Samstag, 13. Mai 2017

Wenn selbst "Wissenschaft" absurd wird, Teil 2: Amerika grüßt Wiesbaden

Dass man gerne das Thema Sexualerziehung nach seinem Gusto hin auszuhebeln oder sogar direkt versucht, eine ehrliche Diskussion als irrational und hasserfüllt darzustellen, wenn das propagierte "Vielfalts"-Dogma in Frage gestellt wird, ist nichts Neues mehr im deutschsprachigen Raum. Vor allem, wenn man sich auch gleichzeitig weigert, rational statt emotional zu diskutieren oder einfach die eigenen Leute selbst schon hasserfüllt genug sind, um überhaupt darlegen zu können, gegen was man überhaupt gerade demonstriert. Siehe die "Demo für Alle" in Wiesbaden. Oder Stuttgart.

Ein ganz anderes Kaliber wird derzeit in den USA aufgefahren.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an. 


Netflix hat eine neue Bildungsserie veröffentlicht mit dem Namen "Bill Nye saves the World". Von Bill Nye hatten wir es schon mal kurz auf diesem Blog. Er ist der Typ, der durch die Kinderserie "Bill Nye - The Science Guy" berühmt wurde, die Disney 1993 ausstrahlte. Er ist studierter Maschinenbauingenieur (Bachelor), verließ aber dieses Gebiet, um als Schauspieler Karriere zu machen. Seither hat er seinen Status als allseits schlauer und netter Wissenschaftsonkel (wie ihnviele seither in englischen (aber sogar im deutschen)  Sprachraum entsprechend ausgenutzt. Das geht von Posten bei der Planetary Society bis zu wissenschaftlichen Diskussionen von der Kritik am Kreationismus bis zum Thema Klimawandel. Wobei neben einigen Statement, die nicht wirklich wissenschaftlich sind, aber zugleich Wissenschaftlichkeit beanspruchen (vgl. Verteidigung von Planned Parenthood nach dem Organhandel-Skandal oder der Klimawandel als Grund für den IS-Terrorismus). 

Was jedoch nichts daran ändert, dass seine Serie von 1993 wirklich genial gemacht war, trotz des Eindrucks, man hätte Peter Lustig auf ADHS vor sich, der die Sendung mit der Maus übernommen hätte. Wie diese nette Episode über das Thema "Wahrscheinlichkeit".


Klasse Sendung, nicht? 
Finde ich wirklich gerade für Kinder und jüngere Schüler genial gemacht. Viele Lehrer benutzten gerade deswegen viele Episoden bis heute davon in ihrem Unterricht. :3

Netflix ließ sie nun zensieren.

Oder besser gesagt die Stelle zwischen 9:06 und 10:18, weil hier erklärt wird, dass es nur zwei Geschlechter gibt.
Der Grund dafür? Bill´s neue Serie, in der nun in Episode 9 "The Sexual Spectrum" mit Hilfe der "Wissenschaft" das komplette Gegenteil propagiert wird. Einige bezeichnen es als "notwendige wissenschaftliche Aktualisierung", andere - vor allem Fans, die mit der Serie von 1993 groß geworden sind und auch so die Naturwissenschaften lieben gelernt haben - sind relativ enttäuscht von einer regelrechten Politisierung, die sich weder wirklich an wissenschaftliche Standarts hält, noch Kritiker bei einer Expertenrunde zu Wort kommen lässt (siehe folgendst verlinktes Video: 2:11). Oder anders gesagt: Politische Korrektheit mit wissenschaftlichem Anspruch mit der Aussicht, noch mal so richtig Karriere zu machen.

Und was die wissenschaftlichen Standpunkte angeht... Das überlasse ich lieber den folgenden Video, denn dieses beknackte Thema will ich nicht noch einmal wiederholen.


Nicht angesprochen wurde hier die Behauptung, dass sich selbst Dreijährige schon ihr eigenes Geschlecht definieren könnten. KÖNNTEN. Solchen Thesen stehen viele Kinderärzte zu Recht kritisch gegenüber. Auch die These, was man selbst wolle, sei richtig, eben WEIL man es wolle, ist ebenfalls nicht wirklich zu empfehlen. Was Bill Nye nicht weiter stört, denn er ist Wissenschaftler. Was das auch immer bedeuten soll. Oder deutsche Sexualpädagogen, denn sie sind ja Pädagogen und wissen was Kinder wollen. Was das ebenfalls auch immer bedeuten soll. Aber es gibt einem das Recht, sich schon einmal eine utopische Gesellschaft auszudenken, in der jeder seiner Meinung ist - weil man es sonst Wert ist, ins Gefängnis geworfen zu werden. (Na ja, wenigstens zündet er keine Autos an...)


Einerseits ist es zutiefst erschreckend, wie derzeit Medien und Medienikonen regelrecht instrumentalisiert werden, um kritische Meinungen schon im Voraus mundtot zu machen. Andererseits merkt man immer öfter, dass gerade kritische Konsumenten, die sich auch Gedanken über das machen, was sie da schauen - siehe die Fans, die sich kritisch zur neuen Serie äußerten (denn auch in anderen Episoden wird gerade diese Strategie angewandt) -, ihre Bedenken äußern - und das wirklich offen und ehrlich, weil sie sich keine Marketingstrategien als Wissenschaft und Ratio vormachen wollen lassen.

Und zumindest hier besteht noch ein Hoffnungsschimmer, auf den man bauen kann.

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