen alten Anatomiebücher hatten so ihre Reize, die sie zu regelrechten Kunstwerken machen.






Okay, mit Text vollgestopft und in Kursivschrift wie in dieser französischen Ausgabe ist schon eher Gewohnheitssache. Kam eben eher auf den Inhalt als auf eine übersichtliche Gliederung an.


Eine Besonderheit bildet der "multimediale Anatomiesaal". Wie beim Gebäudemodell oben handelt es sich dabei um eine riesige liegende Menschenfigur, an der mit Hilfe von Projektionen auf die Oberfläche eine "Obduktion" vorgenommen wird. Besonders makaber: Die Person im Seziersaal ist zugleich der Erzähler des Vorgangs. 




Etwas gewöhnungsbedürftiger dürften die original Schaumodelle sein, die damals den Studenten neben den vorgeschriebenen Sezessionen als Lehr- und Lernmittel dienten. Diese stammen nämlich aus echten Leichen und wurden auf eine spezielle Weise präpariert, wie man sie vielleicht von Honoré Fragonard aus Frankreich kennt.



Das plastinierte Hirn, das hier so rumliegt, stammt übrigens von Gunther von Hagens. 
Natürlich aus seiner Plastinatwerkstatt, nicht von ihm selber :3


Natürlich wäre ein Museum über die Geschichte der Medizin nicht komplett, wenn es nicht auch einen Ausblick auf die derzeit neuesten Technologien und Entwicklungen gäbe. Wie diesen 3D-Drucker, der sozusagen "Ersatzteile" oder sogar ganze Prothesen ausdrucken kann. Die Möglichkeiten werden derzeit noch weiter ausprobiert, man darf also gespannt sein, was noch so kommen wird. :-)


Wenn wir anfangs bei Galileo Galilei waren: Eines seiner original Fernrohre waren übrigens auch in der Ausstellung über die allgemeine Geschichte der Universität Padua zu sehen. Ist vielleicht für einige beeindruckend, aber wenn man schon das Museo Galileo in Florenz kennt (wo noch viele von seinen Vorführapparaten ausgestellt sind), ist das nichts wirklich besonderes mehr...


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Herumrandalierende Vollidioten sind eigentlich schon genug...

... wozu braucht man dann Provokateure, die man als "Normalos" in die Menge schleust?
Weil diese ansonsten nicht brav vor der Kamera ausflippen.

Ein Undercover-Team deckte auf, dass sich dazu speziell ausgebildete und koordinierte Provokateure derzeit von der Demokratischen Partei anheuern lassen, um Trump-Unterstützer vor den Kameras ausflippen zu lassen. Egal ob auch Unbeteiligte da hineingezogen werden oder sogar kranke Menschen für Provokationen bezahlt und vorbereitet werden. Dass jetzt auch entsprechende Begrifflichkeiten wie "Birddogging" in den von Wikileaks veröffentlichten Mails von Mitarbeitern Hillary Clinton´s auftauchen, macht die Sache tatsächlich noch viel bizarrer.

Der inflationär benutzte Begriff "Schmutziger Wahlkampf" dürfte an dieser Stelle also schon wieder ein neues Rekord-Niveau erreichen...




Donnerstag, 13. Oktober 2016

"Revolutionen innerhalb der Kirche"

Neben der Vermutung, der Vatikan wisse über die Existenz außerirdischen Lebens bescheid, kam auch ein etwas ernsthafteres und besorgniserregenderes Dokument durch Wikileaks zutage: Mitarbeiter um Hillary Clinton äußerten die detaillierte Absicht, die Kirche von innen zu unterminieren (der englische Artikel hierzu mitsamt Ausschnitte der Dokumente), indem eigene Gruppierungen darin eingeschleust werden, die medial als angebliche "Mehrheitskatholiken" andere Gläubige verunsichern und die Kirchenpolitik in gewünschte Richtungen lenken sollten.

