Mittwoch, 30. Mai 2018

500 Jahre nach dem Thesenschlag: Wer ist näher am Original?

Man kann es kaum glauben: Äußerlich hatte der Gottesdienst der Reformation sehr viele Parallelen zur Messe. Obwohl die Transsubstantiationslehre abgeschafft, wichtige Gebete abgeschafft und diese Messe nur noch in Landessprache gehalten wurde, bemühte man sich anfangs zunächst, den äußeren Schein des "Alltäglichen" beizubehalten (was z.B. Philipp Melanchton unterstützte). Danach wurde jedoch auch äußerlich immer stärker auf "protestantischen" Konfrontationskurs gesetzt, als man entdeckte, dass Rom nicht brav gehorchen wollte. 
(Danke an Franz via E-mail Kommentar für diesen fehlenden  Hinweis zum Bild)


USA: Eine Christusfigur wird in einer Baptistenkirche in South Carolina entfernt, weil sie und die dazugehörigen Reliefs zu katholisch seien und "für Verwirrung" sorgten.

Deutschland: In einigen Protestantischen Kirchen in Deutschland begeht man an Fronleichnam den "Christus Tag". Hat zwar eigentlich nicht mehr viel mit dem katholischen Original zu tun, dennoch sollte man sich "nicht mehr wegen der Nähe zum katholischen Glauben schähmen", so der lutheranische Pfarrer Jürgen Diestelmann.

Es ist irgendwie überraschend, wenn man sich einerseits nicht nur fragen muss, wer näher an der Una Sancta ist, sonder auch, wer heute denn eigentlich noch ursprünglichen Protestantischen Ideen der Reformatoren entspricht. Und wer wohl als erster wieder zurückkehren wird.


Kommentare:

  1. In Deutschland scheint sich nach meiner Wahrnehmung eher eine Art „Reformation 2.0“ zu entwickeln: Katholische Kirchenstrukturen werden dem Protestantismus nun auch optisch immer ähnlicher. Sei es die offen angestrebte legale Interkommunion (die angeführten „evangelischen Ehepartner“ haben m. E. hier nur die taktische Funktion, den ersten Riß im Staudamm herbei zu führen), sei es der interkonfessionelle Religionsunterricht in NRW oder die ersten Pilotprojekte laiengeführter Pfarreien.

    Ergänzt natürlich durch die priesterlosen „Wort-Gottes-Feiern“, oftmals von Gemeindereferentinnen gehalten, welche nicht zufällig einen stola-ähnlichen Schal tragen.

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