Dienstag, 20. Juni 2017

Ein "bisschen" aus dem Kontext gerissen



Im Zusammenhang mit Imam Tawhidi ist es recht interessant, wie bei uns im deutschsprachigen Raum mit problematischen Koran-Suren umgegangen wird.

Zum Beispiel in der Erklärung der Imame gegen den Terror, der mit dem Zitat belegt wird: "Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet! Und wer einem Menschen das Leben rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet!" (Koran, Sure 5:32)

Zum einen ist dieser Spruch von den Juden geklaut. Und zum anderen ist er im vollen Kontext nicht ganz koscher...


[...] Jetzt fehlt nur noch der weitere Zusammenhang im Text. Nach dem letzten Satz von Sure 5:32 (“Unsere Gesandten sind bereits mit klaren Beweisen zu ihnen gekommen. Danach aber sind viele von ihnen wahrlich maßlos auf der Erde geblieben “), wo klar die Juden gemeint sind, geht es in Sure 5:33-34 nämlich wie folgt weiter:

“Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen, auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), daß sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder daß sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafe,– außer denjenigen, die bereuen, bevor ihr Macht über sie habt. So wisset, daß Allah Allvergebend und Barmherzig ist.”

Nachdem in Sure 5:32 von Juden die Rede ist, welche Gebote Gottes angeblich missachtet hätten, werden Muslime in Sure 5:33 zu deren Tötung, Kreuzigung, Verstümmelung und Verbannung aufgerufen. Das sei ihre “Schande im Diesseits, und “im Jenseits” gebe es “für sie gewaltige Strafe”, ausser sie würden bereuen (5:34), was so viel heisst wie, sie würden den Islam annehmen. Die Tatsache, dass damit durchaus die Juden gemeint sind, ist einmal mehr aus der Sure 5 selbst zu entnehmen, zumal das vorgenannte Motiv dort wiederholt wird und zwar ganz am Schluss, was ich in fetter Schrift hervorgehoben habe.
[...] 

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