Rein zufällig wurde die Woche davor eine neue Dokumentation von EWTN veröffentlicht, die sich mit Saul Alinsky, einem angesehenen Bürgerrechtler aus den USA, Wegbereiter des Community Organizing und Mitbegründer des Industrial Areas Foundation beschäftigt, der auch großen Einfluss auf das Denken von Hillary Clinton ausübte. Von vielen Katholiken angesehen und sogar von Bischof Bernard James Sheil (ebenfalls einem Gründungsmitglied des IAF) unterstützt für seine Gemeindearbeit kam jedoch bald sein wahres Vorhaben zum Vorschein, das nicht nur der katholischen Soziallehre, sondern dem Christentum und dem Gemeinschaftswesen allgemein diametral entgegengesetzt war, die eigentlich nur als Mittel zum Zweck herhalten sollten.

Die Dokumentation ist leider nicht im Internet vorhanden. Dafür gibt es ein interessantes Interview von P. Mitch Pacwa SJ, in dem auch explizit erklärt wird, was für viele so attraktiv an der Idee Alinskys war und immer noch ist - und wo sie leider als verdeckt aggressive marxistisch-ideologisch Stoßlanze gesellschaftlich total versagt.






Montag, 10. Oktober 2016

Denkmal für die Katz



Die Trauer im Internet war groß, als im August Tombili - auch bekannt als "Chill Cat" - in den Katzenhimmel einging. Kurzerhand wurde für die bekannteste Katze Istanbuls ein eigenes Denkmal errichtet. Was natürlich ebenfalls ordentlich für Aufsehen im Netz sorgte und nun ein neues exotisches Touristikziel in der ehemaligen Hauptstadt des Osmanenreiches darstellt.

Wobei - so ganz neu ist das auch wieder nicht. Die Freunde der Literatur - und natürlich exquisite Katzenliebhaber - wissen nämlich, dass Petrarcas Katze in Arquà bei Padua ebenfalls ein eigenes Denkmal hat, das zugleich als Grabmal dient.




Samstag, 1. Oktober 2016

Wunderkutsche...



Man könnte bei diesem Titel vielleicht eher an das Märchen "Klein Zaches, genannt Zinnober" von E.T.A. Hoffmann denken. Bis man die Geschichte hinter der Kutsche im Kapuzinerkloster zu Padua hört, das ich im letzten Artikel vorgestellt habe, in dessen Museum auch das Ereignis bildlich dargestellt ist.

[...] Don Luiggi Callegaro, Pfarrer von Cornegliano bei Padua erzählt: "Am Abend des 13. Juli [1934]kehrte ich mit Pater Leopold [Mandić] von Lourdes zurück. Nach unserer Ankunft im Bahnhof Padua bestiegen wir die Kutsche von August Formentin, der uns mit seinem siebenjährigen Neffen abgeholt hatte.

In der Via di Dante begeneten wir plötzlich einem Tramzug, der aus mehreren Wagen bestand. Der Platz zwischen der Tram und den Säulen am Rande der Straße erlaubte der Kutsche keine Durchfahrt; wir wären zusammengedrückt worden. Die Leute auf der Straße sahen das drohende Unglück voraus und schrien sowohl dem Tramwagenführer wie dem Kutscher zu, doch anzuhalten; aber weder das Tram noch das scheu gewordenen Pferd hielten an, und die Kutsche fuhr wunderbarerweise unversehrt hindurch. Sogleich entstand ein Volksauflauf, so dass wir anhalten mussten. Als die Leute Pater Leopold in der Kutsche bemerkten, sagten sie: 'Es ist nichts passiert, weil Pater Leopold dabei war!' 

Der gute Pater antwortete ganz verwirrt: 'Nein, nein! Wir sind zwei Priester und kehren von Lourdes zurück. Es ist die Madonna gewesen, die uns gerettet hat!' 

Zwei Tage darauf kehrten wir an den Ort zurück und maßen den Raum zwischen den Säulen und den Tramgleisen; dabei wurden wir noch bestärkt in der Überzeugung, dass nur ein Wunder der Gottesmutter uns aus der Großen Gefahr gerettet hatte.

Herr Formentin und sein Neffe mussten Pater Leopold das Ereignis mehrmals wieder erzählen. Jedesmal schloss er tief ergriffen: 'Es ist die Madonna gewesen, die uns gerettet hat! Es ist die Madonna gewesen!'"
Synesius Köpfli OFMCap.: Leopold Mandić -Ein Anwalt der göttlichen Barmherzigkeit: Pater Leopold Mandić von Castelnovo, Kapuziner (1866-1942). Gotthard Media, 1. Auflage 2009.


Wie immer könnte man an dieser Stelle bei der Bemerkung "Wunder" auf die (inzwischen redundante) Erklärung hinweisen, dass alle sogenannten "Wunder" irgendwann einmal rational und damit natürlich erklärbar seien. Wunder sei nur das, wofür man noch keine weitreichende Erklärung hat - wie auch Richard Dawkins in seinem Buch "Der Zauber der Wirklichkeit" darlegt.

Bei einigen Dingen könnte das vielleicht noch so gelten. Schwierig wird es aber wie in genanntem Fall, der an sich außergewöhnlich gut dokumentiert ist und bei dessen genauerer Bestandsaufnahmen man eigentlich nur noch auf Widersprüche stößt, die leider nicht zu lösen sind. Eine Kutsche passt durch einen viel zu engen Spalt, ohne - von Augenzeugen bestätigt - auf die ebenfalls engen, aber breiteren Kolonnaden hinter den Säulen auszuweichen; und zwar ohne dass ein Unfalls passiert, der in beiden Fällen zugetroffen wäre.

Eine zufriedenstellende Erklärung wäre vielleicht wenn man Gott ausschließen würde - und das tun die meisten Empiriker oder Rationalisten an dieser Stelle -, dass sich (machen wir mal einen auf Science-Fiction) vielleicht spontan ein Wurmloch gebildet hätte, das den Raum innerhalb des Raumes so verändert hätte, dass die Kutsche ohne Schaden durch diese enge Stelle passte. Eine andere Erklärung wäre ziemlich schwierig.
Warum es aber rein zufällig - wovon man ebenfalls ausgehen müsste - gerade zu dieser Situation spontan bildete...
Und zwar bei Ausschluss Gottes als intelligenten Urheber dieser Sache.

Jepp, die Sache wird im Gegenteil immer bizarrer statt erklärbarer - und dürfte wahrscheinlich der Grund sein, warum die Bezeichnung "Wunder" nicht einfach so ein Lückenbüßerbegriff ist, für alles was man gerade keine Erklärung hat. Sondern eher dass beschreibt, was über die eigentlich über den Verstand hinausgeht. Aus dem Grunde, weil es die natürlich (und auch experimentell immer) nachvollziehbaren Grenzen sprengt.

Quelle des Comic-Ausschnittes: 
Marco Roveroni: "La vita a fumetti di San Leopoldo". Provincia Veneta dei Frati Minori Cappuccini, 2007.


Impressionen aus Padua. Teil 4: Santuario di San Leopldo


Ein weiterer bekannter Wallfahrtsort stellt das Kapuzinerkloster von Padua dar, dem Wirkungsort des Heiligen P. Leopold Mandić. Im 2. Weltkrieg wurde das Kloster bis auf wenige Räumlichkeiten - darunter die ehemalige Beichtzelle von Pater Leopold - zerstört, was das heutige Erscheinungsbild erklärt.



Wem die Darstellungen zu klein oder "kompensiert" erscheinen: Pater Leopold war gerade einmal 1,35m groß. 



Da die ehemalige Beichtzelle in die innere Kapelle für Pilgergruppen verlegt wurde und für jeden offen steht, musste die Einrichtung verlegt werden, um Diebstahl oder Sachbeschädigung (Stichwort: "Reliquienschnorren") zu verhindern.


Neben der enormen Ex Voto-Sammlung...


... befindet sich innerhalb des Klosters auch ein eigens für Pilger eingerichtetes Museum.



Richtig gesehen. Das ist eine der berühmten Blutsreliquien von Papst Johannes Paul II. :3



Wie auch bei Pater Pio musste einiges unter Glas gestellt werden.


Zu den persönlichen Gegenständen, die zu sehen sind, gehört auch dieses kleine Radio.
Wer jetzt zum ersten Mal ein Radio als Sekundärreliquie sieht: Herzlichen Glückwunsch, mir ging es dort genau so. :